2023.12.06 – 12.31 Mexiko
Mexiko zum zweiten, Teil 1
Einreise nach Mexiko
Über die Brücke fahren und zu einem freien Häuschen einspuren ⚠️ Beifahrer vorher aussteigen! – zu Fuss durch das Immigration-Gebäude für Fussgänger gehen.
Mit dem Fahrzeug etwas vorfahren
→ Der TIP wird kontrolliert (wir haben bereits einen, gültig für 10 Jahre)
→ Das Fahrzeug wird innen inspiziert
→ Frische Früchte, Gemüse und Fleisch sind verboten
→ Unsere Zwiebeln und Äpfel sorgten für grosse Augen – aber es war okay 😅
→ Kühlschrank blieb zu, aber fast alle Kleiderschränke wurden geöffnet – sie hatte wohl Spass an den Möbelknöpfen…
→ Weiterfahren, rechts parken und zu Fuss zurück zum Immigration Office
→ Reisepass abgeben, Formular ausfüllen (Name, Geburtsdatum etc.)
→ Visagebühr von 687 Pesos pro Person bei BANJERCITO einzahlen (bar oder Karte)
→ Mit dem Beleg zurück zum Zollschalter
→ Man wird gefragt, wie lange und wohin man in Mexiko reisen möchte
→ Wir bekommen 180 Tage Aufenthalt – juhui! 🎉
Playa Brasil
Ein neues Kapitel beginnt: Wir sind zurück in Mexiko und haben erneut 180 Tage Aufenthalt vor uns. Bei sommerlichen 35 °C begrüsst uns die Pazifikküste mit ihrer typischen Feuchtigkeit. Es fühlt sich fast ein wenig wie Heimkommen an, als wir die bekannten Schilder von OXXO, Chedraui und Soriana am Strassenrand entdecken.
Doch die Rückreise zeigt uns auch die unschönen Seiten dieser Region. Hunderte, wenn nicht tausende Migranten ziehen entlang der Strasse unaufhaltsam Richtung Norden. Bei einer kleinen Gruppe mit Kleinkindern halten wir an und geben ihnen Wasser und Schokolade. Sie berichten, dass sie aus Venezuela kommen und das ferne Ziel USA vor Augen haben. Nach einem kurzen Dankeschön ziehen sie weiter – mit dem Wissen, dass sie noch etwa 3500 Kilometer Fussmarsch vor sich haben. Eine Begegnung, die uns nachdenklich stimmt.
Da die Strecke nur wenige ansprechende Übernachtungsmöglichkeiten bietet, verbringen wir die erste Nacht pragmatisch an einer PEMEX-Tankstelle. Die zweite Nacht führt uns schliesslich an die Playa Brasil. Nach einem entspannten Spaziergang am Meer und einem malerischen Sonnenuntergang lassen wir uns im Restaurant Sal Marina verwöhnen. Der gratinierte Pulpo und der fangfrische Fisch mit Beilagen sind ein wahrer Genuss. Leider meint es das Wetter in der Nacht weniger gut mit uns: Ein stürmischer Wind sorgt für eine sehr unruhige Nacht mit wenig Schlaf.
Kaum haben wir die Playa Brasil hinter uns gelassen, legt sich der stürmische Wind – fast so, als wollte er uns nur zum Abschied noch einmal ordentlich durchschütteln. Dass diese Gegend für ihre heftigen Böen bekannt ist, bezeugen die hunderte von Windgeneratoren, die hier die Landschaft prägen und die enorme Energie der Luftmassen nutzen.
Unterwegs steigt plötzlich eine riesige, tiefschwarze Rauchsäule in den Himmel. Als wir näher kommen, wird uns das ganze Ausmass eines gewaltigen Waldbrandes bewusst. Bei der Trockenheit und dem ständigen Wind haben die Flammen leichtes Spiel, sich rasant und unkontrolliert über die Vegetation auszubreiten – ein ebenso beängstigender wie imposanter Anblick.
Am Nachmittag weicht die Anspannung der Fahrt einer grossen Freude: In San Augustin gibt es ein herzliches Wiedersehen mit Hannele und John. Nach den einsamen Kilometern und den Eindrücken der letzten Tage tut es gut, wieder vertraute Gesichter zu sehen und gemeinsam Zeit zu verbringen.
Playa el Tomatal
An einem traumhaften Strandabschnitt treffen wir uns mit Susanne und Hans-Peter von @henriette2.0_on_tour. Es ist ein wunderbarer Ort, um die Seele baumeln zu lassen, und so verbringen wir zwei tolle Tage in bester Gesellschaft. Wir geniessen die Zeit am Meer, tauschen Reisegeschichten aus und lassen die Welt einfach mal kurz stillstehen.
