2024.08.06 – 08.8 Oaxaca
Mexiko zum zweiten, Teil 7
An die Familie, Freunde und Bekannte
Ihr habt seit längere Zeit praktisch nichts von uns gehört oder gelesen. Hier möchten wir uns erklären…..
NEIN, wir haben unsere Reise nicht beendet…..
NEIN, wir haben keine technische Probleme….
JA, uns geht es auch gut…..
Ja, wir sind immer noch in Mexiko…..
Seit bald zwei Wochen halten wir uns in Tlalixtac de Cabrera, bei El Rancho RV Park auf und halten eine Reisepause. Wir sind in der Regenzeit und es ist Hochsommer. Das heisst, es regnet praktisch jeden Tag, im Unterland und an der Küste ist es schwül warm. Hier auf ca. 1557 m.ü.M. sind die Themperaturen sehr angenehm. Vormittags, bevor es die 30°C Marke überschreitet, kann man gut laufen, einkaufen oder mit dem Bus in die Stadt fahren. Mit den Scooters können wir auf gut ausgebautem Fahrradweg bequem bis nach Oaxaca fahren. Sonst verbringen wir viel Zeit am Pool, führen einige Reparaturen durch und geniessen einfach die Zeit…..
Man muss das Leben tanzen…..
In diesem Sinne euer Team Bodyduck Emese & Zsolt
Teotitlán del Valle
Heute machen wir einen Ausflug nach Teotitlán del Valle, einer malerischen Ortschaft in den Ausläufern der Sierra Juárez-Berge. Der Name stammt aus dem Nahuatl und bedeutet „Land der Götter“, während die Zapoteken den Ort „Xaguixe“ nennen – was passenderweise „am Fusse des Berges“ bedeutet. Das bereits 1465 gegründete Dorf bewahrt bis heute stolz seine Kultur und Sprache.
Das Dorf ist weltberühmt für seine Textilien, vor allem für die handgewebten Teppiche. Diese werden auf manuellen Webstühlen aus der Wolle lokaler Schafe gefertigt. Besonders faszinierend ist die Verwendung natürlicher Farbstoffe. Die Designs sind eine beeindruckende Mischung aus historischen Zapoteken-Mustern und modernen Motiven, wobei sogar Reproduktionen berühmter Künstlerwerke in die Wolle eingearbeitet werden.
Wir besichtigen die Kirche Preciosa Sangre de Cristo, die auf dem Gelände eines alten Zapoteken-Tempels erbaut wurde – ein deutliches Beispiel für die Verschmelzung indigener und spanischer Einflüsse. Auch das Gemeindemuseum bietet tiefe Einblicke in die Geschichte. Zum Abschluss spazieren wir zum kleinen Stausee Piedra Azul, der gleich hinter den letzten Häusern liegt, und geniessen die herrlich grüne Berglandschaft in aller Ruhe.
San Andrés Huayápam
Wir gönnen uns einen kurzen Besuch im malerischen San Andrés Huayápam, einem Dorf, das eingebettet in eine wunderschöne grüne Landschaft liegt. In dieser verschlafenen Ortschaft schlendern wir kurz durch die ruhigen Gassen und lassen die entspannte Atmosphäre auf uns wirken, bevor es uns wieder in die Höhe zieht.
Über die MEX 175 geht es in kürzester Zeit steil bergauf bis auf 2745 m ü. M. Die Strasse schraubt sich in unzähligen Serpentinen den Berg hinauf und bietet uns atemberaubende Aussichten auf Oaxaca und die umliegende Berglandschaft. Es ist ein echtes Fahrvergnügen, bei dem man hinter jeder Kurve ein neues Panorama entdeckt.
Auf dem Rückweg halten wir beim Parque Ecoturístico San Andrés Huayápam. Nur etwa 30 Autominuten vom El Rancho entfernt, ist dies ein wunderschöner Ort, um die sanften Hügel zu geniessen. Wir wandern auf kurzen, leichten Routen durch den Park und am Azucena-Stausee vorbei. Zum krönenden Abschluss des Tages fahren wir nach Tule und geniessen im Restaurante Reynita ein typisches Abendessen aus der Region.
Oaxaca
Wir erleben diese wunderschöne Stadt ein weiteres Mal an einem Sonntag. Gemeinsam mit Gudrun und Peter lassen wir uns von der lebensfrohen und farbigen Menschenmenge durch die Innenstadt treiben. Überall herrscht reges Treiben, Musik liegt in der Luft und die bunte Vielfalt der Märkte und Strassenkünstler zieht uns völlig in ihren Bann.
