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2025.05.16 – 06.04 Costa Rica

Zsolt
Zsolt – 2025.05.16 – 06.04 Costa Rica

Costa Rica Teil 1

33°C / 25°C
113m ü.M
65% Humidity
22 Km gefahren / 4 Std (inkl. Grenzübergang)

Cabanas Canas Castilla

Etwas erleichtert verlassen wir die berüchtigte Grenze Nicaraguas. Die 15 km bis zu unserem ersten Aufenthaltsort in Costa Rica bringen wir locker hinter uns und treffen viel früher als gedacht bei Agi und Guido ein. Das Schweizer Ehepaar ist vor knapp 30 Jahren hierher ausgewandert und hat in La Cruz die beeindruckende Finca Cañas Castilla aufgebaut.

Mitten im dschungelartigen System, direkt am Rio Sapoa, ist ein wirkliches Paradies entstanden. Neben Stellplätzen für Overlander und der Vermietung von Cabañas betreiben sie eine Zucht von Rindern und Ziegen. Das riesige Anwesen ist von verschiedenen Wanderwegen durchzogen, die uns tiefe Einblicke in die lokale Fauna ermöglichen:

  • Brüllaffen: Unterhalten die Gäste mit ihrer akustischen Präsenz den ganzen Tag.
  • Klammeraffen: Erscheinen pünktlich jeden Abend zum „Abendmahl“ in den Mangobäumen.
  • Faultiere: Wir konnten ein Exemplar beobachten, das als wahre „faule Socke“ ganze drei Tage am selben Baum verharrte.

Zusätzlich wird das Anwesen von einer lebendigen Schar an Haustieren wie Hühnern, Gänsen, Truthähnen und den zwei deutschen Schäferhunden als Hausbewacher belebt. Trotz der schwülen Hitze geniessen wir die Wanderungen und lauschen begeistert den Klängen des Regenwaldes.

2m ü.M
36°C / 29°C
61% Humidity
30 Km gefahren / 1 Std

Playa Rajada

Obwohl uns von vielen Seiten Warnungen erreichten, aktivieren wir heute das System „Strand-Erkundung“. Die Vorbereitung erfolgt in La Cruz beim Super Compro (11.072401, -85.634049). Der Supermarkt bietet eine hervorragende Auswahl an frischen Produkten, Früchten und Gemüse. An die Preis-Variable müssen wir uns jedoch noch gewöhnen: Mit einem Niveau, das nahezu an Schweizer Verhältnisse herankommt, markiert Costa Rica hier eine deutliche Zäsur zu den bisherigen Etappen.

Der Strand präsentiert sich als äusserst gepflegtes Areal, in dem die vorhandenen Abfalleimer von den Besuchern konsequent genutzt werden, was zu einer beeindruckenden Sauberkeit führt. Direkt am Kilometer langen Sandstrand sorgen schattenspendende Bäume sowie fest installierte Tische und Bänke für ein hohes Mass an Komfort während des Aufenthalts. Die naturgegebenen Bedingungen mit ihrem kristallklaren Wasser und den malerischen Sonnenuntergängen vervollständigen das visuelle System und machen diesen Ort zu einem wahren Ankerpunkt der Entspannung.
Ein besonderes Merkmal dieses Standorts ist das hohe Sicherheits-Niveau: Täglich patrouilliert dreimal eine Polizeistreife auf dem Gelände. Die Beamten erkundigen sich bei jedem Durchgang freundlich nach dem Rechten und fragen nach, ob alles in Ordnung sei, was uns ein sehr sicheres Gefühl für die Übernachtung mit Bodyduck gibt.

Wenn man nicht wie mit Adleraugen aufpasst….


Da der Himmel bereits am dritten Nachmittag im Folge wolkenverhangen ist, müssen wir die Batterien mithilfe Generators aufladen. Um abkühlen lassen, lassen wir die Tür offen…
Etwa eine Stunde später erscheint die Polizei bei uns und fragt, ob wir etwas vermissen würden, und zeigt auf einen Generator in ihrem Auto. Sie hätten auf der Strasse einen jungen Mann mit dem Gerät auf dem Rücken festgenommen, da sie vermuteten, dass es nicht ihm gehört. Wie es scheint, haben zwei Diebe während unserer Anwesenheit auf der anderen Seite unseres Fahrzeugs den Generator geklaut. Sauber abmontiert ohne Schäden zu hinterlassen.
Nachdem wir ihn als unseren Generator identifiziert hatten, bat mich die Polizei, eine Anzeige zu erstatten, damit sie die Täter die bereits polizeilich bekannt waren, inhaftieren konnten.
Für die Anzeige wurde ich nach Liberia zum Fiscalia gebracht. Nach Protokollierung meiner Aussage konnten wir zurückkehren und den unversehrten Generator wieder entgegennehmen……
Lehrgeld kann schnell schmerzlich und teuer werden…

