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2021.11.23 – 2021.12.14 Spanien

Zsolt
Zsolt – 2021.11.23 – 2021.12.14 Spanien

Durch Spanien, Teil 1

Col de Belitres

Wir überqueren die Grenze zu Spanien über den Col de Belitres. Es ist sicher nicht der kürzeste oder einfachste Weg, die Iberische Halbinsel zu erreichen, doch diese Strecke zu befahren, macht deutlich mehr Spass, als stundenlang eintönige Kilometer auf der Autobahn abzuwälzen.

Zudem ist die Aussicht von dieser kurvenreichen Bergstrasse einfach überwältigend. Der Blick auf die zerklüftete Küste und das tiefblaue Mittelmeer entschädigt für jede Serpentine und markiert einen perfekten Start für unser neues Abenteuer in Spanien.

Girona

Unser erster Halt ist Girona. Der einfache Wohnmobilstellplatz mitten in der Stadt verfügt über eine Ver- und Entsorgungsstation und ist sehr optimal gelegen. Bevor wir die charmante Provinzhauptstadt besichtigen, besorgen wir uns eine Yoigo-Prepaidkarte mit 100 GB pro Monat für 35 Euro, um digital gut versorgt zu sein.

Wir haben leider nicht so gutes Wetter, wie wir es uns erhofft hatten. Doch ein Spaziergang am Fluss Onyar entlang, vorbei an den berühmten farbigen Häusern, lohnt sich selbst bei Regen und sorgt für eine ganz besondere Atmosphäre.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen im „Patronat Call de Girona“. Hier erkunden wir zahlreiche alte Gebäude und verwinkelte Gassen. Besonders beeindruckend ist die Kathedrale Santa Maria mit der begehbaren Stadtmauer. Von dort oben geniessen wir einen herrlichen Ausblick über die gesamte Stadt.

Pantà de Sau

Der Pantà de Sau ist ein Stausee des Flusses Ter in der Provinz Barcelona. Er wird 1962 vollendet und spielt seither eine entscheidende Rolle bei der Wasserversorgung Kataloniens. Besonders markant ist der aus dem Wasser ragende Kirchenturm, der an eine traurige Geschichte erinnert: Wegen des Staudammbaus müssen die Bewohner mehrerer Dörfer ihre Heimat verlassen und in den neu angelegten Ort Vilanova de Sau umsiedeln.

Wir fahren bis zum obersten Parkplatz, wo wir eine offene Schranke vorfinden. Hier verbringen wir mit unserem Body zwei sehr ruhige Nächte. Ab und zu kommen Spaziergänger vorbei, doch ansonsten sind wir ganz allein. Von diesem Ausgangspunkt aus startet eine etwa zweistündige Wanderroute, die oberhalb des Seeufers entlang der Felswände führt und uns ein herrliches Panorama auf die Umgebung bietet.

Am dritten Tag bekommen wir Besuch vom Parkwächter. Er bittet uns freundlich, den Platz zu verlassen, da die Schranke nun geschlossen werden muss. Die Zeit reicht uns jedoch völlig aus, um die Gegend ausgiebig zu erkunden und die besondere Atmosphäre dieses Ortes aufzusaugen.

Wir fahren zurück an die Küste und finden dort einige wunderschöne Strände, die wir fast für uns allein haben. Diese Ruhe ist herrlich, und wir geniessen die langen Spaziergänge am Wasser in vollen Zügen.

Wir kosten diese friedlichen Momente aus, denn wir wissen: Weiter im Süden wird sich diese Situation mächtig ändern. Dort erwartet uns deutlich mehr Trubel, weshalb wir die aktuelle Einsamkeit am Meer umso mehr schätzen.

Yátova

Nach einigen Tagen am Meer zieht es uns wieder ins Landesinnere. Yátova liegt etwa 50 km entfernt in den Bergen und beherbergt einen wunderschönen Ort: die Cueva de las Palomas. Hier stürzt ein beeindruckender, 20 Meter hoher Wasserfall über eine Höhle in die Tiefe.

Vom Parkplatz aus starten mehrere Wanderwege in verschiedene Richtungen. Wir entscheiden uns für die Route zur Höhle und wandern von dort weiter auf das gegenüberliegende Plateau. Der Weg führt uns an verlassenen Häusern und knorrigen Olivenbäumen vorbei. Nach etwa zwei Stunden kehren wir mit vielen neuen Eindrücken zu unserem Wohnmobil zurück.

Der kostenlose Parkplatz bietet eine gute Infrastruktur mit Toiletten, Waschbecken und einigen offenen Grillstellen. Wir sind von der Schönheit und Ruhe dieser Gegend so begeistert, dass wir beschliessen, hier ein paar wunderbare Tage zu verbringen und die Natur in vollen Zügen zu geniessen.

Weiter südlich erwarten uns Parkplätze an den Stränden, die dicht mit Wohnmobilen verstellt sind. Die Landschaft ist zwar sehr schön, aber wir fühlen uns wie auf einem riesigen Wohnmobilstellplatz – morgens fahren sogar mehrere Bäcker mit frischen Brötchen vorbei! In der Hoffnung, einen ruhigen Platz zu finden, machen wir uns auf den Weg Richtung Nationalpark Cabo de Gata-Níjar.

San Miguel de Cabo de Gata

An der südwestlichen Küste des Naturparks finden wir hinter dem Faro de Cabo de Gata einen schönen Sandstrand. In der ehemaligen Fischersiedlung San Miguel de Cabo de Gata wollen wir uns an der einzigen ganzjährig offenen Strandbar gemütlich machen und den Sonnenuntergang geniessen. Doch es kommt anders: Wir versenken unseren Body voll im Sand. Nach zwei Stunden mühsamen Schaufelns bieten zwei Kitesurfer ihre Hilfe an. Gemeinsam befreien wir das Fahrzeug aus der misslichen Lage.

Nach dieser Aufregung vergeht uns die Lust auf Sandstrände. Wir fahren direkt zum Faro de Cabo de Gata, wo wir schliesslich doch noch entspannt den Sonnenuntergang beobachten. Am nächsten Tag nehmen wir den steilen Weg hinter dem Leuchtturm in Angriff und wandern zum Torreón de la Vela Blanca. Für den anstrengenden Aufstieg auf 193 m ü. M. werden wir mit einer atemberaubenden Aussicht auf das Mermaid Reef belohnt – ein faszinierender, längst erloschener vulkanischer Schornstein.

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