Am Abend entscheiden wir uns für einen kulinarischen Tapetenwechsel. Wir geniessen eine schon fast in Vergessenheit geratene, hervorragende Paella mit Meeresfrüchten. Das spanische Restaurant El Olivo liegt nur unweit des prächtigen Templo de Santo Domingo de Guzmán (+17.0649405, -96.7212494) und ist ein absoluter Geheimtipp.
Die Qualität der Paella hat uns wirklich beeindruckt – eine wunderbare Abwechslung nach all den regionalen Spezialitäten der letzten Tage. In gemütlicher Runde lassen wir den Tag Revue passieren, während draussen die Stadt langsam zur Ruhe kommt. Ein sehr empfehlenswerter Ort für alle, die in Oaxaca ein Stück Spanien suchen.
Nationalfeiertag mit Gänsehaut-Moment
Heute ist der 1. August, der Nationalfeiertag der Schweiz. Wir feiern diesen besonderen Tag mit einem echt schweizerischen Brunch in bester Gesellschaft. Das Herzstück des Tisches ist der 1. August-Weggen, den Zsolt natürlich höchstpersönlich selber gebacken hat. Unsere Gäste haben viele weitere Köstlichkeiten beigesteuert, sodass wir bei bester Stimmung und echtem Heimatgefühl zusammensitzen.
Doch während wir unseren Brunch in gemütlicher Runde geniessen, geschieht das Unerwartete: Ein ziemlich starkes Erdbeben erschüttert die Umgebung. Wir spüren deutlich das Zittern der Erde unter unseren Füssen, und das Dach über unseren Köpfen ächzt und knackt beängstigend laut. Es ist ein Moment, in dem kurzzeitig der Atem stockt.
Kaum war das Zittern vorbei, ertönten nur Sekunden später in der gesamten Umgebung die Sirenen, um die Bevölkerung offiziell zu warnen. Es ist ein seltsames Gefühl, wenn die Warnung erst kommt, wenn man das Beben bereits mit voller Wucht gespürt hat. Trotz des Schreckens lassen wir uns die Schweizer Stimmung nicht ganz verderben und sind vor allem froh, dass alle wohlauf sind.
Abschied von El Rancho
Nach zwei ereignisreichen Monaten in Oaxaca bricht unser letzter Abend auf dem El Rancho RV Park an. Zum Abschied geniessen wir ein gemeinsames Abendessen mit unseren liebgewonnenen Campingnachbarn. Es wird gelacht, in Erinnerungen geschwelgt und die gemeinsame Zeit gefeiert. Ein letztes Mal halten wir die Kamera fest: Ein Foto von unserem vertrauten Gemüse- und Früchteverkaufsstand und eine allerletzte Runde Schach gehören einfach dazu.
Natürlich darf auch das obligatorische Erinnerungsfoto mit der gesamten Truppe nicht fehlen. Es sind diese Begegnungen, die das Reisen mit dem Bodyduck so besonders machen. Wir halten die Momente mit unseren Nachbarn fest, bevor sich unsere Wege am nächsten Morgen trennen.
Der nächste Morgen ist gekommen. Wir verabschieden uns herzlich von Brigitte & Herribert, Ursula & Markus sowie Andrea & Dirk. Es ist Zeit, den Motor zu starten. Unsere Reise geht nun weiter Richtung Süden. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlassen wir diesen Ort, der für acht Wochen unser Zuhause war, und freuen uns auf alles, was uns in Guatemala und bei der Rückkehr nach Mexiko erwartet.
- 161 m. ü. M
- 35°C / 30°C
- 277 Km gefahren / 6 Std
Balneario Ojo de Agua
Unsere Reise führt uns über die MX190, eine kurvenreiche Bergstrasse, die sich durch eine beeindruckende Landschaft schlängelt. Überall blicken wir auf riesige Agavenfelder und passieren zahlreiche Mezcal-Fabriken. Der Erfolg des mexikanischen „Schnapses“ ist unübersehbar: Viele Häuser in den Ortschaften wirken erstaunlich wohlhabend – ein deutliches Zeichen für das florierende Geschäft mit dem Mezcal in dieser Region.
Wir erreichen das Balneario Ojo de Agua. Die Anlage verfügt über mehrere grosse Becken, die direkt von Quellenwasser gespeist werden und dadurch eigentlich sehr sauber sind. Leider ist der Rest der Anlage in einem sehr heruntergekommenen Zustand. Überall liegt Abfall herum, was den Aufenthalt wenig einladend macht.
Trotz der ungepflegten Palapas und der verwahrlosten Umgebung verbringen wir eine ruhige Nacht. Der Preis von 100 Pesos für zwei Personen inklusive Übernachtung ist zwar unschlagbar günstig, doch die Umstände lassen keine Urlaubsstimmung aufkommen. Wir entscheiden uns daher, keine weitere Zeit hier zu verschwenden und direkt am nächsten Morgen weiterzuziehen.
- 392 m. ü. M
- 35°C / 29°C
- 344 Km gefahren / 6 Std.
Der weitere Verlauf der MX190 fordert unsere volle Aufmerksamkeit. Zunächst führt die Strecke über eine flache Ebene, doch der Strassenbelag ist teilweise in einem üblen Zustand. Tiefe Schlaglöcher lauern überall – wenn man so ein Loch übersieht, kann das für den Bodyduck böse enden… 😳
Die Grenze zum Bundesstaat Chiapas überqueren wir schliesslich hoch oben in den Bergen. Die Aussicht ist schlichtweg atemberaubend! Auf etwa 2000 m ü. M. wird hier intensiv Mais angepflanzt, und es ist faszinierend zu sehen, wie die Felder selbst an den steilsten Berghängen angelegt sind. Die Dörfer, die wir durchfahren, wirken sehr traditionell. Wir begegnen mehrheitlich indigener Bevölkerung, wobei besonders die Frauen in ihren farbenfrohen, traditionellen Trachten das Bild prägen.
Da am Himmel dunkle Regenwolken aufziehen und das Wetter unbeständig wird, beschliessen wir, in Tuxtla Gutiérrez haltmachen. Wir steuern den Parkplatz des Embarcadero (Bootsanleger) zum Sumidero-Canyon an (+16.791557, -93.018974). Den Canyon selbst haben wir zwar schon letztes Jahr besichtigt, aber als Stellplatz ist dieser Ort ideal: Es ist ruhig, sicher und kostet uns gerade einmal 50 Pesos. Ein perfekter Platz, um dem Regen zu lauschen und Kraft für den morgigen Flug zu sammeln.
- 2378 m. ü. M.
- 25°C / 12°C
- 91 Km gefahren / 2 Std
Grutas El Arcotete
Wir machen uns auf den Weg Richtung San Cristóbal de las Casas. Obwohl es eine mautpflichtige Autobahn (Cuota) gibt, bevorzugen wir, wann immer es möglich ist, die Strecke „Libre“. Man hat hier einfach viel mehr von der Landschaft, erlebt die Bevölkerung hautnah und der Fahrspass in den Bergen kommt definitiv nicht zu kurz. Kurz nach 13:00 Uhr erreichen wir unser Ziel: den Campingplatz Grutas El Arcotete.
Nachdem wir uns auf dem etwas unebenen Gelände eingerichtet haben, zieht es uns direkt zu den Grutas. Der Eintritt in den Park kostet schmale 10 Pesos pro Person, die Übernachtung faire 50 Pesos. Nach einer kurzen Wanderung über eine Hängebrücke zahlen wir weitere 15 Pesos, um in das Innere der Höhlen vorzustossen. Über steile Treppen steigen wir hoch und klettern durch ein faszinierendes Labyrinth von Stalagmiten, wobei wir von einem spektakulären Aussichtspunkt zum nächsten gelangen.
Um den Rückweg abwechslungsreich zu gestalten, steigen wir über den Berg, um auf der anderen Seite wieder hinunterzuklettern und so den zweiten Eingang der Grotte zu erreichen. Es war ein toller Nachmittag – wir haben viel Schönes gesehen und uns seit langem mal wieder so richtig ausgiebig bewegt. Die kühle Bergluft auf dieser Höhe tut nach der Hitze der letzten Tage richtig gut.

























































































































































