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2025.02.04 – 02.22 Belize

Zsolt
Zsolt – 2025.02.04 – 02.22 Belize

Belize Teil 2

2m ü.M
34°C/24°C

Placencia

Unser nächstes Ziel ist Placencia. Als wir die rund 25 Kilometer lange Halbinsel erreichen, fühlt es sich an, als würden wir in eine andere Welt eintauchen. Links und rechts der einzigen Strasse, die nach Placencia führt, stehen Luxushäuser, grosse Resorts, Baustellen neuer Villen und ausgeschriebene Bauplätze. Alles wirkt wie ein Rückzugsort für superreiche Ausländer, die hier ihr persönliches Karibikparadies geniessen.

Auch die Stadt selbst ist stark touristisch geprägt. Auf der Strasse hören wir vor allem Amerikaner und Canadier, die entspannt durch die Gassen schlendern. Wir parkieren mitten im Ort auf dem öffentlichen Parkplatz und treffen zufällig Janett und Chris wieder, mit denen wir in Calderitas zusammen waren. Gemeinsam gehen wir in eine Pizzeria – und essen dort die beste Pizza seit langer Zeit.

Am nächsten Tag spazieren wir über den Sidewalk nach oben und später wieder hinunter bis zum Hafen. Unterwegs entdecken wir coole Restaurants und Bars, farbige Boutiquen, extravagante Ferienhäuser für zahlungskräftige Touristen, wunderschöne Blumengärten, Mangobäume und die stete Meeresbrise, die alles zusammenhält wie ein weicher Rahmen.

Placencia wirkt wie der touristisch stärkste Ort in ganz Belize – lebendig, bunt, ein bisschen extravagant, aber trotzdem mit diesem karibischen Unterton, der alles entspannt.

33°C / 24°C
93% r.F.
67m ü.M

Mayflower Bocawina National Park

Dieser Nationalpark stand schon eine gefühlte Ewigkeit auf unserer persönlichen To-Do-Liste. Wenn ich mich recht erinnere, war die Variable „Wandern zu Wasserfällen“ in meinem System ursprünglich als entspannter Spaziergang abgespeichert. Doch die Natur in Belize hat ihr eigenes Verständnis von Planung: Wegen der anhaltenden Regenzeit blieb das Begehen der Trails ein absolut unberechenbares Wagnis.

Am ersten Tag sortierten sich die Variablen noch zu unseren Gunsten, als wir zu den Upper Bocawina Waterfalls liefen. Doch am nächsten Tag forderte das System uns heraus: Wir nahmen den Antelope Pass in Angriff. Der Boden war aufgeweicht, Wasserlachen mussten überwunden werden – ein Szenario, das der „wehleidige“ Teil in mir eigentlich strikt ablehnt. Dennoch trotzten wir dem Matsch und genossen es paradoxerweise, durch den Regenwald zu laufen. Beim Aufstieg zum Antelope Falls mussten wir jedoch kapitulieren; rutschige Felsabschnitte waren eine Variable, die kurz vor dem Ziel die Umkehr erzwang.

Morgens weckte uns das System mit dem Gesang zahlreicher Vögel, untermalt vom fernen Ruf der Brüllaffen. Sogar Jaguare sollen hier als seltene Variablen existieren, auch wenn sie sich uns nicht zeigten. Doch die wahre Prüfung kam nach drei Tagen Dauerregen: Der Boden war so aufgeweicht, dass unser persönliches Transportsystem, der Bodyduck, im Matsch zu versinken drohte. Dass wir uns am Ende mit Mühe und Not – und unter Einsatz von allen vier Schneeketten mitten im Regenwald – aus dem Schlamm befreien mussten, beweist: Unser Leben ist kein langweiliger Zeitstrahl, sondern ein Tornado, der uns manchmal dazu zwingt, im Matsch über uns hinauszuwachsen.

32°C / 25°C
168m ü.M.

