Informationen über El Salvador
El Salvador ist ein kleines, dicht besiedeltes Land in Mittelamerika, geprägt von Vulkanen, Pazifikküste und einer jungen, urbanen Bevölkerung. Seit 2019 hat das Land einen tiefgreifenden politischen Wandel erlebt. Die Regierung unter Präsident Nayib Bukele hat das traditionelle Zwei‑Parteien‑System abgelöst und eine neue politische Ära eingeleitet. Laut dem BTI‑Bericht 2026 hat Bukele seine Macht stark konsolidiert, indem er unter anderem das Verfassungsgericht und den Generalstaatsanwalt durch loyale Personen ersetzte. Dies führte zu einer deutlichen Schwächung der Gewaltenteilung und einer politischen Landschaft, die zunehmend von einer einzigen Partei dominiert wird.
El Salvador war über Jahrzehnte eines der gefährlichsten Länder der Welt, geprägt von Gewalt durch die Banden MS‑13 und Barrio 18. Seit März 2022 gilt jedoch ein „estado de excepción“ (Ausnahmezustand), der immer wieder verlängert wurde. Dieser erlaubt Massenverhaftungen und erleichtert Polizeieinsätze.
Die Auswirkungen sind enorm:
- über 84.000 Festnahmen seit Beginn der Massnahmen
- Homicide‑Rate seit 2023 unter 2.4 pro 100.000 Einwohner – vergleichbar mit Kanada
- 88 % der Salvadorianer fühlen sich sicher, auch nachts allein unterwegs
- Bandenstrukturen wurden massiv geschwächt oder aufgelöst
Für Reisende bedeutet das: Die allgemeine Sicherheitslage hat sich dramatisch verbessert, auch wenn weiterhin Vorsicht bei Kleinkriminalität (Diebstahl, Taschendiebstahl) geboten ist.
Die politische Landschaft ist stark zentralisiert:
- Bukele gewann die Wahl 2024 mit über 80 % der Stimmen (laut BTI‑Bericht)
- Seine Partei Nuevas Ideas hält eine Supermehrheit im Parlament
- Die Gewaltenteilung ist geschwächt, da Justiz und Legislative weitgehend unter Regierungskontrolle stehen
- Kritische Medien arbeiten unter Druck, gelten aber als letzte unabhängige Kontrollinstanz
Diese Entwicklungen werden international unterschiedlich bewertet: Einerseits massive Sicherheitsgewinne, andererseits Rückschritte bei demokratischen Institutionen.
B wie Bargeld
In El Salvador bezahlt man mit US‑Dollar (USD). Der Dollar ist seit 2001 offizielles Zahlungsmittel und wird im ganzen Land akzeptiert. Münzen und Scheine entsprechen exakt dem US‑System. Zusätzlich existiert die Kryptowährung Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel, wird aber im Alltag nur selten genutzt.
Bargeld ist im täglichen Leben sehr wichtig. Viele kleine Geschäfte, Märkte, Parkplätze, Strassenstände und Restaurants akzeptieren nur Cash. Karten werden hauptsächlich in Supermärkten, Tankstellen und grösseren Hotels angenommen.
Geldautomaten (ATM) sind weit verbreitet, verlangen aber je nach Bank 3–6 USD Gebühr pro Abhebung. Einige Automaten geben nur 10‑ oder 20‑Dollar‑Scheine aus. Es lohnt sich, immer genügend kleine Scheine dabeizuhaben, da viele Händler nicht wechseln können oder wollen.
Trinkgeld wird häufig in bar gegeben, meist 1–2 USD für kleine Dienstleistungen oder 10 % im Restaurant, wenn nicht bereits in der Rechnung enthalten.
Wechselkurs: 1 SFR = 0.9348 USD (07.09.2023)
C wie Camper:
El Salvador ist ein kleines, dicht besiedeltes Land, und klassisches Camping ist hier weniger verbreitet als in den Nachbarländern. Offizielle Campingplätze gibt es nur wenige, dafür findet man immer wieder Hotels, Restaurants, Balnearios oder Privatgrundstücke, die gegen eine kleine Gebühr eine Übernachtung im Camper erlauben. Die Infrastruktur ist dabei sehr unterschiedlich – von einfachen Parkplätzen bis zu schönen Stellplätzen mit Meerblick.
Wildcamping ist grundsätzlich nicht verboten, wird aber aufgrund der Sicherheitslage nicht empfohlen. Besonders in ländlichen Gebieten und rund um Städte sollte man nur an Orten übernachten, die bewacht oder privat sind. Hier sei noch bemerkt, dass wir uns in El Salvador immer und überall sicher gefühlt haben und die Einheimische als sehr gastfreundlich und hilfsbereit kennengelernt haben.
E wie Essen und Trinken
Die salvadorianische Küche ist einfach, herzhaft und stark von Mais, Bohnen und Reis geprägt. Das Nationalgericht sind die berühmten Pupusas – gefüllte Maisfladen mit Käse, Bohnen, Loroco oder Fleisch. Sie werden überall frisch zubereitet und sind günstig, sättigend und unglaublich beliebt. Dazu gibt es fast immer Curtido, einen leicht fermentierten Krautsalat, und eine milde Tomatensauce.
An Strassenständen und in kleinen Comedores findet man typische Gerichte wie:
- Pollo asado (gegrilltes Hähnchen)
- Carne a la plancha
- Sopa de res (Rindfleischsuppe)
- Tamales aus Mais oder Reis
- Mariscos an der Küste, besonders Garnelen und Fisch
In Restaurants ist das Essen preiswert, während internationale Küche in touristischen Orten etwas teurer sein kann.
Trinkwasser aus dem Hahn sollte man nicht konsumieren. Abgefülltes Wasser ist überall erhältlich und günstig. Viele Unterkünfte bieten kostenloses Trinkwasser zum Nachfüllen an. Frische Fruchtsäfte („Jugos naturales“) sind weit verbreitet, oft mit viel Zucker – man kann sie aber auch „sin azúcar“ bestellen.
Kaffee hat in El Salvador eine lange Tradition. Besonders in den Bergregionen wird hochwertiger Arabica angebaut. In einfachen Lokalen gibt es meist Filterkaffee, in Städten findet man moderne Cafés mit Espresso‑Maschinen.
Alkohol ist frei erhältlich. Beliebte lokale Biere sind Pilsener und Suprema. In Strandorten wird gerne Coco Loco (Kokosnuss mit Rum) serviert.
Lebensmittel einkaufen
Lebensmittel bekommt man in El Salvador problemlos. Es gibt drei typische Einkaufsquellen:
- 1. Supermärkte
- Die grössten Ketten sind:
- Super Selectos
- Walmart
- Despensa Familiar
Sie bieten eine gute Auswahl an lokalen und internationalen Produkten. Preise sind etwas höher als in Guatemala, aber deutlich günstiger als in Costa Rica. Frische Produkte wie Gemüse, Fleisch und Milchprodukte sind gut verfügbar.
- 2. Locale Märkte & Strassenstände
- frisches Obst und Gemüse
- Tortillas, Mais, Bohnen
- Käse, Eier, Gewürze
- frisch gefangenen Fisch an der Küste
Die Preise sind niedrig, die Qualität oft sehr gut. Handeln ist nicht üblich, aber kleine Mengen werden gerne zusammengestellt.
- 3. In jedem Dorf gibt es kleine Läden („Tiendas“), die Basisprodukte verkaufen:
- Wasser
- Snacks
- Brot
- Getränke
- einfache Haushaltswaren
Ideal für den täglichen Bedarf, aber teurer als Märkte.
Für Camper wichtig: Frisches Trinkwasser bekommt man fast überall, und viele Unterkünfte lassen einen kostenlos oder für 0.50–1 USD auffüllen.
P wie Propangas:
Propangas ist in El Salvador weit verbreitet und leicht erhältlich. Das Land nutzt – wie viele Länder in Mittelamerika – hauptsächlich 20‑lbs‑Flaschen (≈ 9 kg) sowie kleinere 10‑lbs‑Flaschen. Die gängigen Anbieter sind Tropigas, Zeta Gas und Tomza.
Europäische oder Schweizer Gasflaschen können nicht direkt angeschlossen werden, da die Anschlüsse nicht kompatibel sind. Für Reisefahrzeuge bedeutet das: Man lässt die eigene Flasche manuell befüllen oder nutzt eine lokale salvadorianische Gasflasche mit Adapter.
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass wir in diesem Abschnitt nur beschreiben, was wir über das Thema „Gas im Wohnmobil“ in Guatemala recherchiert und selbst erlebt haben. Jede*r muss die Entscheidung selbst treffen, was für ihn oder sie das Richtige ist. Wir lehnen jede Haftung ab.
- Man möchte seine eigene 5‑kg‑Flasche füllen lassen
Füllen ist in fast allen Städten möglich- Gasera‑Stationen arbeiten schnell und günstig
- Preis pro kg liegt meist bei 35–45 GTQ‑Äquivalent, also 4–5 USD für eine 10‑lbs‑Füllung
- Viele Stationen füllen auch ausländische Flaschen, wenn man den passenden Adapter hat
- Manuelles Befüllen ist üblich, aber man sollte immer auf Dichtheit achte
- Man kauft vor Ort eine salvadorianische Gasflasche
Wer keine Adapter nutzen möchte, kann vor Ort eine lokale 5Kg‑Flasche kaufen.- Die salvadorianischen Flaschen haben denselben Anschluss wie Guatemala und Honduras.
Einmal gekauft, funktioniert der Adapter in mehreren Ländern.
- Die salvadorianischen Flaschen haben denselben Anschluss wie Guatemala und Honduras.
Für europäische Systeme benötigt man:
- Adapter
- POL‑Adapter oder
- ACME‑Adapter (je nach eigenem Druckregler)
Für Reisende, die nur eine kleine Menge Gas benötigen (z. B. für eine Aussenküche), ist das oft die einfachste Lösung.
S wie Strassengebühren
In El Salvador gibt es keine landesweite Mautpflicht für normale Fahrzeuge oder Wohnmobile. Das gesamte Strassennetz ist mautfrei, einschliesslich der Hauptverbindungen zwischen den Städten und der Küstenstrasse. Nur einige wenige Brücken oder Privatabschnitte können geringe Gebühren verlangen, meist zwischen 0.50 und 2 USD pro Durchfahrt
S wie Strom
El Salvador verwendet wie die meisten Länder Mittelamerikas 110 Volt und 60 Hz. Die Steckdosen entsprechen dem US‑Standard (Typ A und B). Europäische Geräte benötigen daher einen Adapter, viele moderne Ladegeräte funktionieren aber problemlos mit 110–240 V.
Die Stromversorgung ist in Städten zuverlässig, auf dem Land jedoch schwankend. Stromausfälle („apagones“) kommen vor, besonders bei starkem Regen oder in abgelegenen Regionen. In touristischen Gebieten und Hotels laufen oft Notstromgeneratoren, die kurze Ausfälle überbrücken.
Für Camper wichtig:
- Landstromanschlüsse sind selten
- Wenn vorhanden, fast immer 110 V
- Qualität der Installationen variiert stark
- Spannungsabfälle und Überspannungen sind möglich
- Ein Überspannungsschutz oder ein guter Ladebooster ist empfehlenswert
Solar funktioniert hervorragend, da El Salvador sehr sonnig ist. Wir sind komplett autark unterwegs und nutzen Landstrom nur selten.
T wie Telefon/Internet
Telefonieren El Salvador → CH:
00 41 + Ortsvorwahl ohne Null + Teilnehmernummer
Telefonieren CH → El Salvador:
00 503 + Teilnehmernummer (El Salvador hat keine Ortsvorwahlen, alle Nummern sind national.)
