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2026.04.06 – 04.14 Costa Rica

Zsolt
Zsolt – 2026.04.06 – 04.14 Costa Rica

Costa Rica Teil 6

2348 m ü.M
27°C
30 Km gefahren

Dr. Carlos Durán Cartín Sanatorium

Nach der Semana Santa können wir beruhigt wieder auf die Straße. Unser Ziel ist der Parque Nacional Volcán Irazú.

Von Cartago fahren wir hinauf in die Berge und legen etwa auf halber Strecke einen Zwischenhalt beim Sanatorio Durán ein.

Beim Erkunden der verlassenen Gebäude tauchen wir tief in die Geschichte dieses Ortes ein. 1918 wurde das Sanatorium von Carlos Durán Cartín als Tuberkulosekrankenhaus gegründet – die klare Bergluft und das Sonnenlicht sollten den Patienten Heilung bringen. Während wir durch die alten Räume gehen, wird uns bewusst, dass hier auch seine eigene Tochter behandelt wurde, die die Krankheit jedoch nicht überlebte.

Wir laufen weiter durch die zerfallenen Gänge, vorbei an ehemaligen Krankensälen und der Kinderstation. Später wurde das Gebäude von Nonnen geführt, diente zeitweise als psychiatrische Einrichtung, Waisenhaus und sogar als Gefängnis. Nach dem Ausbruch des Volcán Irazú in den 1970er Jahren wurde die Anlage endgültig verlassen.

Während wir durch die Ruinen schlendern, spüren wir die besondere Atmosphäre dieses Ortes selbst – irgendwo zwischen faszinierend und unheimlich, geprägt von der bewegten Vergangenheit, die hier noch immer in der Luft liegt…

3243 m ü.M
19°C / 1°C
16 Km gefahren / 0.5 Std

Parque Nacional Volcán Irazú

Wir wählen unseren Stellplatz für die Übernachtung etwa zwei Kilometer vor dem Eingang zum Nationalpark, um am nächsten Morgen pünktlich zur Toröffnung um 08:00 Uhr unter den ersten Besuchern zu sein. Der gewählte Platz befindet sich in einer ausgetrockneten Lagune eines ehemaligen Kraters; der Boden ist sandig, erweist sich jedoch als sehr fest und belastbar. Bei unserer Ankunft registrieren wir Temperaturen von 19°C, doch sobald die Sonne hinter dem Horizont versinkt, fallen die Werte rasant gegen 10°C ab. Am nächsten Morgen um 07:00 Uhr stellen wir fest, dass die Temperatur bis knapp über den Gefrierpunkt gesunken ist.

3298 m ü.M.
2 Km gefahren

Volcán Irazú

Die Tore des Nationalparks öffnen pünktlich um 08:00 Uhr morgens, und wir passieren als viertes Fahrzeug den Eingang. Unsere Eintrittstickets haben wir bereits am Vorabend online erworben und die Gebühr von 15’891 Colones per Kreditkarte beglichen. Die Parkgebühren in Höhe von 3’000 Colones entrichten wir anschliessend bar in der Cafeteria. Von dort aus laufen wir zum Krater und lassen dieses beeindruckende Naturphänomen auf einer Höhe von 3’432 m.ü.M. auf uns einwirken. Dass wir den Vulkan bei vollem Sonnenschein erleben, stellt eine Seltenheit dar, da der Gipfel normalerweise in dichte Wolken gehüllt ist.

1426 m ü.M.
30 Km gefahren / 1 Std

Cartago

Nach einer Stunde voller Staunen verlassen wir den aussergewöhnlichen Gipfel des Irazú und fahren hinunter nach Cartago auf 1’412 m.ü.M. Etwa zwei Kilometer vom Zentrum entfernt finden wir einen passenden Parkplatz für den Bodyduck und erkunden die Stadt von dort aus zu Fuss. Unser Weg führt uns zunächst zur Basilika Nuestra Señora de los Ángeles. Die imposante Architektur mit ihren hellen Fassaden und der prunkvollen Kuppel wirkt auf uns wie ein Magnet; im Inneren spüren wir die tiefe Ehrfurcht der Gläubigen, die diesen Ort zu einem der bedeutendsten spirituellen Zentren des Landes machen.

Weiter zieht es uns zu den Ruinas de la Parroquia de Santiago Apóstol. Die massiven Steinmauern ohne Dach, die von üppigem Grün und gepflegten Gärten im Inneren zurückerobert werden, erzählen uns stumm von der gewaltigen Kraft vergangener Erdbeben und verleihen dem Ort eine fast mystische Ruhe. Wir überqueren die belebte Plaza Mayor und tauchen anschliesslich in das geschäftige Treiben des Mercado Central ein, wo uns die Vielfalt der lokalen Gerüche und Farben beeindruckt. Bevor wir den Rückzug zu unserem Bodyduck einläuten, kehren wir im Restaurant La Terrazza ein.

1275 m ü.M.
38 Km gefahren / 1 Std

Monumento Nacional Guayabo

Die Anreise zum Monumento Nacional Guayabo gestaltet sich als ein Erlebnis für sich, da uns die kurvenreiche Strasse durch eine idyllische Agrarlandschaft führt. Wir steuern den Bodyduck durch weite Zwiebel- und Erdbeerfelder, wobei die kühle Bergluft und das satte Grün der Hänge die Fahrt begleiten.

Das Monumento Nacional Guayabo selbst ist die bedeutendste archäologische Stätte Costa Ricas und beeindruckt uns durch seine strategische Lage an den Ausläufern des Vulkans Turrialba. Die Geschichte dieses Ortes reicht weit zurück, da die Stadt etwa zwischen 1000 v. Chr. und 1400 n. Chr. besiedelt war und vermutlich bis zu 10’000 Menschen beherbergte, bevor sie aus bis heute ungeklärten Gründen verlassen wurde.
Wir erkunden das Gelände und bestaunen die präzise gefertigten Steinbauten, zu denen monumentale Hügelgräber, gepflasterte Strassen und ein hochentwickeltes Aquäduktsystem gehören. Besonders faszinierend wirkt auf uns, dass die Wasserleitungen nach all den Jahrhunderten teilweise noch immer funktionsfähig sind, was die enorme technische Kompetenz der damaligen Bewohner unterstreicht. Während wir zwischen den Überresten der ehemaligen Häuptlingssitze wandeln, spüren wir die mystische Energie dieses Ortes, der einst ein wichtiges politisches und religiöses Zentrum darstellte. Trotz der vergangenen Zeit sind die Petroglyphen und die kunstvollen Steinmetzarbeiten noch deutlich erkennbar und lassen uns über das Verschwinden dieser Hochkultur rätseln.

5m ü.M.
31°C / 26°C
158 Km gefahren / 3.5 Std

Parque National Cahuita

Am Samstag erreichen wir die karibische Meeresküste und beziehen einen Grasparkplatz direkt im Dorfzentrum von Cahuita, der uns eine sehr ruhige Nachtruhe bietet. Das Wetter zeigt sich zunächst unbeständig, da es bis Sonntagabend und durch die gesamte Nacht anhaltend regnet. Erst heute stabilisiert sich die Lage, die Sonne zeigt sich vermehrt und ermöglicht eine vollständige Aufladung unserer Batterien. Mit der Sonne im Gesicht starten wir unsere Wanderung durch den Parque Nacional Cahuita, wobei der Eintritt in diesem Sektor auf Spendenbasis erfolgt. Der Wanderweg bis zur Entrada Puerto Vargas erstreckt sich über 8,5 Kilometer.

Von der insgesamt fünfstündigen Wanderzeit verbringen wir etwa zwei Stunden im heftigen Regen, was uns zwingt, durch riesige Wasserpfützen zu navigieren. Während dieser Phase lassen sich kaum Tiere blicken. Dennoch empfinden wir die Wanderung im Nachhinein als eine sehr schöne Erfahrung zwischen dem Rauschen des Meeres und dem ewig grünen Regenwald. Gegen Ende der Tour, als die Sonne erneut hervorkommt, entdecken wir schliesslich doch noch einige Bewohner des Nationalparks. Für den Rückweg nach Cahuita nutzen wir die Mitfahrgelegenheit bei einem Einheimischen für 3’000 Colones. Nach einer Dusche und dem Umziehen geniessen wir Seafood im Dorf und buchen zudem eine Tour für den nächsten Tag, um die Bribri, die indigenen Nachkommen dieser Region, zu besuchen.

Bribri

Um 09:30 Uhr startet unsere Tour vor dem Büro von Cahuita-Tour. Gemeinsam mit zwei Belgiern fahren wir in einem Microbus zu einer Bribri-Familie, die eine Kakaofarm betreibt und Heilpflanzen nach altem Brauch kultiviert. Auf einem Naturlehrpfad lernen wir die Erzeugung von Naturfasern, Chinin sowie verschiedene Früchte kennen. Besonders beeindruckt uns eine Frucht, die nach längerem Lutschen alles Süss schmecken lässt – ein Test mit einer extrem sauren Frucht bestätigt dieses faszinierende Phänomen. Wir entdecken Kurkuma, Muskat und Zimt, bevor wir zur Herstellung der Schokolade, dem „Getränk der Götter“, gelangen. Der Prozess von der Ernte über die Fermentierung bis zur Röstung der Kakaobohnen bleibt unvergesslich. Wir geniessen eine Kostprobe mit Bananen und eine traditionelle heisse Schokolade, die nur mit Wasser und etwas Zucker zubereitet wird.

Zudem erfahren wir viel über die Herstellung von Trinkgefässen aus Früchten sowie kunstvoll bemalten Taschen aus Pflanzenfasern. Nach gut zwei Stunden verlassen wir die Familie und besuchen in Bribri einen Park mit riesigen Bäumen, in denen hunderte Leguane ihren Lebensraum haben. Anschliessend suchen wir den Bribri-Wasserfall für ein abkühlendes Bad auf. Auf dem Weg begegnen wir zahlreichen kleinen Fröschen, darunter dem Golfodulcean-Giftfrosch und dem Erdbeerfröschchen. Zurück in Cahuita beschliessen wir den Tag mit einem typischen karibischen Mittagessen aus Reis, Bohnen und Hühnerkeule.

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