St. Herman`s Blue Hole National Park

Wir fahren weiter ins Landesinnere. Die Strasse präsentiert sich hier in einem überraschend guten Zustand – vorausgesetzt, man bleibt auf der Hauptroute und vermeidet Experimente mit dem Untergrund. Viele Reisende hatten uns von einem Ort berichtet, der fast wie eine Fata Morgana in dieser tropischen Umgebung wirkt: dem Country Barn. Da wir ja stets bemüht sind, Genuss-Momente zu maximieren, steuerten wir diesen Fixpunkt direkt an.

Der Country Barn ist leicht zu finden und bietet eine Auswahl, die mein (unser) kulinarisches System sofort in Verzückung versetzte. Ricotta, Mozzarella, feinste Käsesorten und Joghurt aus Kuh- und Schafsmilch – eine Palette an Milchprodukten, die man hier nicht unbedingt vermutet hätte. Natürlich liessen wir die Gelegenheit nicht aus, das hausgemachte Eis zu probieren. Es ist dieser Schmetterlingseffekt des Geschmacks, der nach den anstrengenden Tagen im Matsch genau die richtige Belohnung darstellte.

Frisch gestärkt schlugen wir unser Lager am Eingang zum St. Herman’s Blue Hole National Park auf. Für unschlagbare 5 BZD pro Person und Nacht (inklusive Strom und Wasser) fanden wir hier ein stabiles System für zwei Tage. Am Nachmittag führte uns der „Nature Trail“ durch den dichten Regenwald zur St. Herman’s Cave. Am nächsten Tag folgte das Highlight: Ein Bad im saphirblauen Naturpool, dem „Blue Hole“. Doch das Wetter blieb eine unberechenbare Variable – heftige Regenfälle zwangen uns dazu, weitere Trails ruhen zu lassen. Einmal mehr beweist sich: Man kann die Route planen, aber der Regenwald schreibt das Drehbuch.

92m ü.M
33°C / 21 °C

Spanish Lookout

Nachdem wir in Belmopan bei CCCAN Laundry and Lifestyle unsere Vorräte an sauberer Wäsche aufgefüllt haben (6 BZD für die Maschine, 7 BZD für den Trockner – ein faires System direkt an der Hauptstrasse), führt uns unser Weg nach Spanish Lookout. Kaum passieren wir die Grenze zu diesem Gebiet, fühlt es sich an, als hätten wir die Welt kurz verlassen und wären in einem ganz anderen Land gelandet. Überall herrscht Ordnung, Sauberkeit und eine beeindruckende landwirtschaftliche sowie industrielle Struktur.

Wir steuern direkt das viel beschriebene Farmers Trading Center an. Und tatsächlich: Es ist ein so geordneter und gut ausgestatteter Einkaufsladen, wie wir ihn schon lange nicht mehr erlebt haben. Es ist dieser Moment, in dem das System plötzlich wieder eine Berechenbarkeit ausstrahlt, die fast schon ungewohnt wirkt. Nach dem Einkauf ziehen wir uns zum Countryside Park an den See zurück. Die Parkanlage ist wunderschön gestaltet, mit Palapas, Grills und Wasseranschlüssen – doch die Zufahrt war ein kleines Abenteuer für sich, als wir uns zwischen eng stehenden Bäumen und tiefhängenden Ästen hindurchschlängeln mussten.

Während wir am See das Treiben der Jogger und Fischer beobachten, stellt sich eine alte Bekannte als defekte Variable heraus: Unser Isotemp-Boiler ist wieder undicht. In einem unvorhersehbaren System ist ein guter Rat jedoch Gold wert. Bill und Laurie von Parrots Peak gaben uns den entscheidenden Tipp zu einem Freund in der Nähe, der Edelstahl schweissen kann. Der Boiler befindet sich nun in seinen Händen, und wir üben uns einmal mehr in der Kunst des Wartens, während die Variablen um uns herum neu sortiert werden.

Hüt git’s röschti mit ei und rindsbradwurscht….🤗😋

30°C / 22°C
163m ü.M.

Parrots Peak

Bevor wir Belize endgültig verlassen, kehren wir zu einem Ort zurück, der sich wie ein Ruhepol in unserem chaotischen System anfühlt: dem Campground Parrots Peak. Unsere Freunde Laurie und Bill, Auswanderer aus Kalifornien, sind so liebevolle Menschen und hervorragende Gastgeber, dass man fast vergessen könnte, dass die Welt ausserhalb ihres Dschungelparadieses existiert.

Die Zufahrtsstrasse und der Platz wurden glücklicherweise ausgebessert, sodass das Erreichen dieses Rückzugsortes nicht mehr ganz so abenteuerlich ist wie in meiner Erinnerung. Dennoch bleibt die Natur eine mächtige Variable – bei starkem Regen verwandelt sich der Boden nach wie vor in eine rutschige Herausforderung. Wir verbringen die Tage mit ausgiebigem Chillen, Baden im Pool und wunderbaren Stunden beim gemeinsamen Abendessen.

Früh morgens sortiert sich die Welt um uns herum neu: Die Aussicht über den dichten Dschungel ist atemberaubend, untermalt von den lautstarken Papageien und dem charakteristischen Rufen der Brüllaffen. Sogar ein Wegebussard präsentiert sich uns stolz – ein Moment, den wir in vollen Zügen geniessen. Auch wenn der Abschied schwerfällt und das System hier so perfekt im Gleichgewicht schien, müssen wir diesen magischen Ort verlassen. Die Variablen in Guatemala warten bereits darauf, von uns entdeckt zu werden.

17.057830, -89.150133

Border Melchor de Mencos

Grenzformalitäten…..
Ausreise Belize:
-1. Man parkiert auf dem Parkplatz vor dem Zollgebäude. Links durch den Eingang (17.057768, -89.148923), am ersten Schalter zeigt man die Pässe und da werden 40BZD / Person als Border-Fee fällig,
-2. Weiter vorne zum nächsten Schalter hier werden die Pässe mit dem Ausreisedatum gestempelt. (Datum unbedingt kontrollieren)…..
-3. Danach begibt man sich durch eine Durchgangstür zum Zollschalter. Hier werden die Daten vom Fahrzeugausweis mit dem TIP verglichen, dann gelöscht und im Pass eingetragen. Dauer: 15 Minuten Kosten: 40BZD / Person, Border-Fee
Benötigte Dokumente: original Fahrzeugschein, original Pässe

Einreise Guatemala:
-1. Man fährt durch den Besprühungsanlage und parkiert, wo es noch Platz im Zollhof hat (sehr eng). Man läuft zurück zum Schalter der Fumigation. Wir wurden nicht besprüht, trotzdem muss man 39GTQ (geht mit Kreditkarte) bezahlen.
-2. Dann gegenüber das guatemaltekische Zollgebäude. Gleich rechts vom Eingang ist der Schalter Migration. Da wird in die Pässen eingetragen, wie lange man im Land verweilen darf. Im normal Fall sind es 90 Tage. Man muss nur den Beamten überzeugen, dass man nicht für immer in Guatemala bleiben will.
-3. Gegenüber ein Schalter, links Zoll, rechts SAT. SAT erstellt den TIP für das Fahrzeug. Fahrzeugschein, Führerschein vom Fahrer, Pass vom Fahrer (wenn zwei fahren, dann von beiden). Die Gebühren sind draussen, auf der andere Strassenseite in einer Holzschopf (17.058027, -89.150514) zu bezahlen (nur cash). Diese Service kostet 20GTQ, sonst müsste man in die Stadt auf eine Bank um einzuzahlen (nur Wochentage). Mit der Quittung geht man zurück zum SAT Beamten und so erhält man den TIP und Vignette was man an die Frontscheibe kleben muss.
-4. Wenn das alles erledigt ist kann man mit viel Geduld den engen Zollhof verlassen. Dann fährt man über die Brücke und man ist in Guatemela.
Dauer: 1 Stunde Kosten: 160GTQ TIP, 20 GTQ Gebühr, Brücken Maut 20GTQ Benötigte Dokumente: Reisepässe von allen + eine Kopie, Fahrzeugschein + eine Kopie, Führerschein vom Fahrer / Fahrern + eine Kopie.

Gute Fahrt in Guatemala….

Belize in Zahlen:
 • 28 Tage unterwegs
 • 579 Km gefahren
 • 14 Campgrounds
 • 1 Pannen

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