Während eines Strandspaziergangs machen wir eine ganz besondere Entdeckung: Wir finden ein frisch geschlüpftes Schildkröten-Baby, das sich gerade ganz allein den mühsamen Weg durch den Sand ins rettende Meer erkämpfen muss. Wir taufen den kleinen Kerl spontan César und feuern ihn innerlich an: „Go César, go!“ Es ist tief beeindruckend zu sehen, mit welcher Instinktkraft und Ausdauer dieses winzige Wesen gegen die Wellen ankämpft, bis es schliesslich vom Ozean aufgenommen wird. Wir hoffen sehr, dass Willy seinen Weg in der grossen Freiheit findet!
San Sebastian de las Grutas
Nach der Hitze der Küste empfängt uns San Sebastian de las Grutas mit perfektem Reisewetter um die 22 °C. Wir finden einen guten Platz beim Centro Ecoturistico, wo wir für 100 Pesos pro Nacht stehen können. Die kühle Bergluft lädt direkt dazu ein, die Umgebung zu erkunden.
Eine kleine Wanderung führt uns hinauf in die Berge zu einer riesigen Höhle. Das Ausmass der Grotte ist beeindruckend – man könnte sie komplett durchqueren und auf der anderen Seite bei einem Eisentor wieder ins Freie treten. Da dieser Durchgang jedoch nur mit einem Guide erlaubt ist (was 200 Pesos pro Person gekostet hätte), belassen wir es bei der Besichtigung auf eigene Faust und geniessen die mystische Stimmung am Eingang.
Die milden Temperaturen machen richtig Lust auf Bewegung, und so laufen wir nach der Höhlentour noch hinunter ins Dorf. Es ist herrlich, ohne Schweissausbrüche durch die Strassen zu schlendern und das lokale Leben in diesem abgelegenen Teil Mexikos zu beobachten. Ein gelungener Tag in den Bergen!
Reserva de la Biosfera Santuario
Nach drei intensiven Fahrtagen erreichen wir schliesslich unser Ziel: Senguio, das Tor zur Reserva de la Biosfera Santuario. Der Empfang ist buchstäblich eiskalt. Auf einer Höhe von etwa 3200 m ü. M. begrüsst uns das Thermometer mit bescheidenen 8 °C. In der Nacht sinken die Temperaturen sogar noch weiter, sodass wir am Morgen bei frostigen -3 °C aufwachen 🥶. Ein krasser Gegensatz zu den sommerlichen Temperaturen der letzten Wochen!
Doch trotz der Kälte ist die Vorfreude riesig. Wir sind hier, um ein wahres Naturwunder zu erleben: die Wanderung der Monarchfalter. Millionen dieser filigranen Geschöpfe legen jährlich eine unglaubliche Distanz von über 5000 Kilometern zurück, um in den oyameltannengekrönten Bergen Mexikos zu überwintern.
Der Weg zu ihnen verlangt uns in der dünnen Höhenluft einiges ab: Etwa eine Stunde wandern wir bergauf, bis wir schliesslich die Kolonie erreichen. Und plötzlich passiert es: Tausende von orangefarbenen Faltern huschen um uns herum! Der Wald scheint förmlich zu atmen und zu leuchten. Es ist ein unbeschreibliches Erlebnis, inmitten dieses flirrenden Farbenmeers zu stehen. Um dieses einzigartige Naturschauspiel erleben zu dürfen, sind wir einfach nur unendlich dankbar.
Santa Elena
Für die Festtage haben wir bei @charly’s.rv park Anker gesetzt, um für ein paar Tage die Beine hochzulegen und richtig auszuspannen. Es ist ein schönes Gefühl, nach den vielen Kilometern auf der Strasse einen gemütlichen Ort für die Weihnachtszeit gefunden zu haben.
Ein grosses Highlight war die Einladung von @charlys_restaurant_gourmet: Alle Overlander, die derzeit auf dem Platz stehen, wurden zu einem gemeinsamen Weihnachtsessen eingeladen. Es war ein wunderbarer Abend mit hervorragendem Essen und einem sehr lustigen Zusammensein unter Gleichgesinnten. Geschichten wurden ausgetauscht, es wurde viel gelacht und die weihnachtliche Stimmung in dieser besonderen Runde genossen.
Ein ganz herzliches Dankeschön an die Organisatoren für diese tolle Geste und die perfekte Bewirtung!































































