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2024.05.10 – 05.14 Mexiko City

Zsolt
Zsolt – 2024.05.10 – 05.14 Mexiko City

Mexiko City

CDMX

Wir lassen unseren Bodyduck auf dem gut bewachten Platz Mi México Lindo zurück. Für ein paar Tage tauschen wir das Leben im LKW gegen ein Hotel, um Mexiko-Stadt in aller Ruhe zu erkunden. Die Fahrt mit dem Uber dauert über eine Stunde und kostet uns 490 Pesos. Unser Hotel liegt ideal: nur etwa 500 Meter vom Zócalo entfernt – der perfekte Ausgangspunkt für unsere Entdeckungstouren.

Nach der Ankunft müssen wir erst einmal unsere Buchung klären. Da wir via Booking ein Appartement mit Klimaanlage bezahlt haben, geben wir uns nicht mit einem einfachen Ventilator zufrieden. Nach einer kurzen Diskussion siedeln wir gegen einen kleinen Aufpreis um – den wir uns natürlich von Booking zurückholen werden.

Danach zieht es uns direkt zum Zócalo. Anders als man es von vielen Hauptplätzen kennt, erwartet uns hier keine grüne Parkanlage, sondern eine riesige, beeindruckende Betonfläche mit der mächtigen mexikanischen Fahne in der Mitte. Rundherum stehen geschichtsträchtige Bauten wie der Palacio Nacional und die Catedral Metropolitana. Die Kathedrale ist die älteste und grösste des amerikanischen Kontinents und hat uns mit ihrer Architektur sehr beeindruckt.

Den ersten Abend in dieser Weltstadt lassen wir gemütlich ausklingen. Wir gehen eine Pizza essen und stossen stilecht mit einem Tequila und einer Mezcal-Margarita auf Mexiko an. Die Energie der Stadt ist greifbar und wir freuen uns auf die nächsten Tage.

Unser erster Besichtigungspunkt in der Innenstadt ist der Palacio de Correos de México. Schon von aussen ist das Gebäude beeindruckend, aber sobald man die Schwelle übertritt, fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt. Es ist kaum zu glauben, dass hier auch heute noch ganz gewöhnliche Postgeschäfte abgewickelt werden.

Im Inneren dominiert ein prachtvolles Treppenhaus aus glänzendem Messing und Marmor, das in Italien gefertigt wurde. Das Sonnenlicht fällt durch ein gewaltiges Glasdach und bringt die goldenen Verzierungen zum Strahlen. Man kommt aus dem Staunen kaum heraus – jede Säule und jedes Geländer ist ein Kunstwerk für sich. Es ist definitiv das prunkvollste Postamt, das wir je gesehen haben.

Der Palast wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut und vereint verschiedene Baustile, was ihm diesen einzigartigen, fast märchenhaften Look verleiht. Wir nehmen uns die Zeit, die Details der Schalter und die antiken Aufzüge zu bewundern, bevor wir unseren Stadtbummel fortsetzen. Ein Besuch hier ist absolut lohnenswert und zudem kostenlos.

Unser Stadtbummel führt uns direkt zum Palacio de Bellas Artes, dem kulturellen Wahrzeichen der Stadt. Das Gebäude aus weissem Marmor mit seinen leuchtenden orange-gelben Kuppeln ist ein echtes Meisterwerk. Wir bewundern die imposante Fassade, die eine Mischung aus Neoklassizismus und Jugendstil darstellt – ein Anblick, der in der Mittagssonne besonders beeindruckend wirkt.

Gleich nebenan schlendern wir in den Parque Alameda Central. Es ist der älteste öffentliche Park der Stadt und bietet mit seinen vielen Springbrunnen und schattigen Wegen eine willkommene Abwechslung zum hektischen Treiben auf den Strassen. Hier geniessen wir die entspannte Atmosphäre und beobachten das bunte Treiben der Stadtbewohner unter den hohen Bäumen.

Museo de Arte Popular

Unser Rundgang führt uns in das Museo de Arte Popular, das in einem wunderschönen alten Art-déco-Gebäude (einer ehemaligen Feuerwache) untergebracht ist. Schon beim Betreten des lichtdurchfluteten Innenhofs wird klar: Das hier ist kein staubiges Museum, sondern eine Hommage an die unbändige Kreativität Mexikos.