Mit der Fiscalia kommen dunkle Erinnerungen in uns hoch……🤔🤔

320m ü.M
28°C / 22°C
72% Humidity
114 Km gefahren / 2 Std

La Pipa Blue Pool

Nachdem wir unseren Generator erfolgreich von der Polizei zurückerhalten haben, packen wir unsere Ausrüstung zusammen. Da sowohl der Campingplatz an der Playa Cuajiniquil als auch die Rincon de la Vieja Lodge aufgrund verschlossener Tore nicht zugänglich waren, aktivieren wir Plan C und verlassen die Hitze der Küste in Richtung der Berge. Auf einer Lichtung am Ufer des Rio Blanco finden wir einen idealen Standplatz, an dem das Wasser kristallblau schimmert und die Temperaturen deutlich angenehmer ausfallen.

Am nächsten Tag unternehmen wir trotz aufziehender dunkler Wolken einen Spaziergang am Ufer, bis ein plötzlicher Wolkenbruch dafür sorgt, dass wir triefend nass bei Bodyduck ankommen. Da die Kleidung ohnehin durchweicht ist, nutzen wir die Gelegenheit für ein letztes erfrischendes Bad im noch klaren Flusswasser. Innerhalb von nur zwei Stunden transformiert sich der Flusses jedoch komplett in eine reissende, braune Brühe, wobei der Wasserstand um etwa 50 cm ansteigt. Auch am dritten Tag präsentiert sich der Rio Blanco als unpassierbare braune Sauce, sodass wir statt des Badens einen zehnminütigen Spaziergang in das nahegelegene Dorf unternehmen, um die Umgebung zu erkunden.

89m ü.M
36°C / 25°C
65% Humidity
45 Km gefahren / 1 Std

Luna del Llano Hotel

Da der anhaltende Regen am Rio Blanco das Wasser dauerhaft trübte und das Baden im Fluss verunmöglichte, leiten wir eine strategische Versorgungsphase ein. In Liberia nutzen wir das umfangreiche Sortiment des Walmarts für einen Grosseinkauf und ergänzen unsere Bestände durch die preiswerten Angebote im Pequeño Mundo. Anschliessend beziehen wir für drei bis vier Tage Quartier bei einem ruhig gelegenen Hotel in der Nähe von Bagaces. Dieser Standort dient als Basis für notwendige Reparaturen sowie die Aufarbeitung der Wäschebestände, wofür uns die dortige Wasserversorgung ideale Bedingungen bietet. Die Anlage überzeugt zudem durch einen Pool zur Abkühlung sowie einen fantastischen Blick über das Dschungel, während das zugehörige Restaurant ausschliesslich am Wochenende den Betrieb aufnimmt.

Catarata Llanos del Cortés

Etwa 1.5 km vom Hotel entfernt besuchen wir den Catarata Llanos del Cortés (10.524428, -85.298185), einen beeindruckenden Wasserfall mit angeschlossenem Badesee. Nach Entrichtung der Eintrittsgebühr von 4’000 Colones pro Person wählen wir für den etwa einen Kilometer langen Pfad die Route durch den Wald anstelle der Strasse. Vor dem Abstieg über die Treppe passieren wir die dort positionierten Souvenirverkäufer, bevor wir am Wasserfall auf eine überraschend geringe Besucherzahl treffen. Während die mit Kleinbussen eintreffenden Touristengruppen den Ort nach kurzer Zeit wieder verlassen, verbleiben wir länger, um die dichte Regenwald-Atmosphäre und ein ausgiebiges Bad im kühlen Nass in vollen Zügen zu geniessen.

20m ü.M
31°C / 25°C
65% Humidity
134 Km / 2 Std

Tamarindo

Unsere Fahrt nach Tamarindo ist von zwei zentralen Motiven geleitet, die jedoch zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führen.

  1. Einerseits folgen wir den Beschreibungen von Reisefreunden, die den Strand als besonders sehenswert schildern,
  2. andererseits nutzen wir eine Information von Pura Vida San José bezüglich unsere CO²-Tanks. Bei DoMA Home Decor (10.309381, -85.831328) sollten wir unsere leeren SodaStream-Tanks für 10’000 Colones pro Stück tauschen können. Dadurch ist unser Gerät wieder voll einsatzfähig und wir stellen unser Sprudelwasser ab sofort wieder selbst her.

Im Gegensatz zu diesem logistischen Erfolg enttäuscht der Strand von Tamarindo auf der ganzen Linie. Der Ort präsentiert sich als völlig überlaufen, bietet kaum freien Platz am Ufer und strahlt eine äusserst unsympathische Atmosphäre aus.
Wir entscheiden uns daher gegen einen Aufenthalt über das Wochenende. Stattdessen beziehen wir Quartier im Los Toros Camping, welches über ein hervorragendes Infrastruktur-System mit Pool, Stromanschluss, Wasserversorgung und sauberen Sanitäranlagen verfügt. Hier verbringen wir die kommende Nacht in einer deutlich angenehmeren Umgebung.

23m ü.M
35°C / 26°C
75% Humidity
123 Km gefahren / 3 Std

Hotel y Cabinas Los Geranios

Da sich der gesamte Küstenbereich als sehr touristisch und überfüllt präsentiert, beschliessen wir die Rückkehr in die Berge.
Wir wissen, dass sich Susanne und Klaus von @timetotravel-ks.de für das Wochenende auf einen Campingplatz zurückgezogen haben, und entscheiden uns nach kurzem Überlegen für einen Überraschungsbesuch. Als wir auf dem Hof des Hotel y Cabinas Los Geranios ankommen, ist die Freude über das Wiedersehen gross. Bis Montag verbringen wir eine wunderbare Zeit miteinander, die geprägt ist von intensiven Gesprächen, gemeinsamen Badegängen und Runden des Spiels Mexican Train.

Parallel zur Erholung widmen wir uns kleineren Reparaturen am Fahrzeugsystem. Ein kritischer Punkt ist der Ausfall des Solarreglers in der Kabine, der die Energieversorgung gefährdet. Hier leistet Klaus sofortige technische Hilfe und stellt seinen Reserve-Regler zur Verfügung, den wir umgehend in das System von Bodyduck integrieren.
Ein besonderes Highlight sind zudem die Drohnenbilder, für die wir Klaus herzlich danken.

1’280m ü.M
26°C / 17°C
72% Humidity
130 Km gefahren / 23.5 Std

Parque Nacional de Monteverde

Die frische Bergluft wirkt sich äusserst positiv auf das Wohlbefinden aus, wobei die Temperaturen in der Nacht sogar ziemlich frisch werden. Wir befahren die CR606 in Richtung Santa Elena, die sich als gut betoniert und ohne grössere Schlaglöcher präsentiert, dafür aber mit zahlreichen Kurven und beeindruckenden Aussichtspunkten aufwartet. Für die Übernachtung finden wir im Garten eines privaten Einwohners ausreichend Platz, wofür dieser 10 USD pro Fahrzeug berechnet.

Am nächsten Morgen steuern wir das Monteverde-Reservat an. Am vorgelagerten Parkplatz erwerben wir die Tickets für den Eintritt sowie eine geführte Tour zum Gesamtpreis von 41 USD pro Person, zuzüglich 5 USD für das Abstellen des Fahrzeugs. Die Tour selbst ist stark auf Zahlen sowie die Geschichte Costa Ricas und Monteverdes fokussiert, weshalb wir sie für unsere Zwecke nicht erneut buchen. Nach der Führung wandern wir eigenständig die grosse Schlaufe über die Hängebrücke bis zum Aussichtspunkt. Der Park zeichnet sich durch breite, gut begehbare Wege aus und ist sehr touristisch geprägt, ermöglicht uns jedoch dennoch die Beobachtung von Waschbären, Kapuzineraffen, Schlangen und zahlreichen Vögeln. Das Wandern durch diese atemberaubende Kulisse entfesselt Körper und Seele.

Die Nacht verbringen wir auf dem gleichen Platz wie gestern. Es gibt in der Nähe nicht besseres….

Der Nebelwald kurz erklärt:
Monteverde liegt auf etwa 1.500–1.600 Metern Höhe, wodurch feuchte Luft aufsteigt und kondensiert – das erzeugt den dichten Nebel. Passatwinde bringen zusätzlich Feuchtigkeit aus dem Pazifik. Durch die konstante Temperatur bleibt die Luftfeuchtigkeit hoch, was das Ökosystem prägt und Pflanzen wie Epiphyten ermöglicht, Wasser direkt aus dem Nebel aufzunehmen. 🌿

Heute machen wir mit Susanne und Klaus eine wunderbare Wanderung im Bosque Nuboso Santa Elena. Wir schreiten auf einem schmalen Pfad durch den üppig grünen und feuchten Regenwald. Kaum begegnen wir anderen Besuchern, ganz anders als gestern Monteverde Park. Wir lauschen den zahlreichen Singvögeln und aus der Ferne den Brüllaffen.
Nach etwa drei Stunden kehren wir zu unseren Fahrzeugen zurück.

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