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2022.03.15 – 04.04 Kanada wir kommen

Zsolt
Zsolt – 2022.03.15 – 04.04 Kanada wir kommen

Kanada wir kommen

Endspurt: Kurs auf Kanada

Das Abfahrtsdatum für die Verschiffung steht fest: Es ist der 19. März – fast auf den Tag genau zwei Jahre nach unserem ersten Anlauf. Wir freuen uns riesig und glauben fest daran, dass unser Traum dieses Mal endlich wahr wird. Nach einem angenehmen Winter in Spanien kehren wir Mitte Februar in die Schweiz zurück.

Abschied und letzte Handgriffe

In der Heimat stehen die letzten Vorbereitungen an. Zwei Wochen lang ist unser Terminkalender prall gefüllt: Wir erledigen letzte Besorgungen und verabschieden uns von unseren Liebsten. Es ist eine intensive Zeit voller Vorfreude und Abschiedsschmerz zugleich.

Aufbruch nach Norden

Nach diesen zwei ereignisreichen Wochen verlassen wir die Schweiz endgültig. Unser Weg führt uns nun Richtung Hamburg, von wo aus unser Body die Reise über den Atlantik antreten wird. Das grosse Abenteuer beginnt jetzt!

Leider verschiebt sich unser Verschiffungstermin bereits zum zweiten Mal – mal wegen schlechten Wetters, mal wegen Corona-bedingter Personalausfälle. Beim ersten Mal informiert uns Seabridge noch direkt, da sogar das Schiff gewechselt wird. Inzwischen schauen wir täglich selbst auf aclcargo.com nach dem aktuellen Fahrplan und verfolgen die Position unseres Schiffes via vesselfinder.com.

Wir müssen uns komplett neu organisieren. Unser Bodyduck tritt die grosse Reise diesmal allein an, statt wie ursprünglich geplant mit uns gemeinsam auf dem Schiff. Unseren Flug nach Halifax verschieben wir vorsichtshalber auf eine Woche nach dem Abgabetermin in Hamburg – eine gute Entscheidung, wie sich angesichts weiterer Verzögerungen zeigt.

Zwischenstopp bei Freunden

Obwohl wir eigentlich früher in Hamburg sein wollen, nutzen wir die gewonnene Zeit für einen Besuch bei Uschi und Christoph. Die gemeinsame Zeit mit den Freunden, die wir in Spanien kennengelernt haben, ist ein schöner Lichtblick inmitten des Planungschaos vor der grossen Überfahrt.

Die Vorbereitung für den Ozean

Für die Verschiffung müssen wir alles „seetauglich“ verstauen. Da die Fahrerkabine komplett leer sein muss, räumen wir diese aus und platzieren die Waschmaschine sowie die zwei Kühlboxen in den Kleiderschränken im Wohnraum um. Das stellt sich bei den bereits voll eingeräumten Schränken als echte Herausforderung heraus.

Nicht nur im Inneren herrscht Hochbetrieb: Wir putzen alles gründlich, decken das Bett und die Sitzgruppe ab und waschen den Body sowie das Motorrad auch von aussen. Zusätzlich wird das Fahrzeug im Hafen einer obligatorischen Unterbodenreinigung und Desinfizierung unterzogen. Dies ist eine strikte Vorgabe für die Einreise nach Kanada, um keine fremden Organismen einzuschleppen.

Die letzten Stunden vor dem Hafen

Die letzten zwei Tage verbringen wir auf dem Stellplatz Elbepark Bunthaus. Es herrscht eine Mischung aus emsigem Treiben und Momenten der Ruhe. Wir packen unsere Koffer und sichern die Fenster gegen Einbruch ab – auch wenn dies auf der Nordroute seltener vorkommt, gehen wir lieber auf Nummer sicher.

Zwischen den Erledigungen geniessen wir ausgiebige Spaziergänge auf dem Elbedamm. Die weite Sicht auf das Wasser beruhigt die Nerven, bevor es morgen ernst wird. Am letzten Abend lassen wir uns im Restaurant des Stellplatzes kulinarisch verwöhnen. Wir stossen mit voller Vorfreude auf das bevorstehende Abenteuer an – unser Traum von Kanada ist nun zum Greifen nah.

Hamburger Aprilwetter

Endlich ist es so weit! Am 29. März, vier Tage vor der geplanten Abfahrt des Schiffes, geben wir unseren Bodyduck im Hafen ab. Für die Beschreibung Fahrzeugabgabe hier klicken. Für die Zeit bis zu unserem Flug am 4. April haben wir uns in Wellingsbüttel, einem Vorort von Hamburg, über Airbnb eine kleine Wohnung gemietet. Die Lage ist ideal: Einkaufsmöglichkeiten und die S-Bahn, die uns in 20 Minuten ins Zentrum bringt, sind schnell erreicht.

Das Wetter meint es leider nicht gut mit uns. Eine eisige Bise weht uns um die Ohren, und am ersten Morgen werden wir sogar von zehn Zentimetern Neuschnee überrascht – Aprilwetter pur! Trotzdem lassen wir uns nicht beirren und fahren in die Innenstadt. Unsere Begeisterung, die Stadt bei dieser Kälte zu Fuss zu erkunden, hält allerdings nicht lange an.