Das absolute Highlight für uns sind die Alebrijes. Diese bunten Fantasiefiguren, die oft Merkmale verschiedener Tiere kombinieren, sind so detailreich bemalt, dass man minutenlang vor einer einzigen Figur stehen kann. Von winzigen Schnitzereien bis hin zu riesigen Skulpturen ist alles dabei. Es ist faszinierend zu sehen, wie aus einfachen Materialien wie Holz oder Pappmaché solche Meisterwerke entstehen.

Neben den Fabelwesen bewundern wir traditionelle Textilien, Töpferwaren und die berühmten „Baum des Lebens“-Skulpturen (Árboles de la Vida). Jedes Stück erzählt eine Geschichte über die Region, aus der es stammt, und über die Menschen, die es mit so viel Geduld gefertigt haben. Für uns ist dieses Museum einer der inspirierendsten Orte im Zentrum von Mexiko-Stadt.

Als wir richtung Zocalo losmaschieren, fällt uns extrem viel Polizei mit Sturmhauben auf. Zuerst sind wir unsicher, ob da vielleicht etwas passiert ist oder eine Demonstration im Gange ist, oder sonstiges. Auch sind die Strassen voll mit Passanten die in eine Richtung laufen. Wir im grossen Bogen um die Menschenmenge um den Zocalo zum Palacio National, der aber wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist. Weiter zum Templo Mayor. Hier war der absolute Zentrum der Azteken von Mexico-Tenochtitlan.

„El Zócalo es Tuyo“

Wieder zurück auf dem Zócalo trauen wir unseren Augen kaum: Eine riesige Menschenmenge füllt den Platz, und überall bewegen sich Gruppen von Tänzern und Trommlern durch die Menge. Wir haben Glück und erleben die erste groſse Veranstaltung unter dem Motto „El Zócalo es Tuyo“ (Der Zócalo gehört dir). Es ist eine festliche Parade zur Feier der neuen, vollständigen Fussgängerzone des Hauptplatzes.

Die Atmosphäre ist elektrisierend. Wir tauchen mitten hinein in das bunte Gewühl. Überall dröhnen die Rhythmen der Trommeln, und die farbenfrohen Kostüme der Tanzgruppen leuchten in der Sonne. Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Stadt diesen Platz nun ganz ohne Autos für die Menschen zurückerobert.

Wir lassen uns einfach treiben und geniessen die vielfältigen Vorführungen. Von traditionellen Tänzen bis hin zu modernen Darbietungen ist alles dabei. Es fühlt sich an, als würde das ganze Herz der Stadt pulsieren. Dass wir genau an diesem Tag hier sind, macht unseren Aufenthalt in Mexiko-Stadt zu etwas ganz Besonderem.

Nach einem langen Tag zu Fuss lassen wir uns am Abend entspannt durch das nächtliche Zentrum treiben. Eine einstündige Fahrt im Panoramabus zeigt uns Mexiko-Stadt von einer ganz neuen Seite. Wenn die historischen Prachtbauten beleuchtet sind, entfaltet die Stadt eine elegante, fast magische Atmosphäre.

Vom Oberdeck aus geniessen wir den freien Blick auf den golden strahlenden Palacio de Bellas Artes und die hell erleuchtete Kathedrale. Es ist herrlich, den kühlen Fahrtwind zu spüren und die Architektur der Metropole ohne Anstrengung an sich vorbeiziehen zu lassen. Ein perfekter Abschluss für diesen ereignisreichen Tag im Herzen Mexikos.

Xochimilco

Am dritten Tag zieht es uns in den Süden der Stadt. Wir nehmen ein Uber und fahren zum Parque Ecologico de Xochimilco. Dieses riesige Gebiet mit seinen unzähligen Wasserkanälen ist weltberühmt. Hier fahren die traditionellen Trajineras – für den Tourismus bunt aufgemotzte, aber dennoch sehr hübsche Holzboote – die Kanäle hoch und runter.

Der offizielle Preis für zwei Stunden liegt bei 1200 Pesos pro Boot, doch wir können uns auf 900 Pesos einigen. Auf dem Wasser erwartet uns ein unglaubliches Spektakel: Man kann Beiboote mit Mariachi-Sängern oder sogar Boote mit komplett ausgerüsteten Küchen anheuern, die die Touristen direkt auf dem Wasser bedienen.

Überall herrscht ein reges Treiben. Souvenirverkäufer, Fotografen und Getränkehändler steuern ihre Boote geschickt durch die Kanäle. Es ist ein wahres Getümmel auf der Wasserstrasse, aber zum Glück haben die Boote keine Hupen – so bleibt die Atmosphäre trotz der vielen Menschen heiter und entspannt. Ein wirklich einzigartiges Erlebnis!

