| |

2026.02.27 – 03.28 Costa Rica

Zsolt
Zsolt – 2026.02.27 – 03.28 Costa Rica

Costa Rica Teil 5

San José

Endlich ist es so weit!
Wir heben mit Edelweiss in Zürich ab. Mit einer kleinen Verspätung von einer Stunde nehmen wir direkten Kurs auf San José. Der Flug dauert insgesamt 12:30 Stunden – eine lange Zeit in der Luft, aber die Vorfreude trägt uns über den Atlantik.
Die Ankunft gestaltet sich als etwas mühsam. Da drei Flugzeuge gleichzeitig gelandet sind, herrscht bei der Immigration Hochbetrieb. Es dauert etwa 2,5 Stunden, bis wir endlich an der Reihe sind. Doch das Warten hat sich gelohnt: Wir erhalten den begehrten Stempel für 180 Tage Aufenthalt. Beim Zoll werden alle Koffer gescannt, und prompt müssen wir ein Gepäckstück öffnen. Leider verstehen die Beamten bei Schweinefleisch keinen Spass: Unsere mitgebrachten ungarischen geräucherten Würste werden konfisziert. Immerhin interessieren sich die Kontrolleure trotz der grossen Menge überhaupt nicht für unsere Tabletten.
Mit dem Taxi geht es schliesslich nach Alajuela in unser bekanntes Hotel. Nach einem schnellen Essen fallen wir völlig erschöpft, aber überglücklich ins Bett.
Morgen sehen wir endlich unseren Bodyduck wieder!

Alajuela

Gleich am Morgen machen wir uns auf den Weg zur INS Versicherung, die praktischerweise nur 700 Meter von unserem Hotel entfernt liegt. Dort reaktivieren wir die Versicherung für den Bodyduck für die nächsten 90 Tage. Danach geht es mit einem Uber direkt zu Terminales Unidas, wo unser treuer Begleiter seit genau sechs Monaten auf uns wartet.
Beim Zoll stellen wir den Antrag, unsere pausierte TIP (Temporary Import Permit) wieder zu aktivieren. Ein Glücksfall: Ein Zöllner ist direkt vor Ort, sodass die gesamte Prozedur online und reibungslos erledigt werden kann. Und dann ist es so weit – wir stehen vor dem Bodyduck. Ein unheimlich wohltuendes Gefühl macht sich breit. Der erste kurze Check ist mehr als erfreulich: Kein Schimmel, keine Tiere – alles ist genau so, wie wir es abgestellt haben, nur eine feine Staubschicht hat sich über alles gelegt. Einzig die Starterbatterien haben trotz getrennter Hauptschalter schlapp gemacht. Pedro, der hilfsbereite Platzwart, organisiert sofort einen Freund mit einem Booster. Wir entscheiden uns, heute alles Formelle zu bezahlen und erst morgen früh endgültig rauszufahren. Erleichtert und vom Jetlag gezeichnet, fallen wir bereits um 20:00 Uhr tief und fest in unsere Hotelbetten.

39°C / 29°C
140m ü.M
86 Km gefahren / 2 Std

Quinta Adria

Der Morgen beginnt mit einer kleinen Starthilfe: Der Bodyduck muss erneut überbrückt werden, bevor wir das Areal endlich verlassen können. Unser erster Weg führt uns nach San José zu Reto, um die zwei Kartons abzuholen, die per Container vorausgeschickt wurden.
Auf dem Weg in den Westen nutzen wir die Gelegenheit, um den Kühlschrank und unsere allgemeinen Lebensmittelvorräte wieder ordentlich aufzufüllen. Unser Ziel ist die Quinta Adira bei Regula und Raul in San Mateo. Hier hatten wir vor unserer Abreise im letzten Jahr einige Sachen eingelagert, die wir nun wieder in Empfang nehmen.
Die nächsten fünf Tage stehen ganz im Zeichen des Grossputzes und des Einräumens. Wir bringen alles wieder auf Vordermann, damit der Bodyduck für die kommenden Abenteuer bereit ist.
Die Umstellung fällt uns anfangs etwas schwer: Frisch aus der kalten Schweiz kommend, macht uns die tropische Hitze ordentlich zu schaffen. Doch wir haben eine perfekte Lösung gefunden: Am Nachmittag kühlen wir uns im 30°C warmen Wasser herrlich ab. Auch das Zusammenleben auf dem Gelände ist völlig entspannt; da Emese bereits bei unserem letzten Besuch Frieden mit den Hunden geschlossen hat, können wir uns überall völlig frei bewegen.

31°C / 20°C
1112m ü.M
79 Km gefahren / 2 Std

San José

Wir verabschieden uns herzlich von Regula und Raul auf der Quinta Adira und nehmen unsere Erkundungstour durch Costa Rica wieder auf.
Unser Weg führt uns zunächst zu einem Walmart für einen Grossvorratseinkauf, bevor wir direkt ins Zentrum von San José steuern. Wir finden einen idealen Platz am Parque República del Perú. Das Parken in der Stadt erweist sich als unkompliziert: Zwar gibt es Parkuhren, aber da mit ausländischen Kennzeichen keine Bussen zugestellt werden können, sparen wir uns die Gebühren.
Gleich um die Ecke, nur zwei Strassen weiter (9.937679, -84.111240), erledigen wir bei Pura Vida CO2 den Tausch unserer leeren SodaStream-Flaschen. Zudem decken wir uns bei einem ATM der BCR gebührenfrei mit Bargeld (USD und CRC) ein.
Nach einer kleinen Stärkung in einem Dönerladen ziehen wir uns in den Bodyduck zurück. Das Wetter meint es gut mit uns: Bei angenehmen 28°C und wohltuenden Windstössen lässt es sich wunderbar aushalten. Auch die Nacht verbringen wir ohne Klimaanlage äusserst ruhig – ein perfekter Start zurück in die Freiheit auf Rädern.

Heute steht das Nationalmuseum auf unserem Programm. Da uns mehrfach bestätigt wurde, dass der Parque República del Perú ein sehr sicheres Quartier in San Jose ist und wir eine ruhige Nacht verbracht haben, machen wir uns zu Fuss auf den Weg ins Zentrum.
Unser Weg führt uns durch die Fussgängerzone und am Grossen Markt vorbei. Das Stadtbild ist geprägt von extremen Gegensätzen: Während sich Luxusläden aneinanderreihen, wirkt die Stadt an vielen Stellen heruntergekommen. Unzählige Strassenverkäufer, Bettler und teils düstere Gestalten prägen das Bild.
Das Nationalmuseum im alten Bellavista-Fort bildet dazu einen Ruhepol. Die Einschusslöcher in den gelben Mauern zeugen vom Bürgerkrieg und verdeutlichen, wie jung der Frieden in Costa Rica eigentlich ist.
Drinnen geniessen wir den Schmetterlingsgarten und die Ausstellungen über die Geschichte des Landes – ein kurzer, sehr atmosphärischer Stopp.

Als wir jedoch zu unserem Bodyduck zurückkehren, folgt der Schock: Man hat uns die LED-Zusatzscheinwerfer fachmännisch abmontiert und gestohlen. Dieses unschöne Vorkommnis, gepaart mit den eher unsympathischen Eindrücken im Zentrum, lässt für uns nur einen Schluss zu: Wir verlassen diese Stadt unverzüglich. Die geplante Besichtigung des Nationaltheaters und des Marktes streichen wir kurzerhand – wir wollen nur noch weg aus dem Chaos von San Jose.

1166m ü.M
31°C / 16°C
15Km gefahren / 1 Std

Desamparados

Nach dem Vorfall mit den Scheinwerfern war für uns klar: Wir verbringen keine weitere Nacht in San José. Wir haben so schnell wie möglich zusammengeräumt, um auf dem schnellsten Weg aus der Stadt zu kommen.
Unser Ziel: der Campingplatz Villanueva, etwa eine Stunde Fahrzeit entfernt. Bei unserer Ankunft finden wir ein weitläufiges, grasbewachsenes Areal mit einer grossen Palapa unter schattigen Bäumen vor. Die sanitären Anlagen wirken neu und – was für uns besonders wertvoll ist – es gibt eine Dumpstation.
Bei den angenehm kühlen Temperaturen lässt es sich gut arbeiten, und so nutzen wir die ersten Tage für geplante Installationen: Der neue Boiler wird eingebaut, ein 40A Solarregler in der Kabine installiert und diverse Kleinigkeiten erledigt.
Nach vier Tagen sind wir bereit zur Weiterreise, doch der Bodyduck macht uns einen Strich durch die Rechnung. Mit Schrecken stellen wir fest, dass unsere Vacuflush-Toilette den Dienst aufgegeben hat. Nach drei Tagen intensiver Fehlersuche ist klar: Wichtige Teile müssen ersetzt werden, die jedoch nur in den USA erhältlich sind. Freundlicherweise bieten Vinicio und sein Sohn Alejandro gleich ihre Hilfe und Connection an. Wir entscheiden uns aufgrund der hohen Einzelteilpreise für einen komplett neuen Vakuum-Generator. Lieferzeit: 2 bis 3 Wochen…..

Zur Abwechslung von den technischen Arbeiten unternehmen wir heute einen ausgedehnten Spaziergang. Unser Weg führt uns durch das geschäftige Zentrum, vorbei an der schönen Kirche Parroquia Nuestra Señora de los Desamparados, hinaus zum Camposanto y Funeraria La Piedad de Desamparados.
Auf dem Weg kommen wir an zahlreichen Einfamilienhäusern vorbei, deren Eingänge vollständig vergittert sind. Selbst die Gärten sind mit Gittern und Stacheldraht gesichert, was nicht unbedingt einen Eindruck von Sicherheit vermittelt.

𝗗𝗲𝗿 𝗖𝗮𝗺𝗽𝗼𝘀𝗮𝗻𝘁𝗼 𝗟𝗮 𝗣𝗶𝗲𝗱𝗮𝗱 Dieser Friedhof ist ein besonderer Ort der Ruhe im urbanen System von San José:

𝐆𝐚𝐫𝐭𝐞𝐧-𝐅𝐫𝐢𝐞𝐝𝐡𝐨𝐟: Im Gegensatz zu traditionellen Friedhöfen ist La Piedad als moderner Park angelegt. Weite Rasenflächen und eine gepflegte botanische Gestaltung schaffen eine friedliche Atmosphäre.

𝐀𝐫𝐜𝐡𝐢𝐭𝐞𝐤𝐭𝐮𝐫: Die Anlage zeichnet sich durch eine schlichte, moderne Ästhetik aus, die den Fokus auf die Natur und das Gedenken legt.

𝐏𝐞𝐫𝐬𝐩𝐞𝐤𝐭𝐢𝐯𝐞: Durch die Lage in Desamparados bietet der Spaziergang dorthin authentische Einblicke in das Leben der Ticos abseits der touristischen Orte.

Zu unserer grossen Freude treffen heute die Pakete aus den USA ein. Da ursprünglich eine Lieferzeit von zwei bis drei Wochen prognostiziert war, sind wir sehr erleichtert, dass die Hardware bereits nach knapp zwei Wochen bei uns eintrifft.

Wir nutzen diesen logistischen Vorsprung sofort und beginnen mit dem geplanten Einbau. Zunächst entfernen wir den alten Schüsseluntersatz und setzen die neue Komponente ein. Beim Einbau des Vakuum‑Aggregats sind zwar noch einige Improvisationen erforderlich, um die technische Integration zu meistern, doch wir sind äusserst zuversichtlich, dass wir auch diese Herausforderung erfolgreich abschliessen werden.

Auch im Wohnraum wird ein neuer Solarregler Rover 60A von Renogy eingebaut. So verfügen wir über zwei getrennte Solarkreise: einmal das neue Panel mit 575 WP und einmal die bestehenden Panels mit 525 WP.

Letzter Beitrag
LETZTER BEITRAG
2025.08. – 2026.03 Schweiz
ALLE BEITRÄGE
Nächster Beitrag
NÄCHSTER BEITRAG
2026.04.06 – 04.14 Costa Rica
Deine Meinung interessiert uns…

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert