2020.09.19 – 10.02. Polen
Durch Polen, Teil 2
Zbiornik Dziećkowice
Wir verbringen gerade drei Tage am Zbiornik Dziećkowice – See. Eigentlich dürfen wir hier gar nicht einbiegen, da die Zufahrtsstraße auf 8 To. beschränkt ist. Leider übersahen wir das Schild und landeten trotzdem auf einem großartigen Campingplatz direkt am Seeufer.
Das Wetter ist tagsüber warm und sonnig, doch nachts sinkt die Temperatur auf nur 4°C.
Nachdem wir die Wäsche erledigt haben, machen wir einen ausgedehnten Spaziergang am Ufer entlang und genießen die Ruhe des Ortes. Am campingeigenen Fischerteich kann ich sogar als Hobby-Angler mein Glück versuchen. Mit viel Enthusiasmus gehe ich am frühen Morgen ans Werk, doch leider bleibt der Erfolg aus. Trotzdem bleibt die Stimmung entspannt und wir geniessen die Zeit in der Natur.
Oświęcim
Es dürfte weitgehend bekannt sein, um welche Art von Gedenkstätte es sich hier handelt. Die Besichtigung von Auschwitz-Birkenau empfehle ich auf jeden Fall mit einer Führung, die entweder 3,5 oder 6 Stunden dauert. Dabei kann man die Sprache wählen, die einem am meisten zusagt. Unser Guide war eine Polin, die jedoch hervorragend Deutsch sprach. Sie erzählte uns viele eindrucksvolle und erschütternde Details über die menschenunwürdigen Gräueltaten des NS-Regimes.
Jelcz-Laskowice
Eigentlich planen wir ein paar sonnige Tage an einem See, doch es kommt oft anders als man denkt. Der Start ist noch vielversprechend: Am ersten Abend sitzen wir beim Abendessen gemütlich draussen und geniessen die lauschige Nacht.
Doch schon am nächsten Morgen schlägt das Wetter um. Es regnet vier Tage lang fast ununterbrochen. In dieser Situation ergibt sich jedoch eine ungeplante Gelegenheit: Wir probieren unsere Tauchpumpe aus. Und siehe da – sie funktioniert einwandfrei! So nutzen wir die Zeit und füllen unseren Wassertank direkt mit dem Seewasser auf.
Wroclaw
„WrocLove“ – so nennen die Einwohner ihre Stadt liebevoll. Als ehemalige europäische Kulturhauptstadt zählt Breslau zweifellos zu den schönsten und beliebtesten Reisezielen Polens. Bis heute versprüht die Stadt an der Oder einen unvergleichlichen Charme, der Besucher sofort in seinen Bann zieht.
Die Zwerge von Breslau
Unter den unzähligen Sehenswürdigkeiten ragen die wohl kuriosesten Bewohner heraus: die Zwerge von Breslau. Inzwischen bevölkern mehr als 230 dieser kleinen Bronzestatuen das Stadtbild. Ihre Geschichte wurzelt in der avantgardistischen, antikommunistischen Bewegung „Orangene Alternative“ (Pomarańczowa Alternatywa) der 1980er-Jahre.
Damals werden die ersten Zwerge im öffentlichen Raum platziert – getragen von der Botschaft: „Humor ist die beste Waffe gegen Unterdrückung“. Es ist eine kreative Rebellion gegen das kommunistische Regime, die bis heute im Stadtbild lebendig bleibt.
Stumme Zeugen des Widerstands
Auch das beeindruckende Denkmal der „anonymen Passanten“ richtet sich gegen das einstige Regime. Es symbolisiert das Leben unter dem Kriegsrecht und ehrt die Errungenschaften jener Menschen, die in den Untergrund abtauchen mussten, um gegen den Kommunismus zu kämpfen.
Den vielfältigen Eindruck dieser Stadt lassen wir am Abend im Park Szczytnicki ausklingen. Dort bietet der berühmte Multimediabrunnen ein faszinierendes Schauspiel aus Licht und Wasser, das den Tag perfekt abrundet.
Liw
Bei der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz gelingt uns wieder einmal ein echter Volltreffer: Wir stehen auf einem Parkplatz direkt bei einer mittelalterlichen Burg. Eine große Wiese grenzt unmittelbar an den Fluss Liwiec an. Im Sommer bietet sich hier eine wunderbare Bademöglichkeit. Es gefällt uns so gut, dass wir drei Tage bleiben. Wir genießen die sonnigen Tage mit Spaziergängen am Fluss entlang, erkunden das Dorf und besuchen die imposante Burganlage.
Die massive Burganlage entsteht im 15. Jahrhundert als Grenzfeste zwischen dem damaligen Herzogtum Masowien und dem Großfürstentum Litauen. Sie thront auf einer künstlichen Insel im Schwemmgebiet des Flusses. Bis heute bleiben ein markanter Turm sowie Mauerreste der ursprünglichen Festung und das barocke Palais der Starosten von Liw erhalten. Seit den 60er-Jahren beherbergt die Anlage ein Museum, das die Geschichte der Region lebendig hält.





































