Wir flüchten vor der Kälte in das beeindruckende Miniatur Wunderland und spazieren anschliesslich durch die historische Speicherstadt. Um die Stadt noch etwas bequemer zu geniessen, entscheiden wir uns für eine gemütliche Bootsfahrt auf der Alster, bevor wir uns wieder in unser warmes Quartier zurückziehen.

Gänsehaut-Moment am Elbufer

Am Samstag bessert sich das Wetter glücklicherweise ein wenig. Es ist der grosse Tag: Die Atlantic Sail, unser Schiff, soll heute den Hamburger Hafen verlassen. Nach einem Spaziergang über die Reeperbahn stehen wir pünktlich um 17 Uhr am Hafen. Doch das Auslaufen lässt zunächst auf sich warten.

Wegen der unangenehmen, eisigen Bise entscheiden wir uns nach einer halben Stunde Wartezeit, durch den Alten Elbtunnel auf die andere Seite zu spazieren. Kaum sind wir dort angekommen, legt unser Schiff ab. Es fährt direkt vor unserer Nase an uns vorbei – ein unglaublich beeindruckender Anblick, ein solches Riesenschiff aus dieser Nähe zu erleben!

Für uns ist das ein zutiefst emotionaler Moment, auf den wir schon so lange gewartet haben. Zu wissen, dass unser Bodyduck nun wirklich auf dem Weg über den Ozean ist, lässt die Vorfreude auf Kanada ins Unermessliche steigen. Jetzt trennen uns nur noch wenige Tage von unserem eigenen Flug.

Kurs auf Kanada

Am Montag, den 4. April, nehmen wir voller Vorfreude und Aufregung ein Taxi zum Flughafen. Wir sind gespannt, was alles auf uns zukommen mag, aber wir haben ein gutes Gefühl: Es kommt schon gut! Da Direktflüge mit Condor erst ab Mai angeboten werden, fliegen wir mit KLM via Amsterdam und Toronto nach Halifax.

Besonders praktisch: Seit dem 1. April ist für vollständig Geimpfte kein PCR-Test mehr für die Einreise nach Kanada vorgeschrieben, auch wenn am Flughafen weiterhin Stichproben durchgeführt werden können. Unser Flug startet um 15:00 Uhr nach Amsterdam, wo wir entspannt in die Boeing 777-200 nach Toronto umsteigen. Die Ankunft in Kanada verläuft absolut reibungslos.

Ein wenig Geduld muss man zwar aufbringen, während man sich mit den Menschenmengen durch die Schlangenkorridore treiben lässt, aber alles ist bestens organisiert. Die Monitore für die Selbstdeklaration sind in alle Sprachen umstellbar und sehr einfach zu bedienen. Nun sind wir endlich auf kanadischem Boden!

Der Einreisemarathon

Die Fragen am Automaten sind zahlreich: Haben wir Waffen, Drogen oder landwirtschaftliche Produkte dabei? Gehören wir einer terroristischen Vereinigung an? Auch der Grund des Besuches und die Aufenthaltsdauer müssen wahrheitsgetreu beantwortet werden. Zum Abschluss wird noch ein Foto gemacht.

An der nächsten Station kostet uns unsere ehrliche Antwort auf die Frage, was wir 180 Tage lang in Kanada planen, fast eine Stunde Zeit. Es dauert, bis wir endlich den begehrten Stempel mit dem Einreisedatum in unseren Pässen haben. Als wir schliesslich unser Gepäck abholen wollen, stehen wir vor einem leeren Fliessband. Ein kurzer Schreckmoment! Doch am Schalter erfahren wir die Erleichterung: Unsere Koffer wurden bereits direkt in das Flugzeug nach Halifax umgeladen. Von der strengen Zollkontrolle des Gepäcks merken wir also gar nichts.

Nach einer weiteren Stunde Wartezeit im Flugzeug wegen einer verspäteten Starterlaubnis beginnt die letzte Etappe unserer langen Anreise. Erst spät in der Nacht, gegen halb drei, landen wir schliesslich in Halifax. Alles ist gut gegangen – und das Wichtigste: Alle unsere Gepäckstücke sind wohlbehalten mit uns angekommen.

Willkommen in Halifax

Nach einer kurzen, 20-minütigen Taxifahrt erreichen wir unser Airbnb und fallen sofort in das langersehnte, kuschelige Bett. Unsere Gastgeber sind zwar nicht persönlich zu Hause, aber sie empfangen uns mit einem sehr netten Brief und einer Kontaktnummer für alle Fälle.

Die Wohnung übertrifft unsere Erwartungen: Im Kühlschrank warten bereits Lebensmittel und Getränke auf uns, und auch die Schränke sind mit Kaffee und Konserven bestückt. Wir sind mit der kleinen Unterkunft äusserst zufrieden. Es ist alles da, was wir brauchen – sogar eine Waschmaschine mit Trockner steht uns zur Verfügung.

Auch die Lage ist perfekt: Das Stadtzentrum von Halifax erreichen wir in nur 15 Minuten zu Fuss. Ein Einkaufszentrum und verschiedene kleine Restaurants befinden sich in unmittelbarer Nähe. Hier werden wir die nächsten Tage verbringen und uns gemütlich einrichten, bis unser Bodyduck endlich im Hafen ankommt und ebenfalls offiziell nach Kanada einreisen darf.

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