2026.07.19 – 07.24 Kolumbien
Kolumbien Teil 1
33°C/ 25°C
76% Humidity
6m ü.M.
Cartagena
Hola Südamerika! Wir sind gekommen, um unvergessliche Erlebnisse und neue Eindrücke zu sammeln. Bodyduck kommt etwas später…….
Der Flug mit Wingo von Panama City nach Cartagena verläuft völlig unspektakulär und dauert knapp eine Stunde. Auch der Zoll und die Immigration am Flughafen Cartagena sind in etwa einer halben Stunde völlig problemlos erledigt, mit 90 Tage Aufenthalt in Kolumbien. Gleich danach geht es mit dem Uber ins reservierte AirBnB, wo wir erst einmal tief durchatmen.
Am Nachmittag sitzen wir in einem gemütlichen Restaurant beim Essen, als zufällig das WM-Finale läuft. Spanien schlägt Argentinien verdient und wird Weltmeister. Den ersten Abend lassen wir ganz entspannt in unserem AirBnB ausklingen, das sogar einen coolen Pool bietet.
Heute erleben wir eine kleine Überraschung. Als wir unsere geplante To-do-Liste abarbeiten wollen, stellen wir mit Erstaunen fest, dass heute der «Día de la Independencia de Cartagena» ist. Alle Geschäfte und Ämter bleiben geschlossen – vorgewarnt hat uns niemand.
So bleibt uns nichts anderes übrig, als den Tag für eine ausgedehnte Erkundungstour durch diese wunderschöne Kolonialstadt zu nutzen. Cartagena de Indias, im Jahr 1533 gegründet, zählt mit ihren mächtigen Festungsanlagen und der traumhaft erhaltenen Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Einst war die Stadt einer der wichtigsten Handelshäfen Amerikas und die goldene Perle der spanischen Krone in der Karibik.
Die leuchtenden Farben der Kolonialbauten und die mitreissende Fröhlichkeit der Menschen ziehen uns trotz der vielen Touristen sofort in ihren Bann. Einzig die Preise verwirren uns etwas: Gemessen am Einkommen eines kolumbianischen Mittelschicht-Arbeiters von etwa 35’000 COP pro Tag kostet ein einfaches Bier hier bereits 12’000 COP oder sogar mehr. Nur beim Diesel gibt es eine erfreuliche Überraschung: Mit 11’075 COP pro Gallone ist der Treibstoff spürbar günstiger als noch in Zentralamerika.
Heute starten wir mit der Bargeldbeschaffung. Die meisten Geldautomaten erlauben lediglich ein Limit von 1Mio COP bei einer Gebühr von 26’000 COP. Bei der Banco Popular (10.423359, -75.548235) werden wir fündig und erhalten direkt 2Mio COP für 28’000 COP Gebühren.
Anschliessend geht es zur Notaría Segunda de Cartagena (10.422765, -75.550687), um die Vollmacht für Ana Rodriguez, unsere Agentin für den Fahrzeugimport, beglaubigen zu lassen. Auch die obligatorische SOAT-Fahrzeugversicherung erledigen wir speditiv über WhatsApp(+57 3175385539) bei Multiseguro für 390’000 COP für 90 Tage. Nach der Kontaktaufnahme senden wir Fahrzeugschein und Reisepass per E-Mail ein. Kurz darauf trifft der Preis ein, woraufhin bei Baco Divienda(10.423611, -75.547748) eine Nequi-Überweisung von 390’000 COP auf die angegebene Telefonnummer tätigen. Wir schicken die Quittung per WhatsApp zurück und bereits eine halbe Stunde später trifft die Police im E-Mail-Postfach ein.
Der ganze Spiessroutenlauf dauert insgesamt nur etwa drei Stunden. Den Rest des Tages nutzen wir wieder ausgiebig für die Erkundung der Stadt.
Wir besuchen den Goldmuseum, geniessen einen Drink auf einem Roof Bar, schlendern im Künstlerviertel von Getsemani…..
Heute besuchen wir das San Felipe de Barajas Fort. Ein Uber bringt uns für umgerechnet etwa drei Schweizer Franken aus der Stadt, da uns dringend davon abgeraten wurde, die Strecke zu Fuss zurückzulegen. Die im 17. Jahrhundert erbaute Befestigungsanlage gilt als eine der grössten und stärksten Festungen, die die Spanier je in ihren Kolonien errichtet haben. Mit ihrem ausgeklügelten System aus Bastionen und unterirdischen Tunnels diente sie einst dazu, die wohlhabende Hafenstadt vor Piraten und feindlichen Flotten zu schützen. Auch heute brennt die Hitze unerbittlich, als wir die mächtige Festung ohne jeglichen Schatten erklimmen. Die Aussicht von oben auf die Stadt und das Meer ist phänomenal, dennoch sind wir froh, als wir wieder unten ankommen.
Wir flüchten direkt gegenüber ins kühle Museo Del Chocolate Colombia – Cartagena mit seiner herrlich klimatisierten Verkaufsausstellung. Auch die berühmte Skulptur Las Botas Viejas wollen wir uns nicht entgehen lassen, machen uns kurz auf den Weg dorthin und stellen fest, dass es zwar für ein schnelles Foto reicht, der kurze Fussweg aber kaum der Rede wert ist.
Später kümmern wir uns um die Bürokratie der mobilen Erreichbarkeit: Wer in Kolumbien als Ausländer eine SIM-Karte kauft, muss diese mit dem Reisepass registrieren lassen. Das alleine reicht jedoch nicht aus, denn auch die IMEI-Nummer des Mobiltelefons muss offiziell hinterlegt werden. Ohne diese Registrierung droht die Sperrung des Geräts, sodass man in ganz Kolumbien nicht mehr telefonieren kann. Wir erledigen das Prozedere in einer grossen Claro-Filiale. Die Bedienung verläuft extrem schleppend und nimmt fast drei Stunden in Anspruch, obwohl der Service immerhin kostenlos ist.
Heute verbringen wir einen weiteren Tag mit Warten.
Um die Zeit sinnvoll zu nutzen, unternehmen wir einen ausgedehnten Rundgang auf den historischen Mauern von Cartagena. Die kilometerlange Befestigungsanlage aus dem 16. bis 18. Jahrhundert umschliesst das historische Zentrum schützend gegen Angriffe von See. Ursprünglich erbaut, um die Schätze der spanischen Krone vor Piraten zu sichern, zählt das imposante Bauwerk mit seinen massiven Bastionen heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Während wir über die dicken Steinmauern schlendern, geniessen wir den herrlichen Ausblick auf das Karibische Meer auf der einen und das lebendige Treiben der Stadt auf der anderen Seite.
Anschliessend spazieren wir weiter durch die engen Gassen, saugen die Farbenfreude der prächtigen Kolonialhäuser auf und geniessen das ganz besondere Flair dieser historischen Kulisse.
Am Nachmittag trifft schliesslich die ersehnte Nachricht ein: Morgen früh um 8:00 Uhr treffen wir uns direkt bei der Hafeneinfahrt mit Jose, dem Mitarbeiter unserer Import-Agentin Ana.
Die Freude ist riesig – endlich geht es wieder einen Schritt weiter!
Um 7:15 Uhr bestellen wir ein Uber, das uns direkt zum Hafen bringt. Dort treffen wir uns wie vereinbart mit Juan, der uns mit der nötigen Sicherheitsausrüstung wie Helm, Sicherheitsschuhen und Warnweste versorgt. Heute ist der grosse Tag: Ich darf unseren Bodyduck endlich vom Flat-Rack herunterfahren.
Die Sicherheitskontrollen am Hafeneingang sind extrem streng. Schliesslich holt mich ein Hafenmitarbeiter ab und begleitet mich zum Stellplatz. Ein kurzer Spaziergang um die Ecke, und da steht unser Bodyduck vor uns. Die Fesseln und schweren Ketten werden gelöst, und ich kann das Fahrzeug ganz nach vorne steuern, damit die Rückwand abgeklappt werden kann. Und hier wird es extrem knapp: um zwei Zentimeter reicht es dann schliesslich….
Ein dringender Tipp an alle Overlander: Versucht niemals, mit einem Fahrzeug, das länger als 10 Meter ist, auf ein 40-Fuss-Flat-Rack zu verladen. Besteht unbedingt auf eine Ausführung mit 45 Fuss. Diese sind zwar schwieriger zu bekommen, aber ein 40-Fuss-Flat-Rack ist schlicht zu kurz. Ansonsten bleibt nur noch das Be- und Entladen mit einem Kran – und das geht richtig ins Geld. In diesem Fall fahrt ihr mit RoRo definitiv besser…
Nach dem entladen parke ich unseren Bodyduck vorerst auf dem Zollplatz direkt im Hafengelände.
Am Nachmittag fahren wir mit einem Uber zum Hauptzollamt und treffen dort auf einen weiteren Mitarbeiter von Ana. Wir unterzeichnen die nötigen Dokumente für die Zollfreigabe. Rund eine Stunde später trifft die Freigabe vom Zoll bereits per E-Mail ein, welche wir direkt an Ana weiterleiten. Morgen können wir unser Fahrzeug endlich abholen.
Wir vereinbaren mit Ana, dass wir uns heute um 8:00 Uhr in ihrem Büro treffen, um ihre Dienstleistungen sowie die Importgebühren zu begleichen. Danach fahren wir wiederum gemeinsam mit Juan zum Hafen – streng nach Vorschrift gekleidet in langen Hosen, langärmligem Hemd, Sicherheitsschuhen, Warnweste und Helm. Beim Eingang müssen wir noch etwa zwei Stunden warten, bis mich schliesslich ein Hafenmitarbeiter abholt und zum Bodyduck bringt.
Doch dann ist es so weit: Einsteigen, Motor starten, und endlich rollt der Bodyduck los! Auf dem Weg nach draussen passieren wir noch drei strenge Sicherheitskontrollen, ehe wir das Hafengelände endgültig hinter uns lassen. Eine unheimliche Erleichterung überfährt uns in diesem Moment…
Anschliessend steuern wir unser Schätzchen mitten durch die Stadt und lernen dabei aus erster Hand die ganz speziellen Fahrkünste und Eigenheiten der kolumbianischen Verkehrsteilnehmer kennen. Wir stellen den Bodyduck schliesslich auf einem bewachten öffentlichen Parkplatz in der Nähe des Zentrums ab und nehmen all unsere Wäsche mit zum Waschen. Das ist nun definitiv die allerletzte Nacht, in der wir nicht in unserem eigenen Zuhause schlafen.



































































































































































