2023.04.20 – 05.01 Mexiko
Baja California (Mexico light), Teil 4
Bodyduck-Wellness in La Paz
Wieder zurück in La Paz (24.085455, -110.307684), ist es Zeit für eine gründliche Reinigung. Unser Bodyduck hat sich nach all den Abenteuern in Staub und Sand eine ausgiebige Dusche mit Wellness verdient. Wir steuern El Lalito Car Detailing an – ein Tipp, den wir bei iOverlander entdeckt haben.
Die Einfahrt befindet sich direkt an der Hauptstrasse, gegenüber der Pemex-Tankstelle. Auf dem Hinterhof gibt es zum Glück genügend Platz, auch für grössere Fahrzeuge wie unseren.
Die Jungs dort leisten wirklich ganze Arbeit: Eine gute Stunde lang wird geschrubbt, gespritzt und geputzt. Jede Ecke wird gründlich gereinigt, bis der ganze Schmutz der letzten Wochen verschwunden ist. Das Ergebnis ist schlichtweg begeisternd: Der Bodyduck glänzt wieder wie am ersten Tag! Und das Beste zum Schluss: Der Preis von nur 300 Pesos lässt absolut nichts zu wünschen übrig.
Playa Tecalote
Wir gönnen uns ein paar Tage am Beach, um gemeinsam mit Claudia & Thomas (@dubu-and-more.ch) so richtig auszuspannen. Das glasklare Wasser lädt zum Baden ein und die Seele kommt zur Ruhe.
Es ist faszinierend zu beobachten, wie sich der Strand verwandelt. Aus der Luft – und auch am Boden – ist der Unterschied zwischen Wochentagen und Wochenende klar erkennbar:
- Unter der Woche: Wir geniessen die fast meditative Stille, das sanfte Rauschen der Wellen und haben den Strand fast für uns alleine.
- Am Wochenende: Einmal mehr werden wir Zeugen der ausgelassenen mexikanischen Lebensfreude. Ganze Familien rücken an, es wird gegessen, gelacht und überall ertönen Musik und Gesang. Diese Lebenslust ist einfach ansteckend!
Was jedoch jeden Tag gleich bleibt, sind die spektakulären Naturschauspiele am Abend. Wir erleben wunderschöne Sonnenuntergänge, die den Himmel in die wildesten Farben tauchen und das glasklare Wasser glitzern lassen. Ein perfekter Moment, um mit guten Freunden auf das Leben anzustossen.
Isla Espíritu Santo
Gemeinsam mit Claudia und Thomas (@dubu-and-more) starten wir zu einer Bootstour auf die unbewohnte Insel Espíritu Santo. Schon die Abfahrt in der Bucht von La Paz beginnt spektakulär: Wir werden von majestätischen Buckelwalen und ihren Jungen begrüsst – ein Anblick, der uns sofort verzaubert.
Die Fahrt führt uns an einem mit Mangroven bewachsenen Uferabschnitt vorbei, der von hunderten Fregattvögeln aus Patagonien belebt wird. Vorbei an einsamen, weissen Sandstränden erreichen wir die nördlichsten Felsformationen der Insel. Hier wartet das absolute Highlight: Wir springen ins Wasser und schnorcheln hautnah mit einer Seelöwen-Kolonie. Es ist ein einmaliges Erlebnis, zwischen den verspielten Tieren, leuchtenden Korallen und hunderten farbigen Fischen zu schwimmen.
Auf dem Rückweg beobachten wir fliegende Mobulas, die in hohen Bögen aus dem Wasser schnellen. Ob sie nun Parasiten loswerden wollen oder ihre Partner beeindrucken möchten – das Spektakel ist faszinierend.
Plötzlich Bewegung in der Ferne… DELPHINE! Als wir näher kommen, finden wir uns inmitten eines riesigen Schwarms wunderiger und springender Meeressäugetiere wieder. Wir sind alle komplett aus dem Häuschen über so viel unberührte Natur.
Kulinarischer Ausklang
Diesen wunderbaren Tag lassen wir gebührend in der Stadt ausklingen. In einem erstklassigen Steakhouse in La Paz geniessen wir die hervorragende Küche und lassen die vielen Eindrücke Revue passieren.
Baja California: Ein Resümee
Die Zeit ist gekommen, weiterzureisen. Nach zwei ereignisreichen Monaten auf der Baja California nehmen wir morgen die Fähre auf das Mainland.
„Mexiko light“, wie die Baja oft genannt wird, hat uns mit vielen bleibenden Erlebnissen bereichert. Wir behalten diesen Abschnitt unserer Reise in bester Erinnerung – geprägt von:
- Der weltweit einzigartigen Flora und Fauna.
- Zahlreichen einsamen Sandstränden (die unter der Woche uns ganz alleine gehörten).
- Dem wilden und schönen Backcountry.
- Unvergesslichen Tierbeobachtungen zu Wasser und zu Land.
- Vielen herzlichen Begegnungen mit anderen Reisenden.
Zum Abschluss lassen wir es uns noch einmal richtig gut gehen. Im Camping Maranatha feiern wir eine Bagels-Party zusammen mit Towacross (der ungarischen Familie) sowie Claudia und Thomas von @dubu_and_more. Während wir gemeinsam schlemmen, wird fleissig gepackt und der Bodyduck für die Überfahrt auf Hochglanz geputzt.
Wir haben die Fähre nach Topolobampo für morgen um 13:30 Uhr gebucht. Den letzten Abend geniessen wir entspannt am Strand, umgeben von der ausgelassenen Stimmung einiger Einheimischer.
Der Weg zur Fähre
Am Sonntag machen wir uns auf zum Puerto de Pichilingue. Direkt nach der Einfahrt werden wir auf einen Parkplatz vor der Zollkontrolle gewiesen. Im grossen Gebäude gegenüber befinden sich die Büros der beiden Gesellschaften BajaFerries und TMC. Wir entscheiden uns für BajaFerries.
Wichtig für die Buchung:
- Beide Pässe bereitstellen.
- Fahrzeugausweis und TIP von beiden Fahrzeugen (Bodyduck und Motorrad) vorlegen.
- Unsere Reservation steht: Montag, 1. Mai um 13:30 Uhr nach Topolobampo.
Den Sonntagabend verbringen wir noch einmal in der Nähe am Strand. Wir teilen uns den Platz mit einigen Mexikanern, die – wie so oft – das Leben bei sehr lauter Musik in vollen Zügen geniessen.
Kontrolle, Waage und Boarding
Am Montag rollen wir pünktlich um 10:30 Uhr zur Hafeneinfahrt und steuern direkt die Inspeccion de Aduana an. Hier wird der TIP kontrolliert und sowohl die Fahrer- als auch die Wohnkabine visuell begutachtet (und wieder einmal bewundert).
Nachdem die Fahrgestellnummern mit den TIP-Dokumenten abgeglichen wurden, geht es auf die Waage. Das kostet knapp 300 Pesos. Mit dem Wiegezettel erhalten wir im kleinen Büro von BajaFerries unsere definitiven Fahrtickets. Danach stellen wir uns auf dem grossen Platz für den Verlad bereit.
Ein wichtiger Hinweis für Paare: Nur der Fahrer darf mit dem Fahrzeug auf das Schiff fahren. Alle Passagiere müssen im Wartesaal des Hauptgebäudes warten, bis sie mit einem Kleinbus direkt zur Fähre gebracht werden. Die Überfahrt soll ca. 7 bis 8 Stunden dauern – genaueres weiss man hier nie so recht.
Abschied von der Baja California
Das Verladen verläuft erstaunlich reibungslos, wenn auch mit einer Prise mexikanischer Gelassenheit: Zu meinem Erstaunen wird kein einziges Fahrzeug gesichert oder festgebunden – in Europa wäre das undenkbar! Emese betritt das Schiff wie geplant als Fussgängerin. Fast pünktlich, nur zehn Minuten nach der offiziellen Zeit, legen wir ab und lassen die Baja California endgültig hinter uns.
Kaum auf See, beginnt in der Kantine die Essensausgabe. Da eine Mahlzeit im Fahrpreis inbegriffen ist, stürmen alle gleichzeitig die Theke – man möchte ja nichts verpassen. Zur Auswahl stehen drei Gerichte:
- Hühnerragout
- Schweinsragout
- Hühnerfleisch mit Pilzen
Dazu gibt es Kartoffelpurée und die typischen pürierten Bohnen. An einer Vitrine kann man sich zudem selbst mit verschiedenem Gemüse und Saucen bedienen. Ehrlich gesagt: Das Menü schmeckt deutlich besser, als es in der Pappschachtel aussieht! Auf eine Kabine haben wir bei dieser Tagesfahrt verzichtet und geniessen lieber die frische Brise an Deck.
Der Himmel ist halb bedeckt, doch die Sonne blinzelt immer wieder durch. Wir sitzen draussen auf dem Deck und halten Ausschau nach Walen oder anderen Meeresbewohnern. Die Luft ist herrlich angenehm. Wären die Holzbänke nur ein klein wenig bequemer, wäre ich glatt eingeschlafen. Zum krönenden Abschluss verzaubert uns ein wunderschöner Sonnenuntergang auf hoher See, bevor wir das Festland erreichen.
Wir erreichen den Hafen von Topolobampo und rollen zum ersten Mal auf den Boden des mexikanischen Festlands. Die erste Nacht verbringen wir im nahegelegenen Los Mochis, um am nächsten Morgen in aller Ruhe unsere Reserven aufzufüllen und uns auf die Weiterreise vorzubereiten.
Baja California in Zahlen:
• 62 Tage unterwegs
• 2´735 Km gefahren
• 19 Campgrounds
• 3 Pannen
















































