Monumento a la Revolución

Nach unserem Ausflug in den Süden fahren wir zurück in die Stadt zum Monumento a la Revolución. Das 67 Meter hohe Bauwerk ist das symbolträchtigste der ganzen Stadt und beeindruckt schon von weitem durch seine massiven Ausmasse.

Mit einem gläsernen Lift fahren wir zuerst ein grosses Stück nach oben. Doch das eigentliche Abenteuer beginnt danach: Über mehrere Wendeltreppen klettern wir weiter hinauf, bis wir schliesslich die oberste Plattform der riesigen Kupferkuppel erreichen. Der Aufstieg ist etwas schwindelerregend, aber der Aufwand wird belohnt.

Die Aussicht von hier oben ist schlichtweg phänomenal. Man überblickt das endlose Häusermeer von Mexiko-Stadt in alle Himmelsrichtungen. Wir hatten grosses Glück mit dem Wetter: Bei der guten Sicht konnten wir in der Ferne sogar den majestätischen Vulkan Popocatépetl am Horizont entdecken. Ein unvergesslicher Moment, diese Giganten der Natur über der Metropole thronen zu sehen.

Museo Nacional de Antropología

Heute steht ein absoluter Kultur-Höhepunkt auf dem Programm: der Besuch des Nationalmuseums für Anthropologie. Um keine Zeit zu verlieren, lassen wir uns gleich am Morgen mit einem Uber direkt dorthin bringen. Schon das Gebäude selbst mit seinem beeindruckenden, schwebenden Dach im Innenhof ist ein architektonisches Meisterwerk.

Die Ausstellung ist unglaublich umfangreich und deckt alle Regionen Mexikos ab. Von den mächtigen Olmeken-Köpfen über die Schätze der Maya bis hin zu den Relikten der Azteken ist alles vertreten. Man merkt schnell: Hier könnte man ohne weiteres einen ganzen Tag verbringen und hätte immer noch nicht alles gesehen.

Besonders faszinierend ist der berühmte Sonnenstein (Piedra del Sol) der Azteken. Die Detailverliebtheit der alten Kulturen ist überwältigend. Wir lassen uns treiben und versuchen, so viele Eindrücke wie möglich aufzusaugen, während wir von Saal zu Saal wandern und die Entwicklung der verschiedenen Zivilisationen bestaunen.

Bosque de Chapultepec

Nach der geballten Ladung Geschichte im Museum spazieren wir durch den Bosque de Chapultepec. Es ist herrlich zu sehen, wie viele einheimische Familien hier ihr Picknick geniessen oder einfach im Schatten der riesigen Bäume entspannen. Der Park ist die grüne Lunge der Stadt und ein wunderbarer Ort, um kurz durchzuatmen.

Am anderen Ende des Parks, hoch oben auf einem Hügel, thront das Castillo de Chapultepec, in dem heute das Nationale Geschichtsmuseum untergebracht ist. Da es schon später Nachmittag ist, haben wir Glück: Die grossen Besuchermassen sind bereits weg, und wir können das Museum in aller Ruhe von innen und aussen bestaunen.

Das Castillo de Chapultepec war früher die Residenz von Kaiser Maximilian I. von Mexiko und seiner Frau Carlota. Später diente es sogar als Sitz des mexikanischen Präsidenten. Besonders beeindruckend sind die prunkvollen Schlafgemächer, die gläsernen Gänge und die wunderschönen Terrassengärten. Von dort oben hat man zudem einen fantastischen Blick über den Paseo de la Reforma und die Wolkenkratzer der Stadt – ein krasser Gegensatz zu den historischen Mauern des Schlosses.

Heute ist unser letzter geplanter Tag in Mexiko-Stadt. Wir geniessen noch einmal die besondere Atmosphäre dieser Metropole, bevor wir morgen früh den Flug nach Guatemala City antreten. Es ist ein kleiner Abschied auf Zeit, denn unser Herz schlägt weiterhin für die mexikanischen Strassen.

Der Grund für diesen Kurztrip ist unser 180-Tage-Visum, das in den nächsten Tagen ausläuft. Da wir noch lange nicht genug von Mexiko gesehen haben, hoffen wir auf einen erfolgreichen „Visa-Run“. Der Plan ist einfach: Ein kurzer Aufenthalt im Ausland und bei der Rückkehr nach Mexiko hoffentlich wieder die vollen 180 Tage Aufenthaltserlaubnis im Pass zu haben.

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