Informationen über Guatemala

Guatemala liegt im Herzen Mittelamerikas und verbindet auf engem Raum eine beeindruckende Vielfalt an Landschaften. Das Land ist rund 2,6‑mal größer als die Schweiz und zählt mit etwa 18 Millionen Menschen mehr als doppelt so viele Einwohner.

Die Westseite wird von der vulkanreichen Sierra Madre geprägt – darunter der Tajumulco, der höchste Berg Mittelamerikas. Im Norden breiten sich die dichten Regenwälder des Petén aus, Heimat einer außergewöhnlichen Artenvielfalt und der berühmten Maya‑Stätte Tikal. Zwischen Hochland, Tälern und Küsten wechseln sich Kaffeeplantagen, fruchtbare Ebenen und tropische Wälder ab.

An der Pazifik- und Karibikküste liegen ruhige Strände und kleine Küstenorte, während im Hochland Orte wie Antigua und der tiefblaue Atitlán‑See mit ihren Vulkanpanoramen zu den schönsten Regionen des Landes gehören. Die Mischung aus Natur, Maya‑Kultur und lebendigen indigenen Traditionen macht Guatemala zu einem der vielseitigsten Länder Mittelamerikas.


B wie Bargeld:


Offizielles Zahlungsmittel und Landeswährung in Guatemala ist der Guatemaltekischer Quetzal (GTQ).

Kartenzahlung ist in grösseren Städten und touristischen Regionen grundsätzlich möglich, allerdings deutlich weniger verbreitet als beispielsweise in den USA oder Europa. In Hotels, Restaurants und grösseren Geschäften werden Kreditkarten wie VISA oder MasterCard häufig akzeptiert, doch im Alltag – besonders auf Märkten, in kleineren Läden oder in ländlichen Gebieten – wird oft ausschliesslich Bargeld verwendet.

Für Bargeldbezüge an Geldautomaten (ATM) werden in der Regel internationale Karten wie VISA und MasterCard akzeptiert. Wichtig ist, MasterCard nicht mit der in Europa verbreiteten MaestroCard zu verwechseln – diese funktioniert in Guatemala nur eingeschränkt oder gar nicht. Auch sollte bei der eigenen Bank das Geoblocking deaktiviert sein, da sonst Abhebungen im Ausland blockiert werden können.

Wir nutzen beispielsweise eine Debitkarte (MasterCard oder VISA) sowie Karten wie Revolut für Bargeldbezüge. Diese bieten teilweise günstige oder kostenlose Abhebungen weltweit an. Gebühren der lokalen Banken in Guatemala lassen sich jedoch meist nicht vermeiden und liegen häufig zwischen etwa 50 und 150 GTQ pro Bezug. In Antigua Guatemala gibt es zudem die Möglichkeit, direkt US-Dollar zu beziehen. Für eine Abhebung von 500 USD fallen dabei etwa 8 USD Gebühren an.

Die beste Strategie ist daher, grössere Beträge auf einmal abzuheben, um Gebühren zu minimieren, und immer etwas Bargeld mitzuführen – besonders ausserhalb der grossen Städte.

Wechselkurs:  1 SFR = 8.6635 GTQ  (06.06.2025)


C wie Camper:

Im Vergleich zu den nördlicheren Ländern wird es in Guatemala schwieriger, einen wirklich freien Übernachtungsplatz zu finden. Generell wird davon abgeraten, nachts an unbewachten Orten zu stehen.
Es gibt jedoch gut ausgestattete Campingplätze, die meist 150–250 GTQ kosten. Zusätzlich lohnt es sich, bei Touristenattraktionen oder Sehenswürdigkeiten nachzufragen – oft ist es möglich, direkt dort zu übernachten.
An Wochenenden zieht es viele Guatemalteken mit der Familie aufs Land, in Balnearios oder an die Küste. Dann muss man mit viel Verkehr und vielen Menschen rechnen.

Wir haben alle unsere Camps dokumentiert mit Koordinaten Höhenmeter, allgemeine Informationen der Stellplätze, die wir selber besucht haben. Die Liste mit allen Camps veröffentlichen wir hier .


E wie Esse und Trinken:

Lebensmittel einkaufen ist in Guatemala einfach. In Städten und grösseren Orten findest du Supermärkte wie La Torre, Paiz oder Maxi Despensa, während es auf dem Land vor allem kleine Tiendas und bunte Wochenmärkte gibt. Frisches Obst und Gemüse ist dort meist günstiger und kommt direkt von lokalen Bauern.
Typische Spezialitäten sind Mais‑Tortillas, Bohnenpüree (Frijoles), Reis, Avocados, frische tropische Früchte wie Papaya, Mango und Ananas sowie lokaler Kaffee, der zu den besten in Mittelamerika gehört. Fleisch und Käse sind etwas teurer, dafür gibt es viele Strassenstände mit günstigen, frisch zubereiteten Snacks.
Leitungswasser sollte man nicht trinken – abgefülltes Trinkwasser ist überall erhältlich. In touristischen Regionen findest du auch internationale Produkte, allerdings zu höheren Preisen.

Insgesamt ist Essen in Guatemala preiswert, besonders wenn man auf Märkten oder in lokalen Comedores einkauft.


P wie Propangas:

Hier einige Hinweise, wie man sich in Guatemala mit Gas fürs Wohnmobil versorgen kann und was beim Befüllen einer 5‑kg‑Flasche zu beachten ist.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass wir in diesem Abschnitt nur beschreiben, was wir über das Thema „Gas im Wohnmobil“ in Guatemala recherchiert und selbst erlebt haben. Jede*r muss die Entscheidung selbst treffen, was für ihn oder sie das Richtige ist. Wir lehnen jede Haftung ab.

  • Man möchte seine eigene 5‑kg‑Flasche füllen lassen
    Guatemala nutzt überwiegend 20‑lbs‑Flaschen (ca. 9 kg) mit lokalen Anschlüssen, die nicht mit europäischen Systemen kompatibel sind. Eine europäische 5‑kg‑Flasche kann in Guatemala manuell befüllt werden, allerdings nur:
    • mit eigenem Adapter (POL oder ACME, je nach System)
    • unter Aufsicht
      und nur an Stationen, die bereit sind, Fremdflaschen zu füllen
      Viele Gasera‑Stationen (z. B. Tropigas, Zeta Gas, Gas Tomza) machen das problemlos, andere lehnen es ab. Der Preis liegt bei etwa 35–45 GTQ pro kg, also 175–225 GTQ für eine 5‑kg‑Füllung.
  • Man kauft vor Ort eine guatemaltekische Gasflasche
    Wer keine Adapter nutzen möchte, kann vor Ort eine lokale 5Kg‑Flasche kaufen. Diese Flaschen:
    • sind überall erhältlich
    • können in ganz Guatemala problemlos gefüllt werden
    • funktionieren auch in vielen Teilen Mittelamerikas
    • benötigen aber einen Adapter für den CH‑Druckregler

Für Reisende, die nur eine kleine Menge Gas benötigen (z. B. für eine Aussenküche), ist das oft die einfachste Lösung.

  • Man möchte seinen festen Gastank oder eine fest verbaute Gastankflasche füllen lassen.
    Fest verbaute Gastanks lassen sich in Guatemala über den LPG‑Anschluss befüllen. Der Vorteil:
    • automatischer Überfüllstopp
    • standardisierte Befüllung
    • keine Diskussionen über Fremdflaschen
  • Der Nachteil:
    • deutlich höhere Einbaukosten
    • regelmässige Prüfungen
    • Tanks müssen für Verschiffungen oft leer und gereinigt sein

S wie Strassengebühren:

Guatemala ist eines der wenigen Länder Mittelamerikas, in dem Strassengebühren kaum eine Rolle spielen. Für Wohnmobile und Reisefahrzeuge gilt: frei befahrbar, keine Vignetten, keine Mautstationen – nur gelegentliche kleine Gebühren an privaten Zufahrten oder Brücken.


S wie Strom:

In Guatemala beträgt die Netzspannung 120 Volt bei 60 Hz, also wie in den USA, Kanada und Mexiko. Die Steckdosen sind vom Typ A und B – flache, parallele Stecker mit zwei oder drei Pins.

Für Fahrzeuge braucht es eine Batterieladegerät, das mit dieser Spannung laden kann. Wir haben von Mastervolt den «Chargemaster Plus 12/100-3» eingebaut, mussten aber selten in Betrieb nehmen, weil wir mit unserer Solaranlage genug Strom erzeugen konnten. Auf den Campgrounds trifft man meistens 15A, 30A und 50A Steckdosen an.

Stromausfälle

In ländlichen Regionen kommt es gelegentlich zu kurzen Stromunterbrüchen, besonders bei starkem Regen oder Wind. Ein kleiner Spannungswächter oder Überspannungsschutz ist empfehlenswert, um empfindliche Geräte zu schützen.

Typische US amerikanische Steckdose einer Campground


T wie Telefon/Internet:

Telefonieren Guatemala → CH:
00 41 + Ortsvorwahl ohne Null + Teilnehmernummer

Telefonieren CH → Guatemala:
00 502 + Teilnehmernummer (Guatemala hat keine Ortsvorwahlen, alle Nummern sind national.)

Mobilfunk & Daten in Guatemala

Wir haben verschiedene Möglichkeiten und Anbieter verglichen. Dabei fällt auf, dass Guatemala im Vergleich zu Mexiko oder Belize günstiger, aber nicht super‑günstig ist. Die lokalen Anbieter (Tigo, Claro, Movistar) verkaufen Prepaid‑Pakete, die sich gut für Reisende eignen.

Typische Preise:

  • 10–15 GB Daten: ca. 75–125 GTQ
  • 1–3 GB Daten: ca. 25–50 GTQ
  • SIM‑Karte: 10–25 GTQ

Telefonie ins Ausland ist teuer (5–10 GTQ/Minute). Daher lohnt sich Internet‑Telefonie (WhatsApp, Signal, Facetime Audio).


