2022.09.02 – 09.13 British Columbia
British Columbia
Stewart-Cassiar Highway
Nach unserer Zeit in Alaska erreichen wir in ein paar Tagen, kurz vor Watson Lake, die Abzweigung auf den Stewart-Cassiar Highway (US 37). Diese 724 Kilometer lange Strecke bietet uns eine landschaftlich höchst reizvolle Alternative zum viel befahrenen Alaska Highway, um nach British Columbia zu gelangen. Die Route, die auch als Dease Lake Highway bekannt ist, führt uns tief in die unberührte Natur des kanadischen Westens. Wir geniessen die deutlich ruhigere Atmosphäre auf der Strasse und lassen die weiten Ausblicke auf uns wirken.
Good Hope Lake
Unseren ersten Halt machen wir am Good Hope Lake. Dieser Ort ist einfach traumhaft! Man kann hier wunderbar am Ufer entlang wandern oder sich ein Kanu mieten, um die versteckten Buchten vom Wasser aus zu erkunden. Wir nutzen die Gelegenheit, um Vögel zu beobachten und halten Ausschau nach den beeindruckenden Biberbauten. Es herrscht eine friedliche Stille, die wir nach den touristischen Erlebnissen in den Städten sehr geniessen. Ein wirklich schöner Fleck Erde hier!
Telegraph Creek
Von Dease Lake aus führt uns eine 112 Kilometer lange Gravelroad tief in das Hinterland zu einer von First Nations bewohnten Siedlung: Telegraph Creek. In der Zeit des Goldrauschs war dies eine bedeutende Verbindungsstation zum Yukon. Je weiter wir durch den spektakulären Canyon des Stikine Rivers fahren, desto mehr werden wir von atemberaubenden Landschaften begrüsst. Die Strecke erfordert jedoch höchste Konzentration: Enge Passagen direkt an den Canyonwänden, scharfe Serpentinen und Steigungen von bis zu 20 % fordern uns und unser Fahrzeug heraus. Auf diesem Weg haben wir das Gefühl, um 100 Jahre in die Vergangenheit versetzt zu werden.
An einem Aussichtspunkt hält ein Pickup neben uns an. Ein Ehepaar der First Nations fragt uns ausgiebig aus, was uns in ihr Land führt. Wir spüren ihre tiefe Besorgnis um ihren Lebensraum und hören aufmerksam zu, als sie von den Problemen mit illegalen Jägern erzählen. Sie raten uns eindringlich von Fahrten auf dem unberechenbaren Fluss ab, der schon vielen Menschen das Leben gekostet hat. Die rund 400 Einwohner von Telegraph Creek gehören grösstenteils den Tahltan First Nations an und bemühen sich bis heute, ihre kulturellen Traditionen zu bewahren. Die Strasse endet schliesslich an einem alten Friedhof mitten im Wald – ein absolut einsames und beeindruckendes Highlight unserer bisherigen Reise.
Stewart und Hyder
Die nächste Abzweigung führt uns auf der US 37A direkt nach Stewart. Unser Hauptziel hier ist es, die schwimmenden Lachse zu beobachten, wie sie ihren beschwerlichen Weg zu ihrem Geburtsort zurücklegen, um dort ihre Eier zu legen. Obwohl wir für dieses Spektakel eigentlich schon fast zu spät dran sind, haben wir Glück: Bei einem kurzen Spaziergang am Bach entlang können wir tatsächlich noch ein paar Exemplare entdecken. Von Stewart aus sind es nur 37 Kilometer bis zum Salmon Glacier. Die Strecke führt uns über die Grenze nach Hyder auf US-amerikanisches Gebiet. Es ist ein faszinierendes Gefühl, für diesen Ausflug kurzzeitig wieder in Alaska zu sein.
Der Salmon Glacier
Die Fahrt zum Gletscher führt über eine sehr holperige und steile Naturstrasse, die an alten Minen vorbeiführt. Je höher wir kommen, desto rauer wird die Umgebung, bis wir schliesslich die Aussichtspunkte und die wissenschaftlichen Stationen erreichen. Trotz des schlechten Wetters geniessen wir den spektakulären Blick auf den Salmon Glacier direkt von unserem Parkplatz aus. Hier schlagen wir für heute unser Nachtlager auf. Es ist ein tief beeindruckendes Panorama: Wir verbringen die Nacht in absoluter Stille, hoch über dem gewaltigen Eisstrom, der sich majestätisch durch die Bergwelt schiebt.
Kurs Süd: Der Wettlauf mit dem Visum
Da wir ein B2-Visum für die USA besitzen, dürfen wir uns innerhalb von 10 Jahren jedes Jahr bis zu 180 Tage in den Vereinigten Staaten aufhalten. Da unsere Zeitrechnung bereits mit dem Grenzübertritt nach Alaska begonnen hat, bleiben uns nach den dortigen 30 Tagen noch genau 150 Tage für den Rest der USA übrig. Da wir noch unzählige Ziele und Gebiete anfahren wollen, entscheiden wir uns, so schnell wie möglich durch British Columbia in Richtung der amerikanischen Grenze zu fahren. Ein zweiter wesentlicher Aspekt für unser Tempo ist das Wetter: Nachdem wir den Norden als sehr regnerisch erleben mussten, zieht es uns nun mit grosser Vorfreude der südlichen Wärme entgegen.
Kurze Highlights entlang der Stewart-Cassiar Highway
Trotz unseres zügigen Tempos lassen wir uns einige Schönheiten am Wegrand nicht entgehen. Wir nutzen die Fahrt auf dem Stewart-Cassiar Highway und den weiteren Strassen für kurze, lohnenswerte Stopps. Wir besuchen den idyllischen Bonus Lake und den Cobb Lake, passieren Prince George und werfen einen Blick auf den geschichtsträchtigen Lightning Creek. Auch der Mount Begbie Lookout bietet uns noch einmal ein beeindruckendes Panorama dieser Region, während wir Kilometer um Kilometer nach Süden gutmachen.


























