Mobilfunk & Daten in El Salvador
Die Mobilfunkabdeckung ist in Städten sehr gut, auf dem Land unterschiedlich. Die wichtigsten Anbieter sind Claro, Tigo und Movistar. Prepaid‑SIM‑Karten sind günstig und schnell eingerichtet (Pass genügt).
Typische Preise:
- 10–15 GB Daten: ca. 10–15 USD
- 2–5 GB Daten: ca. 5–10 USD
- SIM‑Karte: meist 1–3 USD
Viele Pakete beinhalten unbegrenztes WhatsApp, teilweise auch Social‑Media‑Flatrates.
Telefonie ins Ausland ist teuer. Daher lohnt sich Internet‑Telefonie (WhatsApp, Signal, Facetime Audio).
T wie Treibstoff
In El Salvador ist die Treibstoffversorgung sehr gut. Das Land ist klein, dicht besiedelt und hat ein enges Netz an Tankstellen, vor allem von Uno, Puma, Texaco und Shell. Entlang aller Hauptstrassen, in Städten und selbst in vielen ländlichen Regionen findet man regelmässig Stationen. Diesel und Benzin (Regular und Super) sind überall erhältlich, und die Qualität ist landesweit zuverlässig.
Die Preise liegen im regionalen Mittelfeld: etwas höher als in Honduras und in Guatemala. Diesel ist oft etwas günstiger als Benzin. Die Preise schwanken moderat, da sie nicht vollständig staatlich reguliert sind. Bezahlt wird in US‑Dollar, Kartenzahlung funktioniert an vielen Stationen, aber nicht an allen.
Wir bezahlten am 07.09.2023, USD 1.17 = Sfr 1.05
V wie Verkehr
El Salvador ist im Vergleich zu Guatemala und Mexiko deutlich entspannter zu fahren. Der Verkehr wirkt ruhiger, strukturierter und weniger chaotisch. In Städten kann es zu Stau kommen, aber das Fahrverhalten ist insgesamt rücksichtsvoller und weniger aggressiv. Auf dem Land sind die Strassen meist gut befahrbar, viele Nebenstrassen jedoch eng oder unbefestigt.
Ampeln und Beschilderung sind klarer als in Guatemala. Kreisverkehre funktionieren erstaunlich gut, und Überholmanöver sind seltener riskant. Rollerfahrer gibt es, aber deutlich weniger als in Guatemala.
Strassenqualität
- Hauptstrassen: meist asphaltiert und in gutem Zustand
- Nebenstrassen: oft Erd- oder Schotterpisten
- Küstenstrasse (La Libertad – El Cuco): landschaftlich schön, aber eng und kurvig
- Schlaglöcher: möglich, aber weniger extrem als in Guatemala
- Nachtfahrten: besser vermeiden (Beleuchtung, Tiere, unbeleuchtete Fahrzeuge)
Fahrstil
- entspannter als in Guatemala
- weniger riskante Überholmanöver
- weniger Roller‑Chaos
- Polizei sichtbar, aber nicht aufdringlich
- Geschwindigkeitskontrollen gelegentlich an Hauptstrassen
Dieselpreise
Diesel ist in El Salvador günstiger als in Guatemala und Mexiko.
Typischer Preis (2023): 0.90–1.10 USD pro Liter
Die Preise schwanken je nach Region leicht, sind aber landesweit relativ stabil. Bezahlt wird in USD oder Bitcoin, Kartenzahlung ist an vielen Tankstellen möglich.
Z wie Zeitzonen
Guatemala liegt in der Central Standard Time (CST), also UTC‑6. Das Land kennt keine Sommerzeit. Die Uhr bleibt das ganze Jahr über gleich.
Für Reisende bedeutet das:
- Zeitverschiebung zur Schweiz: –7 Stunden im Sommer, –8 Stunden im Winter (weil die Schweiz Sommerzeit hat, El Salvador aber nicht)
Flüge, Grenzübertritte und Online‑Buchungen sind dadurch unkompliziert, da es keine saisonalen Zeitumstellungen gibt.