T wie Treibstoffe

In Guatemala ist die Treibstoffversorgung gut, aber weniger dicht als in El Salvador oder Costa Rica. Entlang der Hauptachsen – besonders zwischen Guatemala‑Stadt, Antigua, Quetzaltenango, Cobán und Petén – gibt es viele Tankstellen, meist von Shell, Puma, Uno oder Texaco. In abgelegenen Regionen wie Alta Verapaz, im Ixil‑Dreieck oder im Norden von Petén können die Abstände grösser werden. Diesel und Benzin (Regular und Super) sind überall erhältlich.

Die Qualität des Treibstoffs ist im Allgemeinen zuverlässig. Probleme mit verunreinigtem Diesel sind selten, können aber an sehr kleinen, unabhängigen Stationen vorkommen. Wer sicher gehen will, tankt an grösseren Markenstationen. In sehr abgelegenen Dörfern wird Treibstoff manchmal aus Kanistern verkauft, was aber eher die Ausnahme ist.

Die Preise liegen im regionalen Mittelfeld: teurer als in Honduras, günstiger als in Mexiko und El Salvador. Diesel ist oft etwas günstiger als Benzin. Die Preise schwanken regelmässig, da sie nicht staatlich fixiert sind. Bezahlt wird in Quetzal, Kartenzahlung funktioniert an vielen, aber nicht an allen Stationen.

Wir bezahltenb am 26.02.2025 füpr 1 Liter Diesel GTQ 7.35 = Sfr 0.87


V wie Verkehr

Guatemala hat ein weit verzweigtes Strassennetz, das jedoch je nach Region sehr unterschiedlich ausgebaut ist. In und um die Städte herrscht dichter Verkehr, auf dem Land dagegen oft nur eine einzige Hauptstrasse. Gewöhnungsbedürftig sind die Verkehrsregeln – vieles funktioniert eher nach Gefühl als nach klaren Strukturen.

Fahrstil & Verhalten im Strassenverkehr

Der guatemaltekische Fahrstil ist für europäische Verhältnisse sehr ungeduldig. Typisch sind:

  • überhöhte Geschwindigkeit, auch innerorts
  • Überholen in unübersichtlichen Kurven
  • Ignorieren der durchgezogenen oder doppelten Mittellinie
  • plötzliches Ausscheren ohne Blinker
  • knappes Auffahren

Besonders auffällig sind die vielen Rollerfahrer, die oft:

  • ohne Helm unterwegs sind
  • zwischen den Autos durchschlängeln
  • technisch fragwürdige Fahrzeuge fahren
  • mit hoher Geschwindigkeit überholen
  • sich in den toten Winkel drängen

Man muss jederzeit mit unvorhersehbaren Manövern rechnen.

Technischer Zustand der Fahrzeuge

Viele Fahrzeuge – besonders auf dem Land – sind in schlechtem technischen Zustand:

  • abgefahrene Reifen
  • schlechte Bremsen
  • fehlende Beleuchtung
  • überladene Pickups
  • alte Busse („Chicken Busse“) mit riskanter Fahrweise

Diese Busse sind berüchtigt für aggressives Überholen, lautes Hupen und sehr hohe Geschwindigkeit.

Strassenqualität

Ein Teil der Hauptverbindungen ist asphaltiert, aber:

  • viele Nebenstrassen sind reine Erd- oder Schotterpisten
  • Schlaglöcher können enorm tief sein
  • nach Regen verwandeln sich Pisten schnell in Schlamm
  • Steigungen und enge Kurven sind häufig

Für Wohnmobile und schwere Fahrzeuge bedeutet das: langsam fahren, Bodenfreiheit beachten und Nachtfahrten vermeiden.

Geschwindigkeiten & Regeln

Offizielle Geschwindigkeitsbegrenzungen:

  • Stadt: 40–50 km/h
  • Landstrasse: 70–80 km/h
  • autobahnähnliche Strecken: 80–100 km/h

In der Praxis wird das oft ignoriert. Polizeikontrollen gibt es, aber unregelmässig.

Rechtsabbiegen bei Rot ist nicht erlaubt. Vorfahrt wird selten klar geregelt – oft entscheidet, wer zuerst fährt.

Tipps
  • defensiv fahren, immer mit Fehlern anderer rechnen
  • Abstand halten, besonders zu Bussen und Motorrädern
  • nachts möglichst nicht fahren (schlechte Beleuchtung, Tiere, Schlaglöcher)
  • in Kurven nie überholen, auch wenn es andere tun
  • auf Rollerfahrer achten, besonders im Stadtverkehr

Z wie Zeitzonen

Guatemala liegt in der Central Standard Time (CST), also UTC‑6. Das Land kennt keine Sommerzeit. Die Uhr bleibt das ganze Jahr über gleich.

Für Reisende bedeutet das:

  • Zeitverschiebung zur Schweiz: –7 Stunden im Sommer, –8 Stunden im Winter (weil die Schweiz Sommerzeit hat, Guatemala aber nicht)

Flüge, Grenzübertritte und Online‑Buchungen sind dadurch unkompliziert, da es keine saisonalen Zeitumstellungen gibt.