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2022.12.13 – 2022.01.06 USA Südstaaten

Zsolt
Zsolt – 2022.12.13 – 2022.01.06 USA Südstaaten

Durch die Südstaaten der USA, Teil 2

Borrego Springs

Wir erreichen Borrego Springs, eine charmante kleine Wüstenstadt in Kalifornien. Bekannt ist dieser Ort vor allem für den spektakulären Galleta Meadows Skulpturenpark. Über 130 riesige Metallfiguren des Künstlers Ricardo Breceda sind hier weitläufig in der Wüstenlandschaft verteilt. Wir stossen auf beeindruckende Kunstwerke, die von ausgestorbenen Tieren wie Dinosauriern und Säbelzahntigern bis hin zu historischen Figuren und fantasievollen Kreaturen reichen. Besonders der riesige Drache, der sich scheinbar durch den Wüstensand windet, ist ein unvergesslicher Anblick.

Anza-Borrego

Inmitten der Colorado-Wüste liegt der Anza-Borrego Desert State Park, der grösste State Park Kaliforniens. Wir verbringen hier einige Tage und geniessen die tiefe Ruhe der Natur in vollen Zügen. Ein besonderes Ziel unserer Erkundungen sind die Ruinen von Marshal South. Ein etwa 1,6 Kilometer langer Wanderweg führt uns hinauf zu den Überresten seines ehemaligen Zuhauses.

Yaquitepec auf dem Ghost Mountain

Zwischen 1930 und 1947 lebte der Schriftsteller Marshal South mit seiner Familie auf dem 365 Meter hohen Gipfel des Ghost Mountain. Er schuf dort oben seine ganz persönliche Oase namens Yaquitepec. Es ist beeindruckend, vor den Ruinen zu stehen und sich vorzustellen, wie die Familie hier oben fernab der Zivilisation ein autarkes Leben führte. Die Aussicht vom Gipfel über das Anza-Borrego-Tal ist schlichtweg atemberaubend und lässt uns verstehen, warum sie diesen Ort für ihr Lebensprojekt wählten.

Valley of the Names

Unser nächstes Ziel führt uns durch die endlose Weite der Sonora-Wüste. Es ist eine Landschaft, die puristischer nicht sein könnte: geprägt von feinem Sand, schroffen Felsen und den Silhouetten wehrhafter Kakteen. Mittendrin liegt das Valley of the Names, eine abgelegene Region in Kalifornien, nahe der Grenze zu Arizona. Seit dem Zweiten Weltkrieg haben hier unzählige Menschen ihre Namen und Botschaften mit dunklen Steinen in den hellen Wüstenboden geschrieben.

Unser Ziel ist es heute, ebenfalls unseren Namen dort zu hinterlassen und Teil dieser langjährigen Tradition zu werden. Da die unmittelbare Umgebung grösstenteils karg ist und kaum loses Material bietet, haben wir vorsorglich eigene Steine mitgebracht. Stein für Stein legen wir unseren Schriftzug in den Boden. Als wir fertig sind, treten wir ein paar Schritte zurück, um unser Werk zu begutachten. Es ist ein kleines, aber beständiges Zeichen unserer Anwesenheit in dieser weitläufigen, stillen Wüste – eine Verbindung zu all jenen, die vor uns hier waren.

Ajo

Wir nähern uns dem Organ Pipe Cactus National Park von Ajo, einem kleinen, charmanten Dorf am Rande der Wüste. Hier legen wir einen kurzen Stopp ein, besichtigen den malerischen Ortskern und geniessen ein Mittagessen in einem mexikanischen Restaurant. Die entspannte Atmosphäre stimmt uns perfekt auf die weite Landschaft ein, die nun vor uns liegt.

Im Kris Eggle Visitor Center informieren wir uns über den Nationalpark. Die Ranger geben uns einen wichtigen Hinweis: Wir sollen von allzu weiten Wanderungen absehen, da in entlegeneren Gebieten Schlepperbanden mit illegalen Einwanderern gesichtet wurden. Wir nehmen diesen Rat ernst und bleiben in der näheren Umgebung des Besucherzentrums. Dort spazieren wir durch die dichten Bestände der beeindruckenden Kakteen.

Organ Pipe Cactus National Park

Der Park ist weltberühmt für seine einzigartigen Orgelpfeifen-Kakteen (Organ Pipe Cacti), die in den USA nur in dieser speziellen Region wild wachsen. Sie ragen majestätisch in den Himmel und bilden dichte Gruppen aus vielen Armen, die direkt am Boden entspringen.

Da die Blütezeit dieser Wüstenpflanzen leider zwischen März und Juni liegt, bleiben uns die farbenprächtigen Blüten dieses Mal verwehrt. Dennoch ist der Anblick der teilweise riesigen Kakteen zwischen den schroffen Felsen und dem roten Wüstensand ein unvergessliches Erlebnis. Wir geniessen die warmen Sonnenstrahlen und die ganz eigene, fast schon ehrfürchtige Stille zwischen diesen stacheligen Wächtern.

Tombstone

Für einen echten Western-Fan ist Tombstone ein absolutes Muss. Legendär als „The Town Too Tough to Die“, bietet dieser Ort eine authentische Zeitreise in den Wilden Westen. Schon bei der Einfahrt fühlen wir uns in eine andere Epoche versetzt. Die Strassen sind gesäumt von historischen Gebäuden, Saloons und Westernläden, die das Flair des 19. Jahrhunderts bewahren. Überall begegnen uns Menschen in Cowboy-Outfits – die Atmosphäre wirkt wie in einem John-Wayne-Film.

O.K. Corral und der Boothill Graveyard

Die Stadt ist weltberühmt für die Schiesserei am O.K. Corral, die am 26. Oktober 1881 stattfand. Wir erleben diese legendäre Auseinandersetzung in einer packenden Reenactment-Show und fühlen uns direkt in die Zeit der Revolverhelden zurückversetzt.

Im Anschluss darf ein Besuch auf dem Boothill Graveyard nicht fehlen. Hier liegen viele der damaligen Gesetzlosen und Glücksritter begraben. Besonders die Inschriften auf den Grabsteinen lassen uns schmunzeln oder nachdenklich werden – sie erzählen Geschichten von „Erhängen durch Irrtum“ oder „Tod im Streit“. Es ist ein Ort, der die raue Realität des damaligen Grenzlebens greifbar macht.

Saguaro National Park

Wir erkunden den östlichen Teil des Parks auf dem Cactus Forest Drive. Diese malerische Strasse wird von unzähligen imposanten Saguaro-Kakteen gesäumt, die hier wie stumme Wächter in der Landschaft stehen. Es ist beeindruckend zu wissen, dass diese Pflanzen bis zu 15 Meter hoch wachsen und ein stolzes Alter von über 200 Jahren erreichen können. Die Szenerie bietet alle typischen Merkmale der Sonora-Wüste: Sie ist trocken und weitläufig, während der Ausblick auf die schneebedeckten Berge im Hintergrund einen fast unwirklichen Kontrast zur Wüstenhitze bildet.

Arizona-Sonora Desert Museum

Im westlichen Teil des Parks besuchen wir das Arizona-Sonora Desert Museum. Es ist weit mehr als nur ein Museum oder ein Zoo; es ist ein lebendiger Ort der Erhaltung. Hier werden Wüstentiere gepflegt, die verletzt aufgefunden wurden oder aus anderen Gründen in der freien Wildbahn nicht überlebensfähig wären. Wir beobachten Luchse, Greifvögel und Reptilien in Gehegen, die so natürlich gestaltet sind, dass sie fast mit der Umgebung verschmelzen. Es ist eine grossartige Gelegenheit, die scheuen Bewohner der Wüste einmal aus nächster Nähe zu betrachten.

Für unseren diesjährigen Heimaturlaub ist der Flug in die Schweiz für den 19. Januar ab Las Vegas gebucht. Daher führt uns unsere Route nun allgemein wieder Richtung Norden. Wir freuen uns riesig darauf, bald vier Wochen lang unsere Familie und Freunde wiederzusehen und die Batterien im Kreise unserer Liebsten aufzutanken.

Auf dem Weg nach Phoenix passieren wir eine der wenigen IKEA-Filialen in den USA. Aus reiner Nostalgie halten wir an, durchqueren das schwedische Möbelhaus und finden dabei tatsächlich einige Dinge, die sich für unser Leben im Bodyduck als äusserst nützlich erweisen werden. Ein kleiner Hauch von Europa mitten in Arizona!

Montezuma Castle

Unser nächstes Ziel ist das Montezuma Castle National Monument. Im Visitor Center erhalten wir interessante Einblicke in die Geschichte der Sinagua-Kultur. Danach laufen wir den kurzen Wanderweg, der uns direkt zu den beeindruckenden Felsenwohnungen führt. Die Architektur verschlägt uns den Atem: Die Bewohner nutzten natürliche Höhlen und bauten ihre Häuser direkt in die senkrechte Kalksteinwand. Hoch oben thront die fünfstöckige Struktur mit etwa 20 Räumen, die zwischen 1100 und 1425 n. Chr. erbaut wurde und den Menschen einst ein sicheres, geschütztes Zuhause bot.

Das Sinkhole

Unweit des „Castles“ besichtigen wir ein natürliches Kalkstein-Sinkhole (Montezuma Well). Dieses dient seit Jahrhunderten als zuverlässige Wasserquelle in der trockenen Region. Es ist faszinierend zu sehen, wie die indigene Bevölkerung das Wasser geschickt für ihre Bewässerungssysteme nutzte – Spuren dieser Kanäle sind teilweise noch heute sichtbar.

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