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2023.10.16 – 10.24 Belize

Zsolt
Zsolt – 2023.10.16 – 10.24 Belize

Belize

Rio Dulce

Unser Weg führt uns zunächst zurück nach Rio Dulce. Die Fahrt verläuft ohne politische Zwischenfälle, allerdings begleitet uns über eine Stunde lang ein wolkenbruchartiger Regen, der die Sicht massiv einschränkt. Wir steuern erneut die RAM Marina an (15.65609, -88.99366). Für 75 Quetzales pro Nacht stehen wir hier wieder ruhig, sicher und günstig – ein bewährter Rückzugsort.

Am nächsten Morgen brechen wir Richtung Belize auf. Die Strassen sind frei von Blockaden, doch die Auswirkungen der Unruhen sind spürbar: In Poptún finden wir im Supermarkt fast leere Frischwarenregale vor. Kurzerhand entscheiden wir uns, auswärts zu essen, um unsere Vorräte nicht weiter zu strapazieren.

Um Flores zu umfahren, entscheiden wir uns für eine Abkürzung über eine Gravelroad ab der CA-13 Richtung Melchor de Mencos. Obwohl uns Locals versicherten, die Strecke sei passabel, endet das Abenteuer nach 25 Kilometern jäh: Eine Brücke ist durch die starken Regenfälle komplett überflutet und unpassierbar. Ohne Umfahrungsmöglichkeit bleibt uns nur die Umkehr.

Der Umweg über Flores kostet uns inklusive der Fahrt ins Nichts gut zwei Stunden und zusätzliche 80 Kilometer. Es ist ein echtes Rennen gegen die Zeit, doch wir erreichen die Grenze zu Belize schliesslich kurz vor Einbruch der Dunkelheit. Nach den turbulenten Wochen in Guatemala und El Salvador sind wir bereit für ein neues Kapitel.

Ausreise Guatemala

→ 1. Vor der Grenze ist für die Brücke 30QZ zu entrichten.

→ 2. Weiterfahren bis zum Schlagbaum und vor der Absperrung nach der Brücke parkieren. Rechter Hand ins Gebäude zum Imigrations Office, wo die Pässe mit Ausreisestempel versehen werden.

→ 3. Draussen, im SAT Büro wir der SAT ausgestempelt und die Vignette einbezogen.

Aufwand 10 Minuten Kosten 0

Einreise Belize:

→ 1. in der Durchfahrt der „Waschanlage“ wird das Auto mit einem Desinfektionsmittel abgespritzt. Dies nennt sich, Servicio Internacional de Fumigacion und kosten 12 BZD oder 6USD oder 50QZ

→ 2. Im Zollhof parkieren, gerade in das Gebäude, wo sich als erstes das Imigrations Office befindet. Hier erhält man einen Formular, was ausgefüllt werden muss. Neben persönliche Angaben wird nach Beruf, Reisedauer, Reisegrund, Interessen, Adresse in Belize gefragt. Mit diesem Formular und Pässe wieder zurück zu der „freundliche??“ Zollbeamtin, die nach wiederholte Mal fragt, wie lange wir in Belize bleiben wollen. Wir beantworten immer noch mit einem smile im Gesicht, pleas, just four weeks. Ok, sie gibt uns 30 Tage, mit der Information, sollte wir länger bleiben wollen, müssen wir uns in einem Imigrations Office melden um es zu verlängern, was 200 BZD kosten würde.

→ 3. Gleich neben an ist das Büro für Motor Vehicle (Temporary Importation) Permit. Original Fahrzeugpapiere, original Führerschein des Fahrers abgeben. Das bezahlen der TIP erfolgt auf der Aussenseite der Gebäude, 30BZD oder 15USD cash only.

→ 4. Mit der Quittung in der Hand kann man an die Schranke fahren, wo ein überaus freundlicher Border Officer auf uns wartet. Quittung, Passporte abgeben. Werden nach Gemüse, Früchte, Drogen oder Waffen gefragt. Wohnkabine checken, Kühlschrank aufmachen, kurzer Blick, das war’s….. Wir können nach Belize einreisen.

Zeitaufwand 1 Stunde

Kosten: Fumigacion: 12BZD o. 6USD TIP : 30BZD o. 15USD

In Belize ist eine Versicherung für das eingeführte Fahrzeug obligatorisch. Gleich nach der Grenze sind in einem Seitenhof verschiedene Versicherungsanbieter zu finden. Leider aber nicht zu dieser Zeit, sie haben nämlich alle geschlossen. So fahren wir zu unserem Stellplatz, wenn auch illegal….

Parrots Peak

Wir kommen spät, aber wir kommen! Unser Ziel ist das Parrots Peak, wo wir uns mit Tanja und Gunnar von 3weltreisen.de verabredet haben. Die Zufahrt ab dem Stadtrand erfordert höchste Konzentration: Die Naturstrasse ist teilweise extrem ausgewaschen, was die Fahrt mitten durch den stockfinsteren Dschungel zu einer echten Herausforderung macht. Während der letzten 30 Minuten schiessen einem in der völligen Dunkelheit schon mal zweifelnde Gedanken durch den Kopf, ob man noch auf dem richtigen Weg ist. Doch die Mühe lohnt sich.

Wir werden mit offenen Armen empfangen! Laurie und Bill, die Besitzer des Platzes, begrüssen uns ebenso herzlich wie Tanja und Gunnar sowie die französische Overlander-Familie Charlotte, David und Noah. Es tut unglaublich gut, nach der langen Fahrt in so einer tollen Gemeinschaft zu landen.

Ein grosses Dankeschön geht an Bill: Mit seiner Hilfe konnten wir direkt vor Ort unsere obligatorische Versicherung für Belize nachlösen. Wir haben uns für die Vier-Wochen-Option entschieden, die mit 75 BZD deutlich preiswerter ist als die wöchentliche Rate von 55 BZD.

Die Tage verfliegen wie im Fluge, wenn man in so guter Gesellschaft ist. Schon am Freitag heisst es Abschied nehmen von unseren Reisefreunden. Wir bleiben vorerst alleine bei den überaus freundlichen Gastgebern zurück. Es war eine fantastische Zeit mit euch allen – danke dafür! Wer weiss, wann und wo sich unsere Wege wieder kreuzen werden… aber bestimmt in Antigua?

San Ignacio

Wir checken für eine Nacht im Mana Kai Camping ein. Die Anlage gefällt uns sehr gut: Es gibt viel Platz zwischen den Cabanas, gemütliche Palapas zum Verweilen und die Duschen sowie Toiletten sind absolut sauber. Mit einem Preis von 15 BZD pro Person und Nacht ist der Platz zudem sehr erschwinglich und bietet uns die nötige Ruhe für unsere Planungen.

Ein kleiner Spaziergang führt uns durch die belebten Strassen der Stadt. Auffallend sind die unzähligen Läden, die hauptsächlich von Chinesen geführt werden. Auf dem lokalen Markt decken wir uns mit frischem Gemüse und Früchten ein. Ein besonderer Glücksgriff ist die Bäckerei gleich um die Ecke, die uns mit richtig feinem Brot versorgt – ein wahrer Genuss auf Reisen.

Unweit des Zentrums befindet sich das Forest Department. Hier wollen wir uns die Bewilligung für die Übernachtung im Nationalpark besorgen. Die Prozedur ist allerdings ein wenig kompliziert und erfordert Geduld:

  • Schritt 1: Zuerst geht man ins Büro des Forest Departments, um alle benötigten Angaben für die Ausstellung der Bewilligung zu hinterlegen.
  • Schritt 2: Anschliessend läuft man hinunter zum District Commissioner neben der Polizeistation, um die Gebühr von 10 BZD zu bezahlen.
  • Schritt 3: Mit der Quittung kehrt man schliesslich zum Forest Department zurück, um die fertige Bewilligung in Empfang zu nehmen.

Von San Ignacio aus machen wir uns auf den Weg zur Ausgrabungsstätte Caracol. Die Strecke führt uns über eine 100 Kilometer lange Strasse mitten durch das Mountain Pine Ridge Forest Reserve. Die erste Hälfte der Strecke ist erfreulicherweise asphaltiert, was uns zügig vorankommen lässt. Danach wandelt sich der Belag in eine Gravelroad, die jedoch zum grossen Teil in einem guten und befahrbaren Zustand ist.

Bevor wir unser Ziel erreichen, legen wir einen wohlverdienten Boxenstopp bei den Rio On Pools ein. Hier hat die Natur ganze Arbeit geleistet: Das Wasser fliesst über glatte Granitfelsen und bildet zahlreiche whirlpoolartige Platschbecken. Bei den tropischen Temperaturen ist ein Bad in diesen natürlichen Becken eine herrliche Abkühlung und eine willkommene Pause von der rütteligen Piste.

Geisterstadt Augustine

Für die Übernachtung im Mountain Pine Ridge Forest Reserve haben wir uns einen ganz besonderen Ort ausgesucht: Augustine. Es handelt sich um ein verlassenes Arbeiterdorf mitten im Reservat, in dem wir die Nacht zwischen alten Holzbaracken und ehemaligen Wohngebäuden verbringen. Da dies die einzige Möglichkeit ist, legal im gesamten Schutzgebiet zu übernachten, haben wir uns zuvor die Bewilligung in San Ignacio besorgt. Der bürokratische Aufwand bei den Behörden hat sich für dieses einmalige Erlebnis definitiv gelohnt. Die Ruhe in dieser fast menschenleeren Siedlung ist nach dem Trubel in San Ignacio unglaublich intensiv. Es ist ein Privileg, hier im Schutz der Dunkelheit stehen zu dürfen, während um uns herum nur die Geräusche der Natur zu hören sind. In dieser totalen Abgeschiedenheit finden wir die nötige Erholung, um am nächsten Morgen zeitig das letzte Stück der Strecke nach Caracol in Angriff zu nehmen.

Caracol Archaeological Reserve

Nach einer ruhigen Nacht in Augustine, dem verlassenen ehemaligen Forstarbeiterdorf, beginnt unsere Fahrt in die Vergangenheit. Die Strasse wird rauer, der Asphalt endet bald – ab hier übernimmt die Natur. Die Gravelroad schlängelt sich durch Pinienwälder, vorbei an Granitfelsen und kleinen Wasserläufen. Baustellen und alte Brücken zwingen uns immer wieder zum Innehalten – nicht nur wegen den Baumaschinen, sondern auch wegen der Landschaft. Die letzten Kilometer führen durch dichten Dschungel. Die Vegetation wird üppiger, das Licht gefilterter. Und dann, plötzlich, öffnet sich der Wald – und wir stehen vor Caracol, der grössten Maya-Stätte in Belize. Wir sind fast allein. Keine Verkaufsstände, keine Reisegruppen – nur wir, die Stille und die Ruinen. Caana, der „Himmelspalast“, ragt 43 Meter hoch über das Blätterdach – bis heute das höchste von Menschenhand geschaffene Bauwerk in Belize. Wir steigen die steilen Stufen hinauf, jeder Schritt ein Echo vergangener Jahrhunderte. Caracol war einst eine Metropole mit über 100.000 Einwohnern – grösser als das heutige Belize City. Tempel, Paläste, Ballspielplätze, astronomische Observatorien – alles eingebettet in den Dschungel, der sich langsam zurückholt, was einst Stein war.

Nach Stunden des Staunens und Entdeckens kehren wir zurück – erschöpft, staubig, aber tief beeindruckt. Die Rückfahrt nach Augustine ist dieselbe Strecke – und doch fühlt sie sich anders an. Als hätten wir nicht nur einen Ort besucht, sondern eine andere Welt.

Abschied Belize

Auf dem Rückweg von den Maya-Ruinen legen wir noch einmal einen Stopp in der Geisterstadt Augustine ein. Die Stille zwischen den alten Holzbaracken ist uns mittlerweile vertraut und bietet die perfekte Kulisse für unsere letzte Nacht im Reservat. Da wir uns mit Tanja und Gunnar in Antigua verabredet haben, brechen wir am nächsten Morgen zeitig auf und steuern direkt die Grenze zu Guatemala an, über die wir bereits eingereist sind.

Reibungsloser Grenzübertritt

Die Prozedur an der Grenze gestaltet sich ebenso einfach und entspannt wie bei unserer Hinfahrt:

  • Belize Ausreise: Unsere Pässe werden zügig mit dem Ausreisedatum gestempelt.
  • Guatemala Einreise: Da wir unser Fahrzeug-Permit (TIP) bei der Ausreise nur pausiert hatten, entfällt der bürokratische Aufwand für das Auto komplett. Wir müssen lediglich unsere Pässe mit dem neuen Einreisedatum stempeln lassen.
  • Zeitaufwand: Alles in allem hat der gesamte Wechsel zwischen den Ländern nur eine knappe Stunde gedauert – ein voller Erfolg!

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