| |

2023.08.22 – 09.06 Guatemala

Zsolt
Zsolt – 2023.08.22 – 09.06 Guatemala

Guatemala zum ersten

Guatemala

Nach dem ersten Schreck an der Grenze führt uns unser Weg zunächst auf die Suche nach Bargeld, da direkt am Übergang kein Bankautomat zu finden war. Wir fahren Richtung Santa Ana und werden in La Libertad fündig.

Am Cajero 5B (Koordinaten: 16.787002, -90.111779) können wir problemlos Bargeld abheben. Das Limit liegt bei 2000 Quetzales pro Transaktion, wofür eine Gebühr von 31,16 Qz fällig wird. Gleich zwei Abhebungen hintereinander funktionieren ohne Schwierigkeiten.

Nur einen Katzensprung entfernt stossen wir auf eine hervorragende Tankstelle. Der Dieselpreis liegt bei 31,99 Qz pro Gallone. Das Beste daran: Die Kreditkartenzahlung wird akzeptiert und eine gratis Autowäsche für den Bodyduck ist im Preis inbegriffen – ein Service, den man nach den staubigen Strassen gerne annimmt.

Santa Ana

Eine gute halbe Stunde später erreichen wir unser Ziel für heute: das Restaurante Toro Master in Santa Ana (Koordinaten: 16.84789, -89.81723). Nach einem wirklich wohlschmeckenden Abendessen dürfen wir hier unsere erste Nacht auf guatemaltekischem Boden verbringen. Dieses Land wird mir mit jedem Kilometer und jeder freundlichen Begegnung immer sympathischer.

Santa Elena & Flores

Wir haben unser Lager auf dem grossen Parkplatz direkt bei der Polizeistation am See aufgeschlagen (16.921858, -89.888246). Den Platz hatten wir fast für uns alleine. Ab und zu hört man zwar ein Flugzeug landen, aber die Nacht war insgesamt sehr ruhig und sicher.

Von unserem Stellplatz aus sind es nur etwa 250 Meter bis zum MayaMall Einkaufszentrum, das uns allerdings nicht besonders beeindruckt hat. Wesentlich sortimentreicher und besser für unsere Vorräte war der grosse Summa (16.915993, -89.883549).

Die charmante Insel Flores ist in nur 10 Minuten zu Fuss erreichbar. Wir genossen einen ausgiebigen Spaziergang durch die engen Gassen bis hoch zur Kathedrale. Eine geplante Bootstour mussten wir allerdings kurzfristig streichen, da dunkle Wolken aufzogen und kurz darauf ein heftiges Gewitter niederging.

Wir liessen uns die Stimmung jedoch nicht verderben und wählten am Malecon das Restaurant Terazzo. Auf der Dachterasse hatten wir trotz des Wetters eine tolle Aussicht und das Essen war schlichtweg hervorragend. Ein gelungener Abschluss für unseren Besuch in dieser malerischen Inselstadt.

Tikal

Wir erreichen den Nationalpark im Norden von Guatemala und quartieren uns auf dem Campingplatz direkt vor den Toren der antiken Stadt ein. Die Infrastruktur ist gewöhnungsbedürftig: Toiletten und Duschen werden erst um 17:00 Uhr geöffnet – und Licht sucht man darin vergeblich. Als wäre das nicht Abenteuer genug, giesst es kurze Zeit später wieder aus allen Wolken. Das gemütliche Draussensitzen und das Beobachten der Nasenbären muss leider ausfallen, während der Regen auf das Dach des Bodyduck trommelt.

Am nächsten Morgen ist es zwar bewölkt, aber die Sonne lässt sich ab und zu blicken. Da die Chancen auf einen klaren Sonnenaufgang gering waren, starten wir unsere Tour erst um 8:00 Uhr. Wir schreiten durch den schier unendlich scheinenden Regenwald auf gut ausgebauten Wegen, bis wir plötzlich inmitten der Ruinen der einst bedeutendsten Stadt des Maya-Königreichs stehen.

Die Ausmasse sind gigantisch:

  • Zentrale Lage: Auf rund 16 $km^2$ befinden sich etwa 3000 Gebäude, die mehr oder weniger freigelegt sind.
  • Einzugsgebiet: In der Blütezeit sollen hier etwa 50’000 Menschen gelebt haben, im gesamten Gebiet von 65 $km^2$ sogar bis zu 150’000 Bewohner.
  • Marschleistung: In rund vier Stunden legen wir etwa 10 km zurück – das mühsame Erklimmen der steilen Pyramiden noch gar nicht mitgezählt.

