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2020.09.09 – 09.16. Polen

Zsolt
Zsolt – 2020.09.09 – 09.16. Polen

Durch Polen, Teil 1

Chocholow

Nach mehreren erfolglosen Versuchen, die Grenze von der Hohen Tatra nach Polen zu überqueren – bedingt durch Gewichtsbeschränkungen –, entscheiden wir uns, einen Umweg in Kauf zu nehmen. Unsere Route führt uns über die N59 bis zum Grenzübergang SVK 59 Trzcziana / POL 7 Chyżne.

Nach dem Grenzübertritt setzen wir unseren Weg fort und gelangen nach Chocholow. Das Dorf ist bekannt für seine traditionelle Holzarchitektur, die für diese Region charakteristisch ist. Viele der Häuser sind vollständig aus Holz gebaut, was Chocholow das Erscheinungsbild eines lebendigen Freilichtmuseums verleiht. Diese einzigartige Bauweise prägt den Ort und macht ihn zu einem besonderen Erlebnis für Besucher.

Zakopane

Was St. Moritz für die Schweiz ist, ist Zakopane für Polen: ein traditionsreicher und populärer Ferienort inmitten einer imposanten Berglandschaft. Die Stadt zieht jedes Jahr rund drei Millionen Besucher an, sodass auf einen Einwohner etwa hundert Touristen kommen. Diese enorme Beliebtheit macht Zakopane zum Zentrum des polnischen Tourismus.

Wir fahren mit der Zahnradbahn auf den Gubałówka, den Hausberg von Zakopane. Für viele Polen ist es ein Lebenstraum, diesen Berg einmal zu besuchen. Oben erwartet uns ein grandioses Panorama über die umliegenden Berge – ein Anblick, der die Reise lohnt. Allerdings ist das Erlebnis vom Massentourismus geprägt: Entlang des Spazierwegs reihen sich unzählige Souvenierbuden, die vor allem günstigen Krimskrams anbieten.

Wer dem Trubel entgehen möchte, nimmt stattdessen den Wanderweg, der als deutlich entspannter gilt und einen ruhigeren Zugang zur Berglandschaft bietet.

Zurück in der Stadt schlendern wir über die Promenade und geniessen das lebhafte Flair. Beim Mittagessen auf der Terrasse eines Restaurants haben wir einen hervorragenden Blick auf das bunte Treiben auf der Krupówki, der berühmten Einkaufs- und Flaniermeile von Zakopane.

Jezioro Czorsztynskie

Obwohl das Wildcampen in Polen offiziell verboten ist, wird es in der Praxis grosszügig toleriert. An vielen Orten sieht man Einheimische mit Zelten, Campern oder Wohnwagen, die ihre Wochenenden in der freien Natur verbringen. Diese entspannte Einstellung ermöglicht es Besuchern, die Schönheit des Landes selbstständig zu erkunden.

Wir finden einen schönen Platz am Jezioro Czorsztynskie-Stausee, an dem wir einige Tage das sonnige Wetter geniessen. Die ruhige Umgebung und das angenehme Klima laden dazu ein, Zeit draussen zu verbringen und die Natur zu erleben.

Bei einem Spaziergang auf dem gut ausgebauten Radweg entlang des Sees entdecken wir mehrere Gebäude aus dem 19. Jahrhundert. Diese stehen heute unter Denkmalschutz und wurden während des Stauseebaus 1997 von ihrem ursprünglichen Standort hierher versetzt. Bis vor kurzem dienen sie als Gaststätten, sind mittlerweile jedoch verlassen und wirken vernachlässigt.

Es lohnt sich, vom Ufer aus den Hügel hinaufzusteigen. Von dort eröffnet sich ein beeindruckender Blick auf den See und die umliegende Landschaft, der einen weiteren Höhepunkt unseres Aufenthalts darstellt.

Zalipie

Das Dorf Zalipie zeichnet sich heute durch seine kunstvoll bemalten Häuser aus. Seit dem frühen 19. Jahrhundert sind die Wohngebäude in Zalipie oftmals unzureichend belüftet, wodurch sich Ruß von den Kaminen an den Innenwänden absetzt. Um diese Verunreinigungen zu kaschieren, wird zunächst Kalk verwendet. Eine Bewohnerin entwickelt jedoch die innovative Idee, dem Problem mit künstlerischer Kreativität zu begegnen: Sie versieht die Wände mit floralen Motiven und verwandelt die Spuren des Alltags in dekorative Kunstwerke. Dieses florale Kunsthandwerk wird fortan von Generation zu Generation weitergegeben, insbesondere unter den Frauen des Dorfes. Gegenwärtig zieren die farbenfrohen Ornamente nicht nur die Fassaden, sondern auch Fenster, Möbel und Haushaltsgegenstände. Zwar erinnern die bunt gestalteten Häuser nicht unmittelbar an das Pfefferkuchenhaus aus den Märchen, doch zeichnen sich die Bewohner durch besondere Gastfreundschaft aus und heißen Besucher stets herzlich willkommen.

Krakau

Unser nächstes Ziel ist Krakau, die erste Grossstadt auf unserer Reise durch Polen. Für die Stadtbesichtigung nutzen wir erneut die bewährten Trottinetts, die uns flexibel und schnell durch die Strassen bringen.

Gedenkstätte – Platz der Helden des Ghettos

Auf dem Weg zum Museum Schindlers Fabrik halten wir am „Platz der Helden des Ghettos“. Dort stehen 70 überdimensionierte, graue Stühle – leer und eindrucksvoll. Dieses Mahnmal erinnert an die Tragödie der Ghettobewohner: Hier werden die jüdischen Einwohner für Selektionen und Deportationen in Konzentrationslager zusammengetrieben. Oskar Schindler rettet 1200 von ihnen, indem er sie in seiner Emaille Fabrik beschäftigt.

Museum Schindlers Fabrik

Das heutige Museum dokumentiert die Kriegsgeschichte Krakaus von 1939 bis 1945 und erzählt die Geschichten der von Schindler geretteten jüdischen Insassen des Konzentrationslagers Płaszów. Die Ausstellung konfrontiert die Besucher eindrucksvoll mit dieser tragischen Zeitgeschichte.
Am Nachmittag erkunden wir die Altstadt: Von der Marienkirche über die Tuchhalle und das Florianstor bis hin zum Barbakan. Die Burg Wawel, von 1040 bis 1795 Residenz der polnischen Könige, beherbergt die Kathedrale von Krakau sowie zahlreiche historische Gebäude. Ein Besuch lohnt sich nicht nur wegen der Geschichte, sondern auch wegen des schönen Burggartens und des beeindruckenden Panoramas über die Stadt.

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