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2026.05.06 – 05.27 Costa Rica

Zsolt
Zsolt – 2026.05.06 – 05.27 Costa Rica

Costa Rica Teil 9

30°C / 24°C
62 m ü.M.
82% Humidity
31 Km / 1 Stunde gefahren

Don Gabriele

Wir verbringen eine volle Woche an diesem wunderbaren Ort mitten im Dschungel, denn es gibt viel zu tun. Wir nutzen die Zeit intensiv zum Waschen, reinigen und erledigen einige notwendige Reparaturen an unserem Bodyduck.
Wir finden hier, kurz ausserhalb von Naranjito bei Don Gabriel, genau die Ruhe, die wir abseits der Touristenströme suchen. Auf der grossen Rasenfläche haben wir mit unserem Bodyduck massig Platz und geniessen den Luxus von Duschen, Toiletten und einem riesigen Pool. Obwohl das Restaurant eigentlich nur am Wochenende offen ist, fragen wir einfach nach und werden prompt auch unter der Woche bekocht – das Essen schmeckt uns ausgezeichnet und ist zudem sehr günstig. Wir zahlen 5000 ₡/P inklusive Wasser und Strom, was für uns ein fairer Deal ist. Auch wenn wir sehen, dass die Anlage schon etwas in die Jahre gekommen ist, beeindruckt uns die tadellose Sauberkeit sehr. Was für uns diesen Ort jedoch wirklich unvergesslich macht, sind Jamila und Don Gabriel. Wir fühlen uns durch ihre herzliche Gastfreundschaft nicht wie zahlende Gäste, sondern werden wie ein Teil der Familie aufgenommen.

Die Anfahrt von Quepos ist fast komplett asphaltiert, nur die letzten Kilometer auf einer Schotterpiste führen zu diesem Rancho.
Für uns ist dieser Platz ein absoluter Lieblingsort, den wir jedem Reisenden ans Herz legen.

3m ü. M.
34°C / 25°C
84% Humidity
75 Km gefahren / 1,5 Std

Casa Viva, Bahia Ballena

Etwas wehmütig verlassen wir Don Gabriel und seine Rancho. Nach einem letzten Sprung in den Pool und dem Zusammenpacken machen wir uns auf den Weg in Richtung Uvita.
Auf der Hauptstrasse begleiten uns wieder beidseitig unzählige Palmen, da die gesamte Region hier intensiv vom Palmöl lebt.

Kurz vor Uvita biegen wir in eine etwas versteckte Seitenstrasse ein, die entlang eines Flusses mit riesigen Bambusbäumen bewachsen ist. Eigentlich wollen wir hier ein bis zwei Tage verbringen und unten im Fluss baden, jedoch erscheint uns die Gegend schliesslich nicht sehr vertrauensvoll. Nach einem kurzen Fotoshooting machen wir uns daher lieber auf die letzten drei Kilometer zu unserem heutigen Ziel.

Wir steuern das Casa Viva in Bahía Ballena an, einen tollen Campingplatz, von dem aus man es nicht weit bis zum Strand hat. Die berühmte Walflosse, das Wahrzeichen von Uvita, können wir von hier aus über einen etwa drei Kilometer langen Spaziergang am Strand entlang erreichen, ohne dass wir die Eintrittsgebühr von 6 Dollar pro Person für den Nationalpark entrichten müssen.

Der Platz liegt mitten im Wald, sodass man hier Brüllaffen, Tukane, Aras und Mono Titis antreffen kann. Am Abend machen wir noch einen ausgiebigen Spaziergang am Wasser und erleben einen absolut grandiosen Sonnenuntergang.

Die berühmte „Walflosse“ von Uvita ist eine natürliche Sandbank, die durch das Zusammenspiel zweier Meeresströmungen entsteht. Von Norden und Süden treffen die Strömungen in der Bucht aufeinander und lagern den Sand so ab, dass sich eine perfekt geformte Landzunge bildet. Bei Ebbe wird die gesamte Formation sichtbar und erinnert aus der Vogelperspektive an eine riesige Walflosse – ein passender Zufall, denn genau hier ziehen jedes Jahr Buckelwale vorbei. Bei Flut verschwindet die Flosse fast vollständig unter Wasser und zeigt sich erst mit dem nächsten Niedrigwasser wieder. Das Wasser erreicht heute bereits um 06:50 Uhr den tiefsten Stand, und das nächste Mal dann am Abend um 18:50 Uhr.
Wir nutzen das morgendliche Zeitfenster optimal, laufen etwa 45 Minuten am Strand entlang und erfreuen uns an einem herrlich klaren und sonnigen Morgen. Bei diesen perfekten Bedingungen lassen wir gleich die Drohne steigen, um das Naturschauspiel von oben festzuhalten.
Unterwegs sehen wir einige Mono Titis, junge Weissibisse sowie einige Tukane, und von weitem hören wir die Brüllaffen aus dem Dschungel rufen.

7m ü.M.
32°C /25°C
87% Humidity
61 Km gefahren / 1 Std.

Sierpe

Die Zeit in Costa Rica geht langsam zu Ende, und wir müssen das Land spätestens am 28. Mai verlassen.
Die berühmteste Sehenswürdigkeit müssen wir jedoch noch besuchen: den Nationalpark Corcovado.
So fahren wir in Richtung Süden und peilen das von vielen Reisenden empfohlene Hotel Cocodrillo in Sierpe an. Stephanie empfängt uns dort herzlich und heisst uns willkommen. Die Anlage ist toll und bietet einen Pool sowie eine riesengrosse Wiese. Diese zu befahren ist im Moment mit unserem Bodyduck jedoch nicht empfohlen, da sie durch den vielen Regen sehr aufgeweicht ist. Neben dem Eingang ist aber ein geeigneter, fester Platz direkt neben der Steckdose.

Gleich nach dem Einrichten erkundigen wir uns bei Stephanie wegen einer Tour in den Nationalpark Corcovado. Sie ruft sofort den Veranstalter an und stellt fest, dass es bereits 13:54 Uhr ist – es reicht gerade noch für morgen, denn in den Tagen danach ist keine weitere Tour vorgesehen. Wir zögern nicht, buchen sofort und freuen uns riesig auf unser letztes grosses Abenteuer in Costa Rica.
Nachdem alles geregelt ist, erkunden wir uns die Umgebung und laufen ins Dorf, wo wir einen schönen, gepflegten Hauptplatz vorfinden und in einem Tienda sogar unsere Claro SIM nachladen können.

Unweit der Hauptstrasse, in einer Seitenstrasse von Sierpe, (8.869410, -83.470183), befindet sich in einem unscheinbaren Wohnhaus eine kleine Pizzeria, die für viele als die beste der Region gilt. Jefferson und seine kleine Familie, Cherry und Megan, bieten verschiedene Pizza und Calzone zum Mitnehmen an — der hausgemachte Sauerteig überrascht mit authentischem Geschmack. Wir bezahlen für zwei Pizza ₡8500….

Parque National Corcovado

Die Tour:
Dauer ca. 10 Std, davon zwei Mal 2.5 Std Bootsfahrt,
Kosten 140 USD/P.
Einfaches Mittagessen an der Rangerstation, Wasser, Früchte und Kuchen auf dem Boot.

Unsere Abfahrt an der Anlegestelle im Dorf erfolgt um 07:00 Uhr, nachdem uns die freundliche Stephanie von unserem Hotel bereits um 06:45 Uhr dorthin bringt. Nach der Registrierung, dem Erhalt eines Armbändchens und einem gratis Kaffee geht es voller Vorfreude los. Wir gleiten etwa 40 Minuten durch die grösste Mangrovenlandschaft Mittelamerikas, gefolgt von einer eineinhalb Stunden langen, harten Fahrt auf dem offenen Pazifik. Unser Kapitän steuert das Boot zwar möglichst geschickt durch und über die Wellen, kann jedoch bei der hohen Geschwindigkeit heftige Schläge auf die Wasseroberfläche nicht verhindern, was unsere Wirbelsäulen ordentlich fordert. Am Ziel angekommen, müssen wir mangels Anlegesteg bei Ebbe durch das Wasser und über glitschige Steine an Land waten.

Wir raffen uns zusammen und laufen auf einem Trail los – im grössten Nationalpark Costa Ricas zu stehen, fühlt sich zunächst unglaublich cool an.

Schon nach den ersten Metern treffen wir auf Ameisenbären, Kolibris, Nasenbären, Agutis, Totenkopfaffen und auch giftige Spinnen, die mit ihrem Netz sogar Kolibris einfangen. Da kommt noch bestimmt mehr, denken wir….. Zusammen mit unserem Guide David und der zehnköpfigen Gruppe erreichen wir nach etwa 20 Minuten die Rangerstation zur Anmeldung. Nach einer Weile kommt David jedoch direkt auf uns zu und teilt uns mit, dass wir den Park nicht betreten dürfen, da unsere Anmeldung am Vortag zu spät eingegangen ist. Er zeigt uns zum Beweis den WhatsApp-Verlauf mit den Zeitangaben.

Klartext: Wir geben unsere Reservation am Vortag um 13:54 Uhr ab, die Ranger bearbeiten sie jedoch erst um 14:08 Uhr und stellen fest, dass dies laut Reglement nach der Frist von 14:00 Uhr liegt. Somit verweigern sie uns den Zutritt. Punkt.

Uns bleibt nichts anderes übrig, als an der Station zu warten, bis unsere Gruppe von der Wanderung zurückkehrt.
Nach dem gemeinsamen Essen treten wir den Rückweg an.
Trost Nr. 1: Die Gruppe sichtet auf ihrer Wanderung ohne uns ebenfalls keine nennenswerten Tiere.
Trost Nr. 2: Bei der Rückkehr herrscht Flut, sodass uns der weite Weg über die rutschigen Steine erspart bleibt.

Sofort nach Bekanntwerden des Desasters kontaktieren wir Stephanie, die uns beruhigt und vertröstet uns bis unsere Rückkehr. Nach einer erneuten, zweieinhalbstündigen Fahrt durch den rauhen Pazifik und die Mangroven erreichen wir wieder Sierpe.
Trost Nr. 3: Der Tourveranstalter zahlt uns unkompliziert 240 Dollar in bar auf die Hand aus und behält lediglich den Betrag für das Mittagessen ein. Damit ist unser Corcovado-Besuch zwar ein Desaster, aber immerhin einigermassen gerecht abgeschlossen.
Auf die Frage, ob wir morgen oder übermorgen noch einmal hinwollen, lautet unsere Antwort ganz klar: NEIN DANKE!

32°C / 27°C
7m ü.M
87% Humidity
105 Km gefahren / 2 Std.

Wir wollen die letzten Tage in Costa Rica an der von vielen Reisenden als sehr schön bezeichneten Playa Blanca verbringen.
Die Fahrt führt uns, wie fast an der gesamten Pazifikküste entlang, zwischen schier unendlich scheinenden Palmenwäldern der Palmölindustrie hindurch.
Die Strasse, die an den Golfo Dulce führt, ist relativ eng sowie sehr kurvenreich, und es herrscht ein reger Lastwagenverkehr. Unter solchen Bedingungen kommen wir langsam aber sicher an unserem Ziel an.
Der Strand ist wirklich sehr schön, und wir können uns an vielen Orten direkt am Wasser einen absoluten Top-Platz aussuchen.
Wir laufen jeden Tag unter den Bäumen und Palmen am Strand entlang, mal nach links und mal nach rechts. Unzählige Vögel beleben diesen Abschnitt des Golfo Dulce ungemein. Wir beobachten prächtige Aras, sehr viele Grünwangenamazonen, Tukane und entdecken sogar Gelbkopfkarakaras mit ihren Jungvögeln. Im Wasser sehen wir des Öfteren Schildkröten, die hin und wieder auftauchen, um Luft zu holen. Jeden Tag pünktlich bei Flut um 10:31 Uhr erscheinen ganz in unserer Nähe Delfine und präsentieren eine ganze Weile lang ihre Vorführung, bevor sie wieder in der Weite des Golfes verschwinden.
Die Mangroven sind auch hier geschützt und werden von Naruschutzorganisationen gepflegt und vermehrt.
Morgens erleben wir zudem fantastische Sonnenaufgänge, was das frühe Aufstehen um 05:30 Uhr absolut entschädigt.

Zufälle gibt es natürlich überall: Wir lernen hier Franz aus dem Wallis kennen, der seit 15 Jahren hier lebt und ein Restaurant führt, momentan jedoch Betriebsferien hält, da sowieso keine Touristensaison ist.