Von den monumentalen Tempeln aus hat man einen atemberaubenden Blick über die Baumwipfel des Petén. Es ist unvorstellbar, wie diese gewaltigen Bauwerke vor über tausend Jahren ohne moderne Hilfsmittel errichtet wurden. Die Stille des Waldes, nur unterbrochen durch die Rufe der Brüllaffen, verleiht Tikal eine Atmosphäre, die man in den moderneren Ruinen oft vermisst.

Die Fahrt in Richtung Rio Dulce verläuft absolut ohne Zwischenfälle. Wir sind positiv überrascht vom Zustand der Strasse: Der Belag ist in einem sehr guten Zustand, sodass wir den Bodyduck gemütlich mit 70 bis 80 km/h rollen lassen können. Das spart nicht nur Nerven, sondern schont auch das Material nach den letzten Abenteuern im Dschungel.

Finca Ixobel

Wir steuern die Finca Ixobel an, ein bekanntes Hotel Ecológico, das auch Stellplätze für Wohnmobile anbietet (Koordinaten: 16.303578, -89.420948). Für Reisende wie uns gibt es drei betonierte Plätze, die sogar über Stromanschlüsse verfügen. Allerdings erweist sich das Netz als sehr instabil – unter den dichten Bäumen ist man jedoch auf diese externe Energiequelle angewiesen, da die Solarpanels hier kaum eine Chance haben.

Die Finca bietet ein echtes Naturerlebnis, fordert uns aber auch eine gewisse digitale Abstinenz ab. Da wir unter dichten Baumkronen stehen, haben wir hier leider keinen Starlink-Empfang und sind auf das WiFi angewiesen, welches ausschliesslich im Restaurant zur Verfügung steht. Zur Erfrischung dient ein Naturpool, der versteckt im Wald liegt und nach einem etwa 500 Meter langen Fussmarsch eine herrliche Abkühlung bietet. Besonders schätzen wir die Infrastruktur vor Ort: Die Toiletten und Duschen sind sehr sauber, was nach unseren Erfahrungen in Tikal ein echter Luxus ist. Für diesen Aufenthalt zahlen wir faire 50 Quetzales pro Person und Nacht, wobei wir für den Stromanschluss zusätzlich 30 Quetzales pro 24 Stunden entrichten.

Die Fahrt nach Rio Dulce verlief auf Strassen in hervorragendem Zustand, was unsere ohnehin schon positiven Eindrücke vom Land weiter verstärkte. Uns fielen die überwiegend modernen Fahrzeuge und die soliden Backsteinhäuser auf, die das Bild prägen. Überall am Strassenrand finden sich moderne Tiendas, während es in den grösseren Ortschaften herrlich lebhaft zugeht. Interessanterweise heissen die Bodenschwellen zur Verkehrsberuhigung hier nicht mehr „Topes“, sondern „Tumulos“ – und sie sind glücklicherweise deutlich seltener als in Mexiko.

Zwei Besonderheiten im Strassenverkehr stachen uns besonders ins Auge: Zum einen die Sitte, sämtliche Fahrzeugscheiben komplett mit dunkler Folie zu versiegeln, sodass dem Fahrer oft nur ein winziges Guckloch bleibt. Zum anderen die unzähligen Motorräder, auf denen oft die ganze Familie als Sozius Platz findet – und das ganz ohne Helme, wie es hier wohl üblich ist.

In Rio Dulce haben wir uns für die RAM Marina (Koordinaten: 15.65609, -88.99366) entschieden, wo wir für 75 Quetzales pro Nacht stehen können. Die Marina ist ein beeindruckender Ort, an dem viele schöne Yachten und Motorboote eingelagert sind, was eine ganz besondere Atmosphäre schafft. Im Hafenrestaurant gibt es gute Snacks, und auch die Bezahlung mit Kreditkarte ist hier selbstverständlich.

Livingston

Unser Ausflug beginnt mit einer Tuk-Tuk-Fahrt über die imposante Brücke von Rio Dulce zum Anlegeplatz der Lanchas Collectivo. Für 200 Quetzales pro Person sichern wir uns die Fahrt nach Livingston und zurück. Die anderthalbstündige Bootsfahrt erweist sich als ein echtes Erlebnis: Der Capitano macht zuerst eine Schleife beim geschichtsträchtigen Castillo San Felipe, umkreist unterwegs die Vogelinsel und legt einen zwanzigminütigen Halt bei Agua Caliente ein.

Die Kulisse ist schlichtweg faszinierend. Beidseitig ragen die grünen Wände des Urwaldes empor, während wir auf dem Fluss dahingleiten. Ein kurzer Stopp bei einer heissen Quelle direkt am Ufer rundet die Hinfahrt ab, bevor sich der Fluss weitet und den Blick auf die Karibik freigibt.

In Livingston angekommen, weicht die Begeisterung einer ziemlichen Ernüchterung. Der Ort wirkt auf uns wenig einladend: Er ist sehr touristisch geprägt, die Häuser wirken ärmlich und man begegnet vielen Bettlern. Es scheint, als wolle hier jeder mit aller Gewalt an den Touristen verdienen, ob man möchte oder nicht.

Wir haken unser Pflichtprogramm dennoch ab:

  • Einmal durch die Gassen schlendern ✔️
  • Die erste karibische Brise schnuppern ✔️
  • Etwas (wenn auch nichts Besonderes) essen ✔️

Um 14:30 Uhr nehmen wir die Lancha für die Rückreise. Auch wenn der Ort selbst uns nicht überzeugen konnte, bleibt die Fahrt an sich faszinierend. Die Perspektive vom Wasser aus auf den dichten Dschungel und das Leben am Flussufer ist einmalig und macht die Enttäuschung über Livingston mehr als wett.

Castillo de San Felipe

Nach einer kurzen Fahrt von nur 7 Kilometern haben wir unseren Standort gewechselt. Wir stehen nun direkt beim Castillo de San Felipe de Lara (15.637116, -88.994020). Der bewachte Parkplatz vor dem Eingang ist ideal zum Übernachten; wir konnten die Gebühr von 75 Quetzales auf faire 50 Quetzales herunterhandeln.

Die friedlich am Wasser gelegene Festung blickt auf eine turbulente Geschichte zurück. Mitte des 17. Jahrhunderts von den Spaniern zum Schutz vor plündernden Piraten erbaut, wurde sie 1686 sogar eingenommen und niedergebrannt, woraufhin ein massiver Wiederaufbau aus Stein erfolgte. Mit dem Ende der Piraterie diente das Castillo lange Zeit als berüchtigtes Gefängnis und später als Zollstelle, bevor es 1817 aufgegeben wurde. Heute beeindruckt die Anlage durch ihren Mix aus verschiedenen Baustilen, dicken Mauern, einer Zugbrücke und 19 Kanonen, die noch immer über den See wachen.

Der umliegende Park bietet eine ganz eigene Atmosphäre. Besonders sehenswert ist der kleine Friedhof mit seinen bunten Urnen, der einen interessanten Einblick in die lokale Kultur gibt. Überall laden Palapas mit Tischen am Ufer zum Verweilen ein. Das Wasser des Sees ist hier herrlich klar und lädt förmlich zu einem erfrischenden Bad ein – ein perfekter Kontrast zur strengen Militärarchitektur der Burg.

Unser Weg führt uns entlang der Nordküste des Lago Izabal zur Cascade Caliente. Auf der Hinfahrt fällt uns etwas Ungewöhnliches auf: Seit langer Zeit sehen wir hier wieder einmal einen offiziell ausgewiesenen Fahrradweg. Da uns der Parkplatz direkt bei den Wasserfällen zum Übernachten jedoch nicht zusagt, fahren wir weiter direkt ans Seeufer.

Finca El Paraiso:

Wir entscheiden uns für die Finca El Paraiso (Koordinaten: 15.571571, -89.196578). Der Aufenthalt kostet uns 40 Quetzales pro Person und Nacht. Die Anlage bietet 19 Cabanas mit Klimaanlage und einen tollen Pool in der Mitte. Wir stehen bei den Palapas, wo es zwar Stromanschlüsse gibt, diese aber nur etwa 8 Ampere liefern. Die sanitären Anlagen sind einfach gehalten, aber sehr sauber. Besonders gemütlich wirkt das Restaurant mit direktem Seeblick und fairen Preisen.

Die Anfahrt war allerdings nicht ganz ohne Tücke: Etwa 300 Meter vor der Einfahrt zur Finca hing ein Kabel gefährlich tief über der Strasse. Da der Bodyduck zu hoch war, mussten wir kurzzeitig nachhelfen und das Kabel vorsichtig anheben, um die Passage sicher zu meistern.

Quiriguá

Die Fahrt führt uns auf sehr gut ausgebauten Strassen durch eine Landschaft, die von Hochwasser, Umleitungen und schier endlosen Bananenplantagen geprägt ist. Schliesslich erreichen wir Quiriguá, eine mittelgrosse Ruine der Maya-Zivilisation, die für ihre aussergewöhnliche Steinmetzkunst weltberühmt ist.

Während die zeremoniellen Bauten hier eher bescheiden ausfallen, sind die Skulpturen und Steinmonumente umso beeindruckender. Wir stehen vor bis zu zehn Meter hohen Stelen, die jeweils aus einem einzigen Block roten Sandsteins gehauen wurden. Ebenso faszinierend sind die Zoomorphe: riesige Steinblöcke, in die mythische Fabelwesen mit unglaublicher Detailtiefe gemeisselt wurden. Es ist erstaunlich, wie gut diese Monumente über die Jahrhunderte erhalten geblieben sind.

Der Eintritt in die Anlage kostet 80 Quetzales pro Person, und wir dürfen erfreulicherweise völlig gratis auf dem Parkplatz übernachten. Einziger Wermutstropfen: Zwar halten sich die Mücken in Grenzen, dafür gibt es hier eine enorme Anzahl an Bremsen. Deren Stiche sind verdammt schmerzhaft, aber zum Glück haben wir unseren Insektenschutz griffbereit, um die Lage unter Kontrolle zu halten.

Finca La Caballeriza

Bevor wir unsere Reise in Richtung der Grenze nach El Salvador fortsetzen, gönnen wir uns eine wohlverdiente Auszeit. Wir verbringen drei ganze Tage damit, einfach nur zu relaxen und das Nichtstun zu geniessen. Die hübsche Anlage mit ihren gemütlichen Cabanas bietet dafür den perfekten Rahmen.

Besonders der super Pool hat es uns angetan und sorgt bei den tropischen Temperaturen für die nötige Abkühlung. Auch kulinarisch lassen wir es uns gutgehen: Die zwei Restaurants vor Ort bieten eine hervorragende Auswahl und runden das entspannte Erlebnis ab. Wenn wir zu diesem Zeitpunkt gewusst hätten, welche Herausforderungen auf unserem weiteren Weg auf uns zukommen würden, wären wir sicher noch eine ganze Weile länger an diesem friedlichen Ort geblieben.

Ausreise:
Guatemala, La Ermita – El Salvador, Anguiatú

09. September 2023

Auf der Strasse CA12 nach El Salvador herrscht grosse LKW Verkehr in beiden Richtungen. Der Belag wird von Kilometer zu Kilometer schlechter, bis hin zu riesige, mit Wasser gefüllte Schlaglöcher. An der Grenze stehen die Brummis in Kolone. Man winkt uns aber vorbei und können direkt vor die Grenze vorfahren.

→ 1. Vor dem Parkplatz wird man von einem SAT-Mitarbeiter angehalten. Er will alle Pässe, Original-Fahrzeugpapiere und die Permiso de Importatión sehen. Vom letzeren muss man zwei Kopien (beidseitig) vorlegen, sonst in einer Bude etwas weiter zurück, kann man Kopien machen lassen.

→ 2. Auf der linken Seite vor der Grenzdurchfahrt ist das Büro Imigration. Da werden die Pässe ausgestempelt.
ACHTUNG, IMMER DAS DATUM KONTROLLIEREN. Uns wurde am 06. September, 06. August eingetragen.
Man hat schlicht vergessen am ersten, den Monat umzustellen.

→ 3. Gleich gegenüber ist das Büro der SAT (es ist in einem LKW), wo man den TIP ausstempeln muss.
Wenn man jedoch vor hat wieder nach Guatemala zurückzufahren, muss man das erwähnen, dann bekommt man auf dem bestehenden TIP einen Stempel und Vermerk, dass das Fahrzeug nur temporär ausgeführt wird. So erspart man sich bei der Wiedereinreise das ganze Prozedur, um ein TIP neu zu eröffnen. Eine Kopie bekommt man zurück, die beim Salvadorianischen Zoll vorgezeigt
werden muss.
→ 4. Hat man alle Stempel, holt man das Fahrzeug, fährt über die Grenzlinie und verlässt Guatemala.

Zeitaufwand ca. eine halbe Stunde.
Kosten… keine, ausser für die zwei Kopien….

Guatemala in Zahlen:
 • 15 Tage unterwegs
 • 780 Km gefahren
 • 10 Tage Campgrounds
 • 0 Pannen

Letzter Beitrag
LETZTER BEITRAG
2023.08.04 – 08.22 Mexiko
ALLE BEITRÄGE
Nächster Beitrag
NÄCHSTER BEITRAG
2023.09.07 – 10.15 El Salvador
Deine Meinung interessiert uns…

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert