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2023.11.12 – 12.05 Guatemala

Zsolt
Zsolt – 2023.11.12 – 12.05 Guatemala

Guatemala zum zweiten, Teil 2

Finca La Escondida

Gemeinsam mit Tanja und Gunnar von 3weltreisen.de steuern wir die Finca La Escondida an. Schon in der ersten Minute werden wir von dem Panorama, das uns hier erwartet, völlig überwältigt. Wir stehen mitten auf einer weitläufigen Kuhweide, die jedoch mit viel Liebe zum Detail hergerichtet wurde. Überall laden Schaukeln, riesige Holzstühle und gemütliche Hängematten dazu ein, die Seele baumeln zu lassen. Besonders beeindruckend ist der Wanderweg zu einem Aussichtspunkt: Dort ist ein Netz direkt über dem Abgrund gespannt. Wer sich hinauswagt, schwebt förmlich über der Tiefe und geniesst einen freien Blick in den Abgrund – ein echter Nervenkitzel!

Die Aussicht ist schlichtweg atemberaubend – ein echtes „Woow-Erlebnis“. Direkt vor uns türmen sich majestätisch gleich vier der bekanntesten Vulkane des Landes auf: der aktive Fuego, der mächtige Acatenango, der formschöne Agua und im Hintergrund der Pacaya. Es ist ein unvergleichliches Gefühl, diese Giganten so nah und friedlich beieinander zu sehen. Hier lässt es sich wahrlich aushalten, und wir geniessen jede Sekunde in diesem Naturparadies.

Festival de las Flores in Antigua

An diesem Wochenende steht Antigua ganz im Zeichen des traditionellen Festival de las Flores. Die ganze Stadt ist in ein unglaubliches Blütenmeer getaucht. Gemeinsam mit Susanne und Jens sowie Martina und Gerd begeben wir uns mitten ins Geschehen. Es sind sehr viele Menschen unterwegs, um die aufwendigen Blumendekorationen zu bestaunen, die Fassaden, Balkone und ganze Strassenzüge schmücken. In den Hauptgassen, wo die Pracht am grössten ist, braucht man wirklich viel Geduld, aber der Anblick ist jede Minute Warten wert.

Nicht nur die Augen, auch die Ohren bekommen etwas geboten: Auf dem Parque Central spielen verschiedene Live-Bands, und die Stimmung ist fantastisch. Es wird gelacht, getanzt und die Lebensfreude der Guatemalteken ist förmlich greifbar.

Nachdem wir uns durch die blumigen Gassen treiben liessen, kehren wir bei Pappy’s BBQ ein. Da wir schon einmal dort waren, wussten wir, dass uns eine hohe Qualität erwartet – und wir wurden auch heute nicht entäuscht. Es war der ideale Ort, um in geselliger Runde die Eindrücke des Tages Revue passieren zu lassen.

Lago Atitlán

Nach drei erlebnisreichen Wochen in Antigua und Umgebung ist es Zeit für einen Standortwechsel. Unser Ziel ist der berühmte Lago Atitlán. Für die Fahrt nehmen wir die CA-1, eine vierspurige Autobahn, die uns mit zahlreichen Kurven und ordentlichen Steigungen fordert. Der dichte Verkehr sorgt dafür, dass wir seit langem wieder einmal richtig im Stau stehen – eine kleine Geduldsprobe.

Auch die finale Zufahrt nach Panajachel hat es in sich: Die Strasse ist steil und sehr kurvenreich. Die Fahrt durch den Ort bis zum Fussballfeld ist Millimeterarbeit; an einigen Stellen muss der Gegenverkehr sogar zurücksetzen, damit wir mit unserem Bodyduck vorbeikommen. Doch die Mühe lohnt sich!

Unser Stellplatz befindet sich direkt am See und bietet einen fantastischen Blick auf die umliegenden Vulkane. Am Wochenende herrscht hier reges Treiben: Einheimische reisen mit den farbenfrohen Chicken-Bussen an und verbringen den ganzen Tag am See. Die Busse parken geduldig mit uns auf dem Platz, bis sie gegen Abend wieder abfahren. Ab 19:00 Uhr kehrt schlagartig Ruhe ein, und wir können die Nacht auf diesem kostenlosen Parkplatz in vollen Zügen geniessen.

Am Sonntag spazieren wir gemütlich am Ufer entlang und informieren uns über die verschiedenen Bootsausflüge zu den anderen Dörfern am See. Beim Schlendern durch die Strassen von Panajachel fallen uns sofort die vielen bewundernswerten Wandmalereien, die sogenannten Muros, ins Auge. Die Stadt nutzt ihre Mauern als riesige Leinwände, um die lokale Kultur und Geschichte lebendig zu halten. Diese Kunstwerke zeigen oft Szenen aus dem täglichen Leben der Maya, farbenfrohe Trachten, Porträts von Einheimischen oder die beeindruckende Flora und Fauna rund um den Atitlán-See. Die Detailverliebtheit und die leuchtenden Farben verleihen der Stadt einen ganz eigenen, kreativen Charakter, der im starken Kontrast zu den historischen Ruinen von Antigua steht. Es ist fast wie ein Besuch in einer Freiluft-Galerie, bei dem man hinter jeder Strassenecke ein neues, beeindruckendes Motiv entdeckt.

San Marcos La Laguna

Mit einem Lancha Collectivo fahren wir nach San Marcos La Laguna (25 Qz P/P one way). Es wird dem Ort als Hippie-Dorf nachgesagt, was wir nur bestätigen können. Viele coole Typen treffen wir hier an, die der Mainstream-Gesellschaft entflohen sind. In den Gassen laufen wir hoch und runter, begutachten Souvenierläden, finden knusperiges Brot und am Schluss essen wir etwas feines. Es ist alles sehr touristisch hier, auch die Preise…

Am Nachmittag wandern wir im Cerro Tzankujil Nature Reserve an der Küste entlang, wo sich viele Badegäste an der Nachmittagsonne erfreuen und von den Felsen waghalsig ins Wasser springen. Weiter geht es hoch zu Mirador Cumbre, vorbei an einem Altar, wo die Mayas seit Jahrhunderte Ceremonien volziehen. Gut ausgebaute Weg führt bis nach oben, wo uns ein fantastischer Aussicht auf die Vulkane, San Pedro, Toliman und Volcan Atitlan erwartet….

Wir kehren genau zu der richtige Zeiten zu unserem Bodyduck auf dem Fussballplatz zurück und können einen tollen Sonnenuntergang geniessen.

San Pedro La Laguna

Heute setzen mit dem Boot nach San Pedro La Laguna über. Das Dorf schmiegt sich direkt an den Fuss des gleichnamigen Vulkans San Pedro und empfängt uns mit einem sehr traditionellen Bild: Ein Grossteil der Frauen trägt hier die typischen, farbenfrohen Maya-Trachten, was den Strassen eine ganz besondere Lebendigkeit verleiht.

Die Geografie des Ortes ist eine echte Herausforderung. Die Strassen sind zum Teil so extrem steil, dass Autos hier keine Chance haben. Daher beherrschen unzählige Tuk-Tuks das Stadtbild, die flink durch die engen Wege flitzen. Auch hier stossen wir immer wieder auf hübsche Wandmalereien an den Hauswänden, während die Wohnquartiere abseits der Touristenpfade jedoch eher bescheiden wirken.

Entlang der Uferpromenade reiht sich ein Lokal an das nächste. Es fällt uns sichtlich schwer, die schönste Terrasse mit der besten Aussicht auszuwählen, da jedes Restaurant mit noch besseren Angeboten versucht, die Touristen zu locken.

Unser Fazit: San Pedro war definitiv einen Besuch wert, doch San Marcos, das wir gestern besucht haben, hat uns am Ende trotzdem besser gefallen – vermutlich wegen der etwas entspannteren Atmosphäre dort.

Chichicastenango

Die kurvenreichen Strassen auf knapp 2000 m ü. M. fühlen sich in den bunt verzierten Chicken-Bussen noch abenteuerlicher an, als sie ohnehin schon sind. Unser Ziel ist ein Ort mit dem klangvollen Namen „im Gehege der Brennnesseln“ – besser bekannt als Chichicastenango. Die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis für sich, bei dem man ordentlich durchgeschüttelt wird, während die Landschaft an einem vorbeizieht.

Kaum angekommen, stehen wir mitten im berühmtesten Markt Guatemalas. Es ist einer der grössten und schönsten seiner Art in ganz Mittelamerika und findet jeweils am Donnerstag und Sonntag statt. Über 2000 Verkaufsstände drängen sich in den Gassen und bieten eine unglaubliche Vielfalt. Besonders beeindruckend ist die Farbgewalt, die vor allem durch die traditionellen Trachten der Maya-Frauen entsteht, die hier in der überwältigenden Mehrheit getragen werden. Es duftet nach Weihrauch, Gewürzen und frischem Essen – ein Fest für alle Sinne.

Einen starken Kontrast zum wuseligen Marktgeschehen bildet der örtliche Friedhof. Hier blicken wir auf eine fast endlose Anzahl von pastellfarbenen Gräbern, die oft mit kunstvollen Zeichnungen geschmückt sind. Wir entdecken zudem zwei Altäre, die speziell für religiöse Zeremonien eingerichtet sind. Es ist faszinierend zu beobachten, wie hier die alten Maya-Traditionen und der Glaube ganz selbstverständlich zusammenfliessen.

Am späten Nachmittag lassen wir uns von einem fröhlich klappernden Chickenbus zurück zu unserem Bodyduck schaukeln. Der Fahrer fährt, als hätte er persönlich eine Abmachung mit der Schwerkraft – aber wir kommen an, und das zählt. Am Abend sitzen wir vor unserem Camper, geniessen die Aussicht über den Lake Atitlán und lassen den Tag Revue passieren. Morgen nehmen wir dann den Weg Richtung Mexiko in Angriff – frisch ausgeruht, gut gelaunt und bereit für das nächste Kapitel unseres Abenteuers.

Die Strecke zur Grenze teilen wir mit einer Zwischenübernachtung auf, damit wir nicht erst im Dunkeln dort ankommen. Kurz vor dem Grenzübergang gönnen wir unserem Bodyduck noch eine gründliche Handbürsten‑Wellnessbehandlung – und schon glänzt er wieder, als käme er frisch aus dem Showroom.

Die Grenze El Carmen – Talisman ist super easy und schnell. Obwohl die Durchfahrt für unsere Grösse schier unmöglich erscheint, sind alle sehr hilfsbereit und machen es möglich.

Der Ablauf Grenzübergang mit eigenem Fahrzeug: Kommt man vom Berg herunter, wird es ein wenig chaotisch. Jeder schreit, winkt und will einweisen…. Einfach ignorieren und bis zur bedeckte Durchgang vorfahren. Da wird man von den SAT Mitarbeiter in die linke Spur geleitet. Direkt vor der Türe der SAT, wo man den guatemaltekische TIP löschen lassen muss. Die blaue Vignette muss man wieder abgeben, daher gleich mitnehmen.

→ 1. Original Fahrzeugschein, Reisepässe und TIP am Fenster abgeben. Eine Beamtin kommmt nach draussen und vergleicht die VIN Nr. mit dem Dokumenten.

→ 2. Danach läuft man 50m die Strasse runter, wo sich der Imigration Office befindet und ein Stempel mit Datum im Reisepass die Ausreise bestätigt wird. Somit kann Guatemala verlassen werden.

Dauer ca. 20 Minuten

Übersicht alle Grenzübergänge hier

Guatemala zum zweiten in Zahlen:
 • 42 Tage unterwegs
 • 1’359 Km gefahren
 • 32 Campgrounds
 • 1 Pannen

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