31 m ü.M
33°C / 26°C
88% Humidity
14 Km gefahren / 1/2 Std

Ganz in der Nähe wohnen alte Bekannte von uns, Steffi und Karsten von Dinos Adventure, mit ihren Zwillingen Oskar und Henry. Sie haben sich hier ein eigenes Stück Land gekauft und bieten, wie es sich für ehemalige Reisende gehört, einen Campingplatz für Overlander an. Sie verfügen über viel Platz unter angenehm schattigen Bäumen, halten aber auch Plätze mit voller Sonne für alle bereit, die auf Solarenergie angewiesen sind. Eine schöne Dusche und Toilette, eine Aussendusche, Frischwasser sowie Dumpingstationen, die jedoch nur ohne Chemiezusatz zu benutzen sind, stehen zur Verfügung. Karsten bietet zudem verschiedene geführte Nachttouren und Wanderungen an, da er sich hervorragend mit der Flora und Fauna in der Umgebung auskennt.
Für am Abend wird der Pizzaofen angeheizt. Aus der grossen Auswahl entscheiden wir uns für eine türkische Pizza und eine Quattro Formaggi, belegt mit echtem italienischem Käse. Der Teig – selbstverständlich aus Sauerteig hergestellt – macht jede der beiden zu einer kleinen Genussexplosion.

Die beiden haben sich hier ein wahrhaftes Paradies erschaffen und sind auf ihrem Weg angekommen. Hier am Rande des Regenwaldes leben sie wie echte Nachbarn Tür an Tür mit den vielen verschiedenen Waldbewohnern zusammen. So teilen sie ihren Alltag mit Tukanen, Aras, schwarmweise fliegenden Grünwangenamazonen, Mono Titis und zahlreichen Singvögeln. Aus der Ferne hallt der Ruf der Brüllaffen herüber, die lautstark ihre Anwesenheit verkünden. Es gibt hier auch verschiedene Arten von Schlangen; die meisten sind ungiftig, aber auch einzelne giftige Exemplare verstecken sich im Gebüsch.

Die Zufahrt zur Finca los Dinos ist zwar etwas ruppig, aber für jede Fahrzeuggrösse gut fahrbar. Ein Besuch bei dieser äusserst liebevollen Familie lohnt sich absolut, um sie mit ein paar erholsamen Tagen Aufenthalt in diesem sehr ruhigen Paradies zu unterstützen.

Paso Canoas, Grenze CR – PA

Nach genau 186 Tagen verabschieden wir uns von Costa Rica und meistern den Grenzübertritt nach Panama an der geschäftigen Station Paso Canoas als kompaktes, zweieinhalbstündiges Behörden-Abenteuer.
Auf der costa-ricanischen Seite erledigen wir die Ausreisegebühr, den Passstempel und die TIP-Entwertung unseres Bodyduck dank einer unkomplizierten Fahrgestellnummer-Kontrolle direkt am alten, blauen Zollgebäude.

Nach dem Wechsel auf die panamaische Spur besorgen wir zuerst die obligatorische Haftpflichtversicherung hinter dem Hauptgebäude, bevor wir bei der Migration digital erfasst und offiziell gestempelt werden.
Das Ausstellen des kostenlosen Fahrzeug-TIPs wird durch einen streikenden Zolldrucker kurzzeitig zur Schnitzeljagd, sodass wir das Dokument für einen Dollar in einem nahegelegenen Kopiershop abholen müssen.
Die anschliessende Fahrzeugkontrolle durch den freundlichen Beamten im blauen Hemd erweist sich als harmloser Kontrollblick im Wohnraum, ohne dass Schränke oder der Kühlschrank geöffnet werden.
Zum krönenden Abschluss zahlen wir 15 Dollar für die Fumigacion und rollen mit fest verschlossenen Fenstern durch die bestialisch stinkende Begasungsanlage direkt hinein in unser neues Abenteuer in Panama.

Costa Rica in Zahlen:

  • 186 Tage Aufenthalt
  • 3’732 Km gefahren
  • 145 Campgrounds
  • 12 Pannen
  • Dieselpreis ca. Sfr 0.86 – 0.98
  • Wechselkurs 1 Sfr  ₡ 620.15
  • 1 L Milch ca. Sfr 1.62
  • 500 gr Schweinshals ca. Sfr 6.30
  • 350 gr Grichische Yoghurt ca. Sfr. 4.27
  • 400 gr Speck ca. Sfr 5.10
  • 1 L Canola Öl ca. Sfr 4.76
  • 1 Kg Weizenmehl ca. Sfr 1.56
  • 1 Dose Imperial Bier 0,47 L ca. Sfr. 1